Zitat von Masterslave: Auslöser war die deutsche Wiedervereinigung. «In den Jahren nach der Wende sind viele Menschen katastrophal gescheitert», sagt die Ärztin Barbara Lieberei vom Berliner Reha-Zentrum Seehof. In der Folge sah man in den psychiatrischen Kliniken immer mehr verbitterte Patienten, die lange krankgeschrieben waren und eine Rente beanspruchten.
Das ist genau der Kontext in dem ich Verbitterung auch kennen gelernt habe. Mein Großvater hat im Zusammenhang der Wende seinen Job und - viel wichtiger - seinen ganzen gesellschaftlichen Status verloren. Das führte zu einer unglaublichen Verbitterung und hatte Einfluss auf allen Ebenen, besonders familiär und gesundheitlich. Während der Rest der Familie sich den neuen Gegebenheiten recht gut anpassen konnte und auftretende Schwierigkeiten doch positiv verarbeitete, konnte ich bei meinem Großvater keine Zufriedenheit, Heiterkeit, etc. bis an sein Lebensende mehr erkennen. Scheinbar kommt Verbitterung tatsächlich durch einen Verlust von etwas zu Stande, sicher führt auch der Verlust eines Partners zur Verbitterung, aber ich glaube vorrangig der Verlust eines
Sinnes im Leben. Denn augenscheinlich stecken unterschiedliche Menschen Verlust unterschiedlich weg. Deswegen mein Vorschlag: Mache dir deinen Sinn im Leben klar. Schönes Zitat in dem Zusammenhang:
Mark Twain:
Die beiden wichtigsten Tage in deinem Leben sind der Tag, an dem du geboren wirst, und der Tag, an dem du herausfindest, warum. Zitat von Unhinged: Sobald Gefühle, Emotionen im Spiel sind, macht man sich angreifbar resp. verletzl.
Das ist wohl wahr. Leider führt das oft dazu, dass Menschen sich eine harte Schale zulegen, um sich unangreifbar bzw. unverletzlich zu machen. Das wiederum lässt oft keine Nähe in Beziehungen zu.
Das hört man dann an Sprüchen wie: Ich brauche meinen Partner nicht (um glücklich zu sein). Ich kann für mich/mein Glück alleine sorgen.
Dabei ist es der liebende Partner, der - wenn man ihn lässt - in die Tiefen der Seele vordringen und Verletzungen heilen kann. Schöner ist es doch, wenn man einander braucht und der Partner mit der Verantwortung, die er für das Glück des Partners hat auch umgehen kann.
Zitat von unbel Leberwurst: Du eröffnest den Strang mit den Gegenspielern Weisheit und Verbitterung.
Das dies Gegenspieler sind, sieht ausser Dir hier niemand so.
Ist das jetzt nötig? Ich z.B. kann den Ansatz verstehen. Vielleicht auch erstmal als Arbeitshypothese. Nehmt doch bitte alles nicht immer persönlich und fühlt euch nicht von allem immer angegriffen. Man kann doch auch mal eine Sicht stehen lassen, auch wenn man sie nicht teilt, oder Versuchen nachzuvollziehen, wie man zu dieser Sicht gekommen ist. Wenn der TE noch nicht über seine Geschichte sprechen will ist doch OK.
Zum Thema Verlust noch ein Spruch, der mir viel bringt:
Konfuzius:
Was du liebst, lass frei. Kommt es zurück, gehört es dir - für immer.Und kommt es nicht zurück, dann war es auch nie dein gewesen.