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Wenig Beziehungserfahrung- abschreckend?

Barbarella

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Liebes Forum,

danke zunächst einmal für eure Hilfe, eure lieben Worte und das nette Miteinander hier. Das ist nicht selbstverständlich und das schätze ich sehr!

Nun zu meiner Lage- ich war immer eine Bindungsvermeiderin, das weiß ich nun.
Meine Elter hatten täglich Streit, mein Vater ging fremd. Es war keine schöne Kindheit und für mich ist Beziehung mit Stress, Ärger und Streit behaftet.

Ich hatte zwar Beziehungen zu Männern, aber nie lange. Das ging erst ab 32 los, da hatte ich eine zweijährige und dann noch einmal eine einjährige Beziehung.

Aktuell geht es mir nicht gut. Ich fühle mich einsam. Ich komme bei Männern gut an, es schreiben mir viele, aber ich habe große Sorge, dass ich Beziehung irgendwie nicht "kann". Es interessieren mich auch nur sehr wenige Männer und derzeit bin ich irgendwie innerlich leer. Letzten Monat bin ich hart auf die Schnauze gefallen und es tut immer noch weh. Ich hatte auch einige Therapiesitzungen deswegen, arbeite sehr viel mit Affirmationen und dem inneren Kind.

Andererseits weiß ich aber auch nicht, ob eine Beziehung wirklich zu meiner Persönlichkeit passt. Ich bin gerne alleine oder mit Freunden unterwegs. Letzteres aber wahlweise, sprich wenn ich Lust auf Gesellschaft habe.

Ich möchte aber endlich "ankommen", die Sehnsucht nach Liebe und Wärme ist groß. Bin ich ein hoffnungsloser Fall? Welche Tipps habt ihr für mich und würde meine Biographie Männer abschrecken?

21.07.2019 07:39 • x 1 #1


Varom

Varom


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Guten morgen

Ich denke nicht, dass unerfahrenheit definitv abschreckend ist. Für den ein oder anderen vielleicht, aber nicht für alle.

Deine Angst, nicht beziehungsfähig zu sein, kann ich gut nachvollziehen. Wenn man ein paar mal hin gefallen ist, setzt irgendwann der Selbstschutz ein und man verschließt sich. Zumindest ist das in meinem Fall so. Wie man da wieder raus kommt? Bin mir nicht sicher, ich denke, dass wenn mir mein passendes Gegenstück über den weg läuft, das von ganz alleine kommt. Zumindest hoffe ich das

Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass viele ähnlich ticken und auch in einer Beziehung ähnlich viel Freiraum brauchen wie du es beschreibst. Also einfach nicht die Hoffnung aufgeben, fleißig weiter Leuchten und einfach Geduld haben, bis dich der richtige findet

21.07.2019 08:03 • x 1 #2


Plentysweat

Plentysweat


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Hallo Barbarella,
Zitat:
aber ich habe große Sorge, dass ich Beziehung irgendwie nicht "kann".

Beziehung "können" tut keiner. So etwas muß zwischen zwei Menschen erstmal aus gegenseitiger Anziehung schrittweise entstehen und es braucht ein gutes Miteinander, Respekt, Empathie und Verständnis. Ein paar gemeinsame Interessen, die Beide teilen, sind auch nie verkehrt. Eine Beziehung aufzubauen ist ein längerer Prozeß, in dem beide sich aufeinanderzu bewegen sollten ohne ihre Selbständigkeit aufzugeben. Geht ein Partner, sollte der andere in der Lage sein, auch allein sein Leben zu meistern. Alles andere ist ungesunde Abhängigkeit. Ein ausgewogenes Verhältnis von Geben und Nehmen ist auch wichtig.
Barbarella, woran sind denn Deine Beziehungen gescheitert?
Zitat:
Es interessieren mich auch nur sehr wenige Männer und derzeit bin ich irgendwie innerlich leer.

Vielleicht ist das das Problem. Niemand außer Du selbst kann Dir die innere Leere nehmen. Eine Beziehung ist eine Zugabe zum Leben, nie der Lebensmittelpunkt. Ich denke Du solltest da ansetzen wo Du Dich innerlich leer fühlst und daran arbeiten Dein Leben zu füllen mit Dingen die Dir Spaß machen und Sinn ergeben.
Zitat:
Ich möchte aber endlich "ankommen", die Sehnsucht nach Liebe und Wärme ist groß.

Ich kann mit dem Begriff "Ankommen" im Zusammenhang mit einer Beziehung immer nichts anfangen . Für mich klingt das so nach Stillstand und Stagnation. Man hat jemanden, der die Einsamkeitslücke füllt und dann muß man sich nicht mehr bewegen.
Dein Partner soll ein Defizit in Deinem Leben ausfüllen. Das ist eine schlechte Vorraussetzung für eine gelingende Partnerschaft. Weil sich der Partner benutzt fühlen würde. Er soll etwas in Dein Leben bringen was Du allein nicht schaffst. Vielleicht setzt Du da mal an und füllst Dein Leben selber zunächst mal ?! Dann kannst Du aus dem Vollen schöpfen und kannst einer Beziehung auch etwas bieten.

21.07.2019 09:07 • x 1 #3


Garibaldi


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Bei vielen scheitern Beziehungen, weil sie nach der Verliebtheitsphase den neuen Kick suchen.
Die Verliebtheitsphase geht aber irgendwann zuende, und sollte in tiefe Liebe übergehen.
Viele können das heute nicht mehr. Die Gesellschaft suggeriert, dass man immer wieder was neues Spannendes erleben soll. Also sucht man den neuen Dro. der anfänglichen Verliebtheit.

Ich finde den Begriff " Ankommen" sehr passend.
Ich halte von dem modernen therapeutisch Propagierten Statement nicht so viel, dass der Mensch sich jederzeit wieder problemlos abnabeln können sollte. So sitzt jeder in der Beziehung schon auf gepackten Koffern, und kann sich garnicht richtig fallen lassen, und auf dem anderen vertrauen.
In einer Beziehung sollte man gemeinsam durchs Leben gehen, Probleme gemeinsam schultern.

Vor einigen millionen Jahren fing sich der Mensch an zu entwickeln. Seit ca. 300.000 tausend Jahren läuft der moderne Mensch über diesen Planeten.
Der Mensch war immer ein soziales Wesen, welches die Gruppe und den Partner brauchte, und sich auf jene verlassen können musste .
Erst seit den 1968er Jahren hielt dieser Egotrip so richtig Einzug. Er wird dem Mensch quasi eingeredet. Seit den 1990 er Jahren noch massiver.
Tief in den menschlichen Genen steckt aber etwas anderes. Der Mensch braucht Liebe, Zuneigung , Berührung und die Verlässlichkeit seiner Mitmenschen. Ein Mensch kommt nicht wirklich alleine klar.
Es sei denn, er ist schizoid. Selbst schizoide haben tiefe Gefühle irgendwo weggeschlossen , wegen schlechter Kindheitserfahrungen.

21.07.2019 09:21 • x 3 #4


Plentysweat

Plentysweat


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Zitat:
Ich halte von dem modernen therapeutisch Propagierten Statement nicht so viel, dass der Mensch sich jederzeit wieder problemlos abnabeln können sollte.

Hallo, ich wollte darauf hinaus, daß es wichtig ist, daß sich die Partner ihre Autonomie bewahren und nicht in Abhängigkeiten verfallen. Und ich habe mich auch NICHT gegen feste Bindungen ausgesprochen. Nur besteht ein Unterschied zwischen fester Bindung, Bewahrung der Selbstständigkeit und der Möglichkeit, jederzeit auch wieder allein sein zu können und andererseits der kompletten Selbstaufgabe. Oft werden in den Partner zusätzlich noch schlichtweg zuviel Wünsche hinein projeziert.
Und so sieht man es ja auch nicht selten- und auch hier im Forum- daß Leute nach Trennungen komplett hilflos dastehen und nichts mehr alleine gewuppt kriegen. Sie sind einer Teils ihres Selbsts, ihres Lebens beraubt und kommen nicht mehr klar. Für mich wär das halt nichts. Aber die Meinungen dürfen hier ja auseinander gehen .

21.07.2019 09:37 • x 1 #5


Snoopey


Wenig Erfahrung ist nicht schlimm...

Aber ich würde mir gut überlegen, ob ich mich auf eine Frau einlasse, die Probleme mit Nähe und Angst vor Bindung mitbringt.

Es geht ja schon damit los, dass Du mit einem schreibst, ohne überhaupt konkret werden zu können.

Die ersten Männer entwickeln schon wieder Komplexe, weil Du nicht zurück schreibst.

Ich finde, man sollte da erstmal alleine bleiben und daran arbeiten.

Oder offen damit umgehen und es ernsthaft versuchen, vielleicht mit paralleler Therapie.

21.07.2019 09:46 • #6


Garibaldi


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Heute leben wir in einer Spaßgesellschaft.
Der Partner darf dahingehend zum Bittsteller werden, dass er vom anderen ständig Spiel , Spaß und Spannung erwarten darf.
Werden diese Wünsche mal nicht erfüllt, wird eine Trennung als völlig legitim propagiert.
In guten wie in schlechten Zeiten gibt es nicht mehr. Wehe der andere kann mal ein paar Wochen nicht voll liefern....noch schlimmer, wehe der andere wird mal krank.
Hochzeiten verkommen heute zu reinen Eventveranstaltungen . Die Visitenkarten für den Scheidungsanwalt stecken schon am Hochzeitstag in den Hosentaschen.

Dass heute noch manch einer von Geschwistern oder Eltern im Krankenhaus besucht wird, sind nur noch die letzten Früchte vergangener Zeiten.
In kommenden Generationen sieht es mit Familienbanden schlecht aus.

In erster Linie spreche ich die Verlasser an, welche vorschnell Beziehungen mangels " Kick " aufgeben.
Ja, die Verlassenen müssen sich an diesen Zeitgeist anpassen. Sie sollten lernen, am Besten immer die gepackten Koffer in der nächsten Beziehung bereits hinter der Türe stehen zu haben, sich nie richtig fallen lassen zu dürfen, nie richtig vertrauen zu dürfen. Sie sollten alleine sein lernen, am inneren Kind arbeiten. Dass dies nicht den jahrtausende alten Genen des Menschen entspricht, wird völlig außer Acht gelassen. Coaches haben eine willkommene Einkommensquelle gefunden, um sektenartig Statements wider der Natur des Menschens zu propagieren.

Treue , Verlässlichkeit und tiefe Liebe verkommen heute zu Fremdworten .

Nur meine Meinung

21.07.2019 10:21 • x 4 #7


Parzifal


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Hallo,

einige Sätze in Deinem Thread haben mich aufmerksam gemacht. Vielleicht informierst Du Dich einmal über die Unterschiede zwischen Extravertierten und Introvertierten.

Es gibt hierzu auch gute Bücher, z.B. Die Macht der Introvertierten (Marti Olsen Laney) und Still (Susan Cain). Möglicherweise findest Du hier Aspekte, die Dich betreffen.

Als Nachsatz: Es kommt nicht auf die Anzahl an Beziehungsjahren an, sondern auf die Qualität.

Alles Gute.

21.07.2019 18:12 • x 1 #8


Barbarella


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Parzifal, inwiefern aufmerksam? Verordnest du mich eher als introvertiert?

21.07.2019 19:34 • #9


Snoopey


Introvertiert hat wohl nix mit Beziehungsangst zu tun, die Du ja selber als solche beschreibst.

Wenn Du Dich nach einem Mann sehnst, die Nähe aber schlecht kannst, dann versuche es und gehe offen mit Deinem Problem um.

Den Mann wird weniger stören, dass Du wenig Erfahrung hast.

Aber Du solltest so fair sein und ihm alles sagen.

Wenn er seinerseits damit umgehen kann und bereit ist mit Dir daran zu arbeiten, dann ists doch gut.

Musst Dir natürlich selber auch erstmal ne Chance geben

21.07.2019 21:19 • #10


Zollstock


Zitat von Plentysweat:
Ich kann mit dem Begriff "Ankommen" im Zusammenhang mit einer Beziehung immer nichts anfangen . Für mich klingt das so nach Stillstand und Stagnation. Man hat jemanden, der die Einsamkeitslücke füllt und dann muß man sich nicht mehr bewegen.
Dein Partner soll ein Defizit in Deinem Leben ausfüllen. Das ist eine schlechte Vorraussetzung für eine gelingende Partnerschaft. Weil sich der Partner benutzt fühlen würde. Er soll etwas in Dein Leben bringen was Du allein nicht schaffst. Vielleicht setzt Du da mal an und füllst Dein Leben selber zunächst mal ?! Dann kannst Du aus dem Vollen schöpfen und kannst einer Beziehung auch etwas bieten.


Guck mal Barabarella, dafür hast Du dich bedankt. Dabei ist das völliger Quatsch und kann nur von Leuten kommen, die aus welchen Gründen auch immer Beziehungsunfähig sind. Natürlich geht man in einer Beziehung Verbindlichkeiten ein, man ist füreinander da und schleift sich auch mal durch schwere Zeiten. Weil sonst ist es keine Beziehung wo man sich aufeinander BEZIEHT, sondern nichts. Das man seinem Partner Freiräume lässt und das eine Beziehung Dynamiken unterliegt liegt in der Natur der Sache. Da kommen Berge und Täler die man gemeinsam durchschreiten sollte können.




Zitat von Garibaldi:
Ich finde den Begriff " Ankommen" sehr passend.
Ich halte von dem modernen therapeutisch Propagierten Statement nicht so viel, dass der Mensch sich jederzeit wieder problemlos abnabeln können sollte. So sitzt jeder in der Beziehung schon auf gepackten Koffern, und kann sich garnicht richtig fallen lassen, und auf dem anderen vertrauen.
In einer Beziehung sollte man gemeinsam durchs Leben gehen, Probleme gemeinsam schultern.

Vor einigen millionen Jahren fing sich der Mensch an zu entwickeln. Seit ca. 300.000 tausend Jahren läuft der moderne Mensch über diesen Planeten.
Der Mensch war immer ein soziales Wesen, welches die Gruppe und den Partner brauchte, und sich auf jene verlassen können musste .
Erst seit den 1968er Jahren hielt dieser Egotrip so richtig Einzug. Er wird dem Mensch quasi eingeredet. Seit den 1990 er Jahren noch massiver.
Tief in den menschlichen Genen steckt aber etwas anderes. Der Mensch braucht Liebe, Zuneigung , Berührung und die Verlässlichkeit seiner Mitmenschen. Ein Mensch kommt nicht wirklich alleine klar.


Das hingegen kann ich weitgehend unterschreiben. Hier geht es um Rückhalt und Verlässlichkeit die ein Mensch braucht.
Der Mensch ist in seinen Ursprüngen zwar nicht monogam veranlagt, dass wurde durch Religionen und Kulturen einfach mal so festgelegt. Dennoch verletzt es den Menschen aber, weil er sich Bindet und auch binden möchte, um eben jemanden Verlässlichen an seiner Seite zu wissen. Das eine geht nicht ohne das andere. Wir sind soziale Wesen und keine Einzelgänger wie z.B,. Katzen die sich zu instinktiv festgelegten Zeiten für einige Tage paaren und dann den Job der "Arterhaltung" erledigt haben.

22.07.2019 13:05 • #11


Parzifal


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Hallo Barbarella,

da ich Dich nicht kenne, sondern nur ein paar Zeilen von Dir, wäre es vom mir schon sehr vermessen, Dich einer Kategorie zuzuordnen oder Dich oder Deine Gefühle in irgendeiner Form zu bewerten.

Du hast folgendes geschrieben: "Ich bin gerne alleine oder mit Freunden unterwegs. Letzteres aber wahlweise, sprich wenn ich Lust auf Gesellschaft habe". Dies sind typische Aussagen von Introvertierten.

Das bedeutet nicht, daß Du introvertiert bist. Ich habe Dir nur den Tip gegeben, ob Du Dich einmal damit, wenn auch nur kurz, befassen möchstest.

Introvertierte haben ein anderes Beziehungsverhalten und -muster.

Dein Bedürfnis nach Nähe und Geborgenheit ist verständlich.

Alles Gute

Parzifal

22.07.2019 19:45 • #12


ramse


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Hallo,

Gerade was dein Gefühl der Einsamkeit und der inneren Leere betrifft:

https://www.selbsthilfehelden.com/einsa...beziehung/

Das könnte für dich ganz intressant sein. Obwohl ich denke, dass du an dem Ganzen schon dran bist da du innere Kind Arbeit etc. erwähntest.

Was wichtig zu verstehen ist: Solange du selber diese Gefühle hast (Einsamkeit, innere Leere) und darauf hoffst, dass sich mit einem Partner damit etwas ändert, teilst du diesem automatisch eine sehr schwierige, wenn nicht unmögliche Rolle zu.

22.07.2019 20:05 • #13


Wurstmopped

Wurstmopped


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Deine Sehnsucht nach Nähe ist vollkommen verständlich, Frage ist kannst du sie auf Dauer zulassen und bist auch mal bereit Nähe zu geben wenn der Partner sie benötigt und zwar dann wenn dir nicht unbedingt danach ist oder suchst du dann lieber das Alleinesein oder die besten Freunde auf?

31.07.2019 17:37 • #14


Blanca

Blanca


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Zitat von Barbarella:
Ich kann nicht aufhören, darüber nachzudenken.

Dass er vlt. mit der Frau schon die ganze Zeit was hatte, während wir in der Kiste lagen.

Er ist eher der Typ Nerd, so hätte ich ihn niemals eingeschätzt.

Sorry, ich sehe gerade Deinen Beitrag hier und auch, wie lange das Date mit dem Orthopäden zurück liegt, zu dem ich Dir vorhin geschrieben hatte. Schade, daß daraus dann in weiterer Folge so ein Mist geworden ist.

Zitat von Barbarella:
Es interessieren mich auch nur sehr wenige Männer und derzeit bin ich irgendwie innerlich leer. Letzten Monat bin ich hart auf die Schnauze gefallen und es tut immer noch weh. Ich hatte auch einige Therapiesitzungen deswegen, arbeite sehr viel mit Affirmationen und dem inneren Kind.

Andererseits weiß ich aber auch nicht, ob eine Beziehung wirklich zu meiner Persönlichkeit passt. Ich bin gerne alleine oder mit Freunden unterwegs. Letzteres aber wahlweise, sprich wenn ich Lust auf Gesellschaft habe.

Ich möchte aber endlich "ankommen", die Sehnsucht nach Liebe und Wärme ist groß. Bin ich ein hoffnungsloser Fall?

Ganz klar: NEIN!

Mädel, es ist völlig normal, daß man sich nicht für Hinz und Kunz, sondern nur für wenige Männer interessiert: Juwelen liegen nun mal nicht so offen am Strand herum wie Kieselsteine und zugleich sind neben Dir auch alle anderen scharf darauf, sie zu finden.

Ich finde es prima, daß Du Dein eigenes Verhalten usw. reflektierst und bereit bist, daran zu arbeiten. Aber bitte stell Dich nicht mehr in Frage als nötig und behalt im Auge, daß Du völlig in Ordnung sein kannst - wenn Du das Pech hast, nicht Mr Right zu begegnen, dann ist das nun mal so und nicht anders!

Viele Menschen erleben dieses Glück überhaupt nie. Und wenn doch, dann kann es ihnen so gehen wie Francesca und Robert in "Die Brücken am Fluss" und sie müssen verzichten. (Wobei wir nie wissen werden, ob es wirklich "Liebe", oder nur Verliebtheit war bei denen. Sie hatten ja keine Gelegenheit, die Alltagsfähigkeit dessen je zu testen, was sie da binnen kürzester Zeit so überkam.) Du befindest Dich also in bester Gesellschaft. Allerdings werden das die wenigsten ihrer Mitglieder so offen zugeben, denn man ist heutzutage ja schon fast "verpflichtet", eine Beziehung zu führen und sie toll zu finden, sonst gilt man ja als "unvollständig".

Ich hatte dazu vor einiger Zeit mal diesen Thread hier eröffnet: singles-vom-leitbild-zum-sozialschmarotzer-t29591.html - vielleicht hilft er Dir, das Ganze ein wenig anders einzuordnen - statt Dich selbst als 'ne kaputte Persönlichkeit fehleinzuschätzen und damit eine Therapeutin mit durchzufüttern.

Alles Gute Dir.

24.08.2019 13:23 • #15




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