elisabeth123
Gast
Wenn du als Mann oder Frau klar hast, dass du keine Kinder möchtest, dann bist du in dem Punkt in einer bequemen Lage.
Als Frau passt du eben bei der Verhütung genau auf, als Mann kannst eine Vasektomie machen lassen - dann ist die Sache gegessen.
Was Menschen mit Kinderwunsch anbelangt gibt es ganz klar geschlechtsspezifische Unterschiede, nämlich die Fruchtbarkeitsspanne.
Da sind Frauen eben im Hintertreffen wegen der berühmten "biologischen Uhr". Außer dem Kinderwunsch gibt es ja noch andere Aspekte im Leben, die geregelt werden müssen, bzw. Schicksalsschläge, die einem einen Strich durch die Rechnung machen können.
Und da rede ich nicht nur von Männern, die sich, nachdem sie eine Frau mit leeren Versprechungen, jahrelang in einer Beziehung gehalten haben, plötzlich aus dem Staub machen, sondern von beruflicher Ausbildung, familiären Verpflichtungen (Pflege), eigenen Erkrankungen oder der profanen Tatsache "den richtigen" zum relevanten Zeitpunkt nicht zu finden.
Es gibt viele Menschen, die an ihrer Kinderlosigkeit überhaupt nicht schuld sind, sondern durch Umstände, die sie nur begrenzt beeinflussen konnten, da reingeraten sind.
Und die sollen sich nicht so anstellen, sich ihrem Schicksal ergeben und damit abfinden?
Was ich damit sagen will: Menschen, die sich bewusst gegen Kinder entscheiden oder rechtzeitig den passenden Partner gefunden haben und problemlos schwanger/Vater wurden haben leicht reden.
Entscheidet sich eine Frau für den Kauf einer Samenspende im Ausland und gibt das dann offen zu, was glaubt ihr, was da los ist?
Wie viele Leute sich dann darüber entrüsten, wie man das "einem Kind nur antun kann", wie "egoistisch" die Frau ist usw.
Kaum jemand kann hier nachvollziehen wie bitter ungewollte Kinderlosigkeit,gerade für eine Frau sein kann. Gerade in einer Gesellschaft, die Frauen nach wie vor über ihr Aussehen oder eben ihrer Fähigkeiten als Mutter Anerkennung zollt:
1. das für viele natürliche Bedürfnis nach Nachkommen und Familie. Niemand möchte alleine sein, Freunde können das nur schwer ersetzen
2. ständig mitzuerleben wie andere Frauen, Freundinnen, Kolleginnen, Familienmitglieder schwanger sind und Kinder bekommen. Die möchten natürlich darüber sprechen. Als Freundin muss man sich für sie freuen, auch wenn man vor Trauer am liebsten im Boden versinken würde.
3. soziale Ausgrenzung als Kinderlose
4. ständige Nachfragerei, warum man keine Kinder hat
