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Was ist nach eurer Definition ein Narzisst?

mortal eclipse

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Hey Forum,

würde gerne mal wissen, was eurer Meinung nach einen Narzissten ausmacht. Klar Wiki-Definitionen kann ich auch lesen, aber wodurch genau macht sich sowas bemerkbar?

20.05.2015 08:26 • #1


peppina




Hallo mortal eclipse,

Was ist nach eurer Definition ein Narzisst?

x 3#3


thatsit


- unempathisch aber wirken sehr emotional weil sie (anfangs) intensiv sind.
Das Intensive wird zu gern mit Liebe verwechselt, ist aber eher die Intensivität eines ausgehungerten Vampirs, der an deinem Hals saugen will
Die großen Gefühle der Anfangszeit dienen auch dazu, eine Bindung aufzubauen. Denn sobald man gebunden ist, kommt man nicht mehr so schnell los von seinem Parasiten.

In just dem Moment, wo man sich wirklich auf sie eingelassen hat, beginnen immer die Machtspiele. Sie fühlen dass sie von nun an Macht haben und nutzen sie aus um ihre Bedürfnisse durchzusetzen.
Trennt man sich von ihnen, bleibt konsequent, kann es noch einmal ein kurzes Aufflammen der anfänglichen Intensität geben; ein wenig mehr Bemühung von Seite des Narzissten. Liegt aber nicht an der großen Verliebtheit, sondern nur an der Bedürftigkeit (sie können nicht allein sein) und der Macht, die ihnen entrissen wurde. Sobald man sich wieder einlässt, gehen die Machtspiele (Manipulationen, auf Distanz gehen damit der Partner vor lauter Sehnsucht seinen Willen, seine Bedürfnisse aufgibt und sich dem Willen des Narzissten fügt) wieder los.

- Unfähigkeit zur Selbstreflexion, unfähig Eigenanteile in Konflikten zu erkennen. Opferhaltung: ganz gleich was geschieht, Schuld sind immer die anderen.
Versucht man in einer Diskussion mit einem Narzissten einen Konflikt zu lösen, werden fix 100 Nebenschauplätze eröffnet, es wird vom Thema abgelenkt, es werden Schuldzuweisungen gemacht, so dass man am Ende mit Sicherheit keinen Konflikt gelöst hat, sondern selbst dabei ist, sich zu rechtfertigen.

- sie sind zwar extrem bedürftig aber haben innerlich keine Bindung zu Mitmenschen. Sobald sich ein Mensch findet, der es ihnen bequemer macht, jemand, der leckereres Blut hat, besseren S bieten kann, jemand, mit dem man besser angeben kann usw. sind sie raus aus der Beziehung.
Also innerlich ungebunden und ohne jegliches Verantwortungsgefühl.
Wenn sie sich z.B. nach einer Kontaktsperre nach Wochen oder Monaten wieder melden, dann nicht weil sie einen vermissen oder sich Gedanken über die Beziehung gemacht haben, geschweige denn dass sie um den anderen besorgt sind, sondern weil ein anderer Schnuller (Mensch) abgesprungen ist.

- Sie tun nichts ohne Absicht, ohne Nutzen. Wenn sie nicht einen konreten Gewinn für sich in einem Kontakt sehen können, dann investieren sie da nichts hinein. Sie würden sich z.B. niemals noch einmal Gedanken über ihre Fehler machen oder sich entschuldigen wenn sie nicht etwas für sich aus der Situation herausholen können.
Ansonsten ist es ihnen schlichtweg schei...egal, wie es anderen Menschen geht. Keine Empathie.

- Sie geben sich wahnsinnig autonom, sind aber überangepasst. Das Bild das sie nach Aussen verkörpern ist alles, was sie haben. Für diesen äußeren Schein tun sie alles weil im Inneren nichts ist, auf das sie zurück greifen könnten. Es ist leer.
Daher haben sie eine wahnsinnige Anpassungsbereitschaft. Sie reden jedem nach dem Mund, spiegeln Gefühle, die sie selbst gar nicht haben uvm. Daher meinen viele in ihnen ihren Seelengefährten gefunden zu haben. Sie sind eine Oberfläche, ein Spiegel der eben immer nur das spiegelt, was ihm gegenüber ist. Hinter diesem Spiegel ist nichts als Leere.
Sobald sie aber Macht üebr einen Menschen haben,dreht sich der Wind: sie nutzen die Gebundenheit und Verliebtheit des Partners, um sich durchzusetzen (siehe oben).

- Sie projizieren was das Zeug hält. Ihre eigenen Defizite, Ängste usw. werden auf denjenigen projiziert, der ihnen am nächsten steht. Partner wird also zur Müllhalde, merkt es aber zunächst nicht weil dieser wiederum meistens überkritisch mit sich selbst ist und die Fehler bei sich sucht.

- Da sie innerlich leer sind und eine reduzierte Erlebnisfähigkeit haben, brauchen sie immer neue Kicks. Oft in Form von Dr.ogen, S., Anerkennung durch andere, berufliche Erfolge, Schönheit usf.

Es macht absolut keinen Sinn, sich mit ihnen zu befassen. Hopfen und Malz sind verloren. Wenn sie sich in Therapie begeben, dann nur weil sie auf die Schnauze gefallen sind. Sobald sie etwas finden das ihr Ego pusht, sobald sich ein Mensch auf sie einlässt, geht das Spiel weiter.
Denn auch eine Threapie wird niemals aus einem inneren Bedürfnis heraus begonnen, sondern wieder dient sie einem bestimmten Zweck, der Gewinn bringen soll- Erfolg, Partner, Macht usw.

20.05.2015 12:12 • x 2 #3


gordon


Hallo,

und in welchem Mass muss das Eurer Meinung nach vorhanden sein, damit man von einem Narzisten bzw. einer Störung sprechen kann. Viele der Erfahrung die beschrieben wurden treffen ja auch auf "normale" Menschen zu.

Was also ist die Dosis die es zum Gift macht? Läst sich das pseudo pauschalisieren?


Gruss,
g.

20.05.2015 12:26 • #4


thatsit


Zitat:
Viele der Erfahrung die beschrieben wurden treffen ja auch auf "normale" Menschen zu.


Ich kenne keinen normalen Menschen der diese Eigenschaften aufweist. Ein wenig Eitelkeit ist vielleicht besonders in jungen Jahren ganz normal, aber innere Ungebundenheit, völlige Unfähigkeit zur Selbstreflexion, radikaler Egoismus, Empathielosigkeit usw. habe ich nie bei einem normalen Menschen erlebt.
Du etwa?

20.05.2015 12:31 • x 1 #5


BlackSwan


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Also ich hoffe schwer, dass es einen Unterschied zwischen Menschen gibt und nicht alle narzisstisch sind. Sonst gebe ich mir die Kugel! Es gibt schon einzelne Züge die man bei einzelnen Menschen findet doch es wird zur Störung sobald es zerstörerische Züge annimmt.

20.05.2015 12:40 • x 1 #6


gordon


Hello,

Ich formuliere mal um. Wieviele der genannten Punkte müssen aufeinander treffen.

Mir scheint das ganze Thema ist irgendwie eine zunehmende Gesellschaftskrankheit.
Schaut man sich z.B. mal in sozialen Netzwerken bspw. Instagram um, dann scheint ja die "Gier" nach äussere Annerkennung total masslos zu sein.

Nimmt man jetzt dieses Bedürfniss nach "äussere Annerkenung" als umgekehrt proportionalen Indikator für die Fähigkeit "Annerkennung aus sich selbst zu generieren" an und nimmt weiterhin an, das letzteres in Unterausprägung dazu führt (oder führen kann) narzistische Tendenzen zu entwickeln, dann ist die Welt voll davon

Gruss,
g.

20.05.2015 12:46 • #7


gordon


Hey,
Zitat von BlackSwan:
Es gibt schon einzelne Züge die man bei einzelnen Menschen findet doch es wird zur Störung sobald es zerstörerische Züge annimmt.

Ja, hier stellt sich die Frage: was sind zerstörerische Züge und wann sind die da? Wenn sie die Person selbst zerstören, wenn sie eine andere zerströren? Wenn sie beziehungen zerstören?

Gruss,
g.

20.05.2015 12:48 • #8


thatsit


@Gordon, vielleicht kennst du nicht den Unterschied zwischen narzisstischen Zügen und einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung?
Das ist ein gravierender Unterschied.
Nicht jeder eitle Mensch ist empathielos. Ich kenne einige eitle junge Menschen mit sehr viel Mitgefühl. Und es gibt natürlich reflektiertere und unreflektiertere Menschen aber ein waschechter Narzisst kann sich überhaupt nicht reflektieren. Das ist ein Unterschied wie Tag und Nacht. Und wenn man eine waschechte Narzissten-Erfahrung gemacht hat, sich wirklich gelöst hat und das Spiel durchschaut, dann erkennt man ganz geschwind die Nacht

Fast jeder Mensch war auch schon mal untreu aber ein Narzisst tauscht seine Partner aus wie seine Socken. Ein normaler untreuer Mensch ist trotzdem innerlich noch gebunden, er hat Mitgefühl und Verantwortungsgefühl gegenüber dem Partner (oder auch den eigenen Kindern). Nicht so ein Narzisst.

20.05.2015 13:01 • x 1 #9


gordon


Hey,
Zitat von thatsit:
@Gordon, vielleicht kennst du nicht den Unterschied zwischen narzisstischen Zügen und einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung?
Das ist ein gravierender Unterschied.

Scheinbar nicht . Aber das versuche ich ja gerade zu ändern.

Ich hab mich vorher noch nicht wirklich mit dem Thema befasst. Und nur mal zufällig hier gelesen und je mehr ich gelesen hab desto mehr erkenne ich Facetten meiner ehemalige Partnerin. Daher bin ich neugierig geworden, weil sich mir paar Dinge auch in der Partnerschaft überhaupt nicht erschlossen haben.

Z.b.:
Wieso im regelmässigen Wechsel bestimmt Freunde toll waren und andere Doof und dann wieder umgekehrt und vieles mehr.

Gruss,
g.

20.05.2015 13:15 • #10


thatsit


Ich habe mal einen wichtigen Punkt- Entwertungen, den ich vergaß aus dem anderen Thread geklaut.

Zitat:
Erst entwerten sie einen, reden Dir Fehler ein, bis Du selbst schon an Dir zweifelst und dann kommen sie daher, die großherzigen Retter, und impfen einem ein, dass sie die Einzigen sind, die solch einen fehlerhaften Menschen wie Dich lieben können. Danke! Danke! Danke!


Perfekt zusammen gefasst!

20.05.2015 17:58 • #11


thatsit


Zitat:
Z.b.:
Wieso im regelmässigen Wechsel bestimmt Freunde toll waren und andere Doof und dann wieder umgekehrt und vieles mehr.


Gordon, ich finde nicht dass das schon auf eine NPS hindeutet.
Wichtig ist eigentlich auch nur die Frage: tut mir dieser Mensch gut? Wenn nicht muss man die Beziehung beenden.
Und es gibt auch einfach egoistische Menschen aber nicht jeder Egoist ist ein Narz.
Aber manche Leute wie ich haben Jahre mit so einem Menschen verbracht und können die Symptome einer NPS daher im Schlaf auflisten. Muss man sich nicht antun. Ich wäre lieber aus einer Beziehung gegangen die mich andere Dinge im Schlaf sagen lässt

20.05.2015 18:03 • #12


gordon


Oh *beep*, das war hier so.

Also schräg, ich geh falsch ,ich ess falsch, ich rede falsch, ich kauf falsch ein, ich geh falsch an anderen Leuten vorbei usw usw. Ich dachte schon ich hab ein an der Waffel.

Cheers,
g.

20.05.2015 18:08 • #13


gordon


Hey,
Zitat von thatsit:
Gordon, ich finde nicht dass das schon auf eine NPS hindeutet.

Das war ja noch nicht alles .

gruss,
g.

20.05.2015 18:09 • #14


Irisgrün


Liebe Thatsit,

danke für Deine anschauliche Beschreibung eines Narzissten.

Mein mit mir getrennt lebender Ehemann ist so ein Mensch.
Er will mich behalten, es kommt aber nichts Entgegenkommendes.

Aus heutiger Sicht würde ich sagen, dass er über seinen Beruf lebt. Statt in meinem Beruf zu bleiben, habe ich mich um meinen Stiefsohn und unsere Tochter gekümmert mit lockeren Nebenjobs.
Seitdem manipuliert und kritisiert er unempathisch für mich und unsere Kinder.

Er schwärmt sehr für Karrieremenschen und seine einfache Mutter wollte ihn als Karrieremenschen.

In friedlicher Distanz klappt unser Leben,
doch ich halte für möglich,
dass ich mich scheiden lasse,
wenn mein Exfreund seine gesundheitlichen und beruflichen Veränderungen löst und er zur Partnerschaft mit mir bereit wäre.

Momentan bin ich froh über mein eigenes Leben und die Frieden schaffende Distanz zum getrennten Mann mit den narzistischen Zügen.

21.05.2015 00:36 • #15




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