Zitat von dinafdx2: Auch wenn die falschen Glaubenssaetze weg sind eine Trennung tut nun mal verdammt weh. Es geht finde ich eher darum stabiler zu werden damit mich der Verlust eines geliebten Menschen nicht umhaut, dass ich wieder in ein tiefes Loch falle.
Um es mal rein von der logischen Seite her zu beleuchten:
Es gibt Menschen, die stecken das gut weg, und es gibt Menschen, die kommen nach Jahren nicht darüber hinweg.
Also ja, vermutlich tut eine Trennung verdammt weh, vermutlich den meisten Menschen und in den meisten Fällen, aber, wie du ja auch schreibst, ob es halt ne Weile verdammt weht tut, oder ob es einen wirklich umhaut, das scheint eher in der Person selber zu liegen.
Ich denke, an ein paar Stellschrauben kommt man recht einfach, ein paar sind sehr schwer zu erreichen, und ja, da kann dir eine Therapie bestimmt helfen.
Wenn man es mit körperlichem Schmerz vergleicht, kommt man ein paar Mechanismen auf die Spur:
-Manchmal hilft es, den Schmerz "umzudeuten", und damit aus der Angst vor dem Schmerz rauszugehen, und den Schmerz nicht überzubewerten. Beispiel Verletzung/Rehabilitation: solange ich den Schmerz als ganz schlimm wahrnehme, ihn schon aus Angst davor ganz vermeiden will, wird man nicht weiter kommen. Ich sage in solchen Fällen immer: Schmerz ist eine Information. Wenn ich ein verletztes Gelenk langsam wieder bewege, bekomme ich durch den Schmerz die Information, welche Strukturen genau die Probleme verursachen, welche Bewegung gut tut, wo genau die Schmerzgerenze ist. Dafür muss ich aber bereit sein, vorsichtig und langsam mich dem Schmerz auszusetzen, mich an den Schmerz heranzutasten. Und manchmal brauchts Schmerzmittel und Hilfe von Profis.
Wenn du hier zur Forscherin wirst, kann dir genauso der Seelische Schmerz wichtige Informationen liefern. Ich habe deine anderen Themen nicht gelesen, deshalb ein Beispiel aus meinem Leben: mich hat die Trennung z.B. deshalb so umgehauen, weil ich mich und meine Zukunft immer nur als Einheit mit meinem Mann gedacht habe. Als das Wir weggefallen ist, ist also meine Zukunft und meine Identität quasi auch weggefallen. Das galt es erst mal wiederzufinden. Und dann gibt/gab es so ein paar Sachen, die hab ich mir einfach alleine nicht zugetraut. An beidem läßt sich gut arbeiten.
Naja, und so weiter und so fort.
Beschäftige dich mit Leuten, die seelischen Schmerz scheinbar gut wegstecken, schau und frag was die anders machen, wie die anders denken, und was für dich davon umsetzbar ist.
Mir hilft immer der Gedanke weiter, dass der Schmerz weder Sinnlos ist (Information!), noch dass wir Menschen dafür gemacht sind, Schmerzen zu haben, dass es also für die weitaus meisten Menschen auch Strategieen geben muss, zu einem schmerzarmen Leben zu kommen. Die Angst vor Schmerz hindert mich nicht daran, Sport zu treiben (wo ich mich schlimm verletzen kann) und nicht daran, enge Bindungen einzugehen, die halt leider oft in Schmerz enden.
Schmerz lässt sich nicht vermeiden, und geht in den allermeisten Fällen vorrüber. Informationen rausziehen, heilen, nicht überbewerten.
Und wenn das nicht gelingt, wenn für dich Trennungen einen so starken, existenziellen Schmerz triggern, dass es dir nicht mehr gelingt, Bindungen überhaupt einzugehen, ja, dann würde ich sagen, ist eine professionelle Begleitung wirklich angezeigt. Auch wieder analog zu körperlichen Verletzungen. Wenn der verstauchte Knöchel auch nach Wochen verhindert, dass man gehen kann, dann geht man ja auch irgendwann zum Arzt.