Zitat von Gretchen:Wenn man (freilich ohne es zu merken) elternfiguren sucht bzw dass zu bekommen, was einem vielleicht versagt blieb, dann wird es meiner Erfahrung nach leider sehr kompliziert, wenn man selber tatsächlich Eltern wird.
Dann funktioniert dieses fragile Gleichgewicht an bedürfniserfüllung nämlich nicht mehr und ein neues stabiles Gleichgewicht herzustellen, wirkt erstmal unmöglich...
Symbiose gibts ja leider bei Menschen im guten Sinne nur zwischen Mutter und Kind- wie ich selber feststellen musste- so viele sehnsüchte da auch aktiviert werden...
Die Kinder haben tatsächlich viel geändert. Zum einen hat sie ein Bild eines Vaters gehabt, der ihr eigener Vater nicht war, und den ich habe auch nicht erfüllen können. Nach der Trennung schreib sie "ich sehe hier liebevolle Väter mit ihren Kindern und mir kommen die Tränen". Als ob ich nicht liebevoll mit meinen Kindern war - aber es war eben nicht das, was sie erfüllt haben wollte, was sie bei mir sah...
"Na toll, Ich habe mir einen Mann geangelt, der wie mein Vater ist" sagte sie gelegentlich, aber nicht als Vorwurf, sondern als Feststellung, während wir darüber gemeinsam den Kopf schüttelten: "Ja, echt mal. Was hast du dir dabei gedacht?" spaßte ich und sie lachte.
Dann wollte sie eine "Entwicklung" haben, oder wie die Paartherapeuten sagten: "man durchlebt in der Paarbeziehung Phasen und manche kommen nicht wieder, wie das erste verliebt sein, oder die Freiheit, bevor die Kinder da sind"... Sie wollte eine solche "Entwicklung", für mich klang das nach Loslassen, nach Aufgeben einer Zweisamkeit, einer Frische im Leben, einer Jugendlichkeit. Ich sage es mal salopp: sie wollte "alt werden", in meinen Augen, ich wollte die Frische erhalten, aus den Jahren davor. Ich war ihr kindisch und unreif deswegen. Also nicht missverstehen, ich habe gearbeitet und die ganze Familie plus gewissen Luxus alleine gehalten, fleißig, treu - ich bin keiner, dem nichts gelingt und der bemuttert werden muss, damit er was hinbekommt, im Gegenteil. Ich war ihr unreif, weil ich nicht "alt" wurde, weil mir Unternehmungen weiter wichtig waren, weil mein Tagesablauf nicht nur aus drögen Aufgaben bestand, weil ich das Lockere suchte. Hier ist sie nie mitgekommen. Weder war sie besonders fleißig in Haushaltssachen, noch besonders ehrgeizig und anstatt mit mir dann wenigstens etwas zu entspannen, brauchte sie mich als "alten" Mann, dass ich mit ihr das zusammen mache - weil man das so macht "in unserem Alter"... Ich habe Haushalt gemacht, so ist nicht. Aber nicht mit der Überzeugung, die sie erwartete.
Zitat von Gretchen:Ist denn für euch beide die Entscheidung gefallen? Ich finde ja ihr habt Poten....(vielleicht mein wunschdenken)
Ich mag deinen eingangspost!
Sie hat sich entschieden, ich finde das bis heute einen Fehler.
Danke
