Zitat von whynot60: Nur sehe ich hier nirgendwo eine Kapitulation.
Falsch verstanden....
Unter Kapitulation verstehe ich zb. Verbitterung. Seine Gefühle nie mehr, niemandem mehr zukommen zu lassen.
Zitat von whynot60: Eher halte ich es für ein Zeichen von menschlicher Größe, zu seinen Gefühlen zu stehen, selbst wenn einem der Mensch, dem sie gelten, lachend und triumphierend auf den Schädel sch...
Naja, eigentlich will ich dies gar nicht bewerten.
Denn jeder Mensch denkt, fühlt funktioniert und tickt anders.
Aus jedem Verhalten resultieren je nach Menschentyp andere Ergebnisse. Somit Glück und Unglück, gut oder böse aus der jeweiligen Konstellation erwachsen.
Was nutzt es seine Gefühle offen und ehrlich, in der ganzen Fülle zu offenbaren, wenn die Person der sie gelten aufgrund anderer Art überfordert wird, einen zwar auch wollen würde, aber der Weg dorthin ein anderer als der Tsunami der Liebe sein sollte?
Somit alles zerbricht wieder ich persönlich in der Wüste irgendwann erfriere? Und vielleicht auch sie nicht mehr glücklich ist? Auch weiß, was eventuell verloren ging an Chance?
Wäre es nicht menschliche Stärke und Charakter gewesen so zu agieren, daß auch der Empfänger dieser grossen Gefühle auch die Chance bekommt, diese in seinem Wesen anzunehmen, aufzunehmen zu reagieren um dies dann gemeinsam zu erleben?
Ich weiß nicht ob es unbedingt generell menschliche Stärke bedeutet, seine Gefühle zu offenbaren wenn dann der Sender alleine in der Wüste erfriert, die Empfängerin im besten Fall negativen Stress hatte, Lebenszeit verlor und eine negative Erfahrung mehr im Leben hat. Oder sogar über die Zeit erkennt, was passierte und warum. Vielleicht sogar ihre Gefühle neu entdeckte, mehr als ihr vielleicht sogar lieb war?
Ja, heißes Eisen, seine Gefühle zu offenbaren.
Ich denke es birgt nur einen Vorteil eine Stärke: Man muss daß Echo ertragen.
Denn man wird dadurch meiner Meinung nach mehr verletzt, getreten, ausgelacht und respektlos behandelt als geliebt dafür.
Aber dann eben eben echt und als Mensch.
Und dann dem/der am ehesten richtigen.
Ist halt wieder so ein Glaubenssatz:" Gefühle zu zeigen bedeutet menschliche Stärke und Charakter."
Erfahrung sowie die Praxis lehren einem: "Wer und was bleibt übrigt, wenn man sein Inneres dsbzgl. nach aussen stülpt. Absieht vom weit verbreiteten " Selbstschutz", sich unter bewusst vollem Risiko nicht mit "Spielchen", taktischen Manövern, aufspüren von Red Flags usw aufhält?
Man aber auch weiß, daß man an dieser Adresse definitiv richtig ist, auch darum dies bereit ist zu geben und gibt. Man klar und deutlich ausdrückt was man will?
Zitat von whynot60: Es ist, wie es ist, und aus irgendwelche taktischen oder selbstrettenden Gründen Spielchen zu spielen,
Vermutlich ist es die Angst.
Welche eben von Betroffenen jeweils in unterschiedlichen Stadien des Werbens, Kennenlernens zuschlägt. Je nach Trigger, schlechten Erfahrungen. Mich zb treiben Spielchen, taktische Manöver und Unehrlichkeit in die Enge.
Vor der Wahrheit, vor der Vermittlung von Gefühlen, dem Umstand dazu, sowie zu der Person zu stehen, meine Basis.
Egal was die Menschheit sagt.
Aber eben entscheidend, was die Empfängerin daraus macht.
Dies entscheidet wohin die Reise geht: Zum richtigen Menschen, in die Hölle oder in die Wüste.
Man kann auch warten, wenn man das Gefühl oder die Hoffnung hat, es gibt Menschen, die finden erst durch andere Menschen Zugang zu ihrer echten Innenwelt. Und sie erkennen, wie schnell das Sahnehäubchen in der Wärme von echten Gefühlen verdirbt. Und nur noch Fliegen daran Nutzen haben.
Zitat von whynot60: Wenn ich liebe, liebe ich, ohne Wenn und Aber, und auch, wenn ich danach beinahe zugrunde gehe, ist es mir das wert.
Ja.
Es gibt ja die Wüste.
Doch wer will da ewig leben?
Zitat von whynot60: Ist denn nicht gerade das immer das Problem, dass - ich wage es so pauschal zu sagen - die meisten Menschen nie zu ihren Gefühlen stehen, sondern geradezu ein Gefühlsverheimlichungsimperium in sich errichtet haben?
Wie gesagt:
Glaubenssätze und einem eigene Philosophien bergen die Gefahr, eigene Unfähigkeiten und Defizite zu kaschieren.
Man sich damit sein Versagen, Erfolgslosigkeit auch schön reden und kaschieren.
Verständlich ausgedrückt: Was nützt mir meine menschliche Stärke, der "tolle" Charakter wenn dann die grosse Liebe zur Illusion im Luftschloss wird?
Ein Leben in der Wüste die Realität darstellt?
Zitat von whynot60: Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, der Mensch lebt in erster Linie von Verheimlichungen
Das sehe ich genauso.
Und ahnen nicht, daß es Menschen gibt, die sehen.
Zitat von whynot60: Aber selbst das ist nie ein Grund zu Kapitulation.
Kapitulation ist die Rettung vor dem Untergang.
Zitat von whynot60: Manchmal, obwohl es ja mein Weg war, bedauere ich es, dass ich die Liebe nicht viel mehr ausgelebt habe.
Ich bedauere eigentlich nichts.
Nur daß ich erst vor ca 3 Jahren die Büchse der Pandora geöffnet bekam.
Der Blick in sich.
Zitat von alleswirdbesser: an diese bedingungslose Liebe, die du lebst, zu glauben.
Es ist keine bedingungslose Liebe, denn ich habe meinen Egoismus aufgezeigt bekommen.
Und ich bin mir gar nicht sicher, ob ich jemanden zurückgelassen habe dadurch.
Zitat von whynot60: Gibt es eine andere Liebe als die bedingungslose?
Und gäbe es sie, was sollte daran Liebe sein?
Liebe, ja, muss man wagen - aber wagt man sich nicht, so wird man sie auch nie erfahren und einen abgeschatten Mondschein für den hellsten Sonnentag halten.
Im Prinzip habe ich für mich gelernt, den Begriff Liebe zu sezieren, in Regeln zu verfassen zu bewerten, beurteilen.
Jeder Mensch ist anders, jeder Mensch fühlt anders. Jeder Mensch braucht anderes oder gar nichts....
Ich für meinen Teil entscheide selbst wen ich mag, liebe und warum und wie.
Was ich gebe, bereit bin zu geben.
Was ich will oder nicht will.
Es wäre schön, wenn dies dann im gesunden Rahmen im Einklang wäre mit dem Menschen, mit dem ich mich und mein Leben teilen will.
Ich bin es leid, auch damit durch Gefühle und all das zu theoretisieren.
Denn es sind wirklich Taten und Haltung die zählen.
Ich weiß was mein "ja" bedeutet, ich weiß wie ehrlich es ist. Ich weiß warum, für wen und was der Sinn dahinter ist.
Dies ist eines dieser Dinge die übrigblieben, nachdem man es gewagt hat, sich offen zu einem Mensch und zu seinen Gefühlen zu bekennen.
Zitat von whynot60: Es geht doch, meine ich, gerade in der Liebe um Erfahrungen, auch um schmerzliche - und welche Erfahrungen will man denn machen, wenn man immer gleich abhaut und meint, alles mögliche nicht verkraften zu können?
Die Liebe ist ja nicht einfach Vernügen, sondern etwas, darin man sich bewähren kann (oder auch nicht). Der seelische Stein der Weisen, könnte man sagen. Und den findet man sicher nicht in den seichten und seichtesten Gewässern.
Gerade die Härten der Liebe sind ihre Qunitessenz.
Ja, sehe ich auch so.
Grüße aus der Wüste.
Heute wurde es schon früh dunkel und kalt.