Ex-Mitglied
Gast
Zitat von Nur-ein-Mensch:A.
Wir stumpfen nicht ab,wir werden nur vorsichtiger,wieviel wir investieren wollen.
Auf jeden Fall drei interessante Punkte. A) das könnte durchaus möglich sein. Ebenfalls auch, dass man aus den Erfahrungen lernt und eventuell „wählerischer“ wird, da man mit der Zeit klarere Vorstellungen von dem bekommt, was man will und was nicht. Ist man dann abgestumpfter, weil man kopflastiger geworden ist? Die Frage stellt sich mir da irgendwie.
Zitat von Nur-ein-Mensch:B.
Kommt vom Gegenüber nicht viel,halten wir uns auch zurück.
Ja, das ist definitiv in der Regel so. Man kann und möchte nichts erzwingen. Interesse, Liebe und ein gesundes Maß an Aufmerksamkeit sollte aufrichtig, freiwillig und nicht „erzwungen“ sein.
Zitat von Nur-ein-Mensch:C.
Bindungsstilabhängig.
Ja, definitiv auch ein ausschlaggebender Punkt.
Zitat von Nur-ein-Mensch:Wäre da sogar der Meinung das sich der Bindungsstil ändern kann,je nachdem ,wie sich das Gegenüber verhält.
Das denke ich auch. Wiederum frage ich mich dann wieder, ist es dann wirklich der eigene Bindungsstil der sich dem Verhalten des anderen anpasst, oder liegt es schlicht an der Stabilität der eigenen Persönlichkeit?
Wenn ich so an die Vergangenheit zurückdenke, speziell an meine zweite Beziehung, die durchaus toxisch war, sogar mehr als das, dann erkenne ich, dass ich nicht sonderlich stabil, bei mir selbst und gefestigt war, weil mein Verhalten leicht beeinflussbar vom Verhalten meiner damaligen Freundin war. Nun, ich denke wenn man stabil genug und bei sich selbst ist und sich selbst genug liebt, dann kommt es gar nicht dazu, sich beispielsweise selbst, wegen einer anderen Person, zu verlieren, indem man sein Verhalten und sogar seinen Bindungsstil ändert bzw. anpasst. Ich hoffe es ist verständlich, was ich ausdrücken will.
Zitat von Vajana:Was mich zu der Frage bringt: wie viele "Brüche" könnte ein Mensch bestenfalls heilen und wie gut, könnte man, so der Mensch eine Teekanne wäre, noch jemals Tee daraus trinken? Und ist es mehr Heilung oder schlicht die Akzeptanz der Brüche und damit einhergehend wieder ein annehmbareres Leben.
Die Teekannen Metapher find ich richtig gut, so als bildliche Darstellung.
Die Frage könnte ich spontan gar nicht beantworten, wie viele Brüche die Teekanne aushalten kann, um weiterhin daraus trinken zu können. Wahrscheinlich kommt es auf das Material (auf die Person an sich und das Durchhaltevermögen, wenn man das so nennen kann) an und auf die Intensität der Brüche. (Bzw. die Intensität der Verletzungen)
Ist bestimmt von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Es gibt ja zb sensible Teekannen aus Keramik, die sehr schnell in Einzelteile zerspringen, oder Teekannen aus Gusseisen, die eher robust sind und mehr „vertragen“.
Zu der zweiten Frage in dem Text: Ich glaube Heilung und Akzeptanz ist wichtig. An erster Stelle die Akzeptanz! Danach und daraus folgt möglichst die Heilung.
Deswegen vergleiche ich das immer wieder gern mit einer Wunde. Zuerst blutet, schmerzt es extrem, dann müssen wir die Wunde gut pflegen, damit sie heilen kann und sie am besten nicht immer wieder ständig berühren und neu aufreißen, sie pocht und schmerzt hier und da ja schließlich immer noch von allein, dann setzt irgendwann mit der Zeit der Heilungsprozess ein, der seine Zeit braucht, aber wenn man wie gesagt, nicht ständig daran rumkratzt, heilt sie stetig vor sich her, bis eines Tages eine Narbe bleibt. Die Narbe schmerzt dann nicht mehr, die Wunde ist geheilt, aber wir erinnern uns dennoch an den Schmerz, fühlen ihn aber nicht mehr, haben daraus gelernt, damit so eine Wunde nicht wieder vorkommt und ab und zu, je nach Wetter (metaphorisch für unsere Stimmung), fängt die Narbe vielleicht mal an zu Jucken und wir erinnern uns mal zurück. Fazit: Wir können heilen, aber es bleibt immer etwas zurück und es wird nie ganz vergessen sein.
Das kann gut, aber auch negativ sein. Entweder, wie am Anfang schon mal erwähnt, wird man übervorsichtig, aus Angst vor weiteren Verletzungen, was ich als negativ betrachten würde, da man dadurch wahrscheinlich gute Dinge verpassen kann, oder, was ich als positiv betrachten würde, man lernt schlicht und wird sich klarer darüber wer man selbst ist und was man in seinem Leben haben möchte und akzeptieren kann.
Halben Roman geschrieben schon wieder xD