Zitat von Grätchen: Er möchte den Kontaktabbruch nicht, er möchte mit mir in Kontakt bleiben, weil ich ihm wichtig sei.
Für Dich ist dieser Kontakt aber toxisch, weil Du noch Gefühle für ihn hast. Eigentlich sollte auch er das einsehen und Dich daher schon um Deinetwillen in Ruhe lassen, zumal er eh anderweitig verbandelt ist bzw. war damals.
Zitat von Grätchen: Wie kommt er dazu, sich bei mir einzuladen oder zu fragen, ob ich demnächst seine neue Wohnung anschauen möchte, nachdem er mich 5 Wochen belogen hat?
Das ist völlig irrelevant, denn wenn man Schluß macht, sollte auch wirklich erst mal Schluß sein, damit man die Trennung innerlich verarbeiten kann. Für Dich war und bleibt dieser Kontakt toxisch, weil eben das so wieder und wieder verhindert wird. Im Gegenteil, dieses On und Off treibt Dich in eine emotionale Abhängigkeit hinein. Also bitte keine Grübeleien über seine Motivation, sondern schön bei Dir selbst bleiben und Deine Grenzen durchsetzen.
Zitat von Grätchen: Das war das Problem die ganze Zeit. Dass er auch nicht loslassen kann und mir damit immer wieder Hoffnung gemacht hat.
Nein, das war nicht das Problem die ganze Zeit. Das Problem war, daß Du Deine eigenen Grenzen wieder und wieder überschritten hast, bzw. ihm dies zugestanden hast. Du bist emotional abhängig von ihm, klingst wie eine Süchtige, die wieder und wieder zur Flasche greift (ist nicht abwertend, sondern figurativ gemeint). Bleib bei Dir und setz ihm endlich deutlich Grenzen.
Zitat von Grätchen: Ich denke, ich glaube ihm, dass er noch in irgendeiner Form Gefühle für mich hat (hat er ja bis zuletzt gesagt). Er hätte ja schon längst Ruhe vor mir haben können.
Daß er mit Dir in Kontakt bleibt heißt noch lange nicht, daß er Dich noch liebt - oder es je getan hat. Vielleicht kann oder will er sich selbst nicht eingestehen, daß das wohl mehr dem Pushen seines eigenen Egos dient, als Dir über die Trennung hinweg zu helfen. Denn letzteres tut es definitiv nicht. Also bleib bei Dir und brich diesen Kontakt ab - nachhaltig und dauerhaft.
Zitat von Grätchen: Und obwohl ich ihm ein paar wirklich unterirdische Dinge an den Kopf geschmissen habe, in der Hoffnung, er würde dann den Kontakt von sich aus abbrechen, ist er wieder angekommen.
Es ist nicht erforderlich, jemand unterirdische Dinge an den Kopf zu werfen, um eine Trennung zu erreichen. Das geht auch ruhiger und souveräner. Einmal mehr zeigt sich hier, daß Du Deine Grenzen nicht angemessen durchzusetzen weißt. Bleib bei Dir und tu es.
Zitat von Grätchen: Es fällt mir schwer, mich nicht bei ihm zu melden.
Dann blockier ihn und bitte alle gemeinsamen Freunde und Bekannten, Dich nicht mehr auf ihn anzusprechen. Vor allem aber bau Dir ein eigenes Leben auf, jeden Tag einen kleinen Schritt, und wenn es nur ein Zentimeter ist. Aber stetig, hartnäckig, fokussiert.
Zitat von Grätchen: Ich habe das Gefühl, nie wieder auf die Beine zu kommen.
Das wirst Du, aber nicht sofort. Da mußt Du leider durch, also gib nicht auf, sondern beiß Dich täglich einen Zentimeter weiter durch. Tu es für Dich, sei Dir das wert - egal wie lange es dauert. Denn er oder andere werden Dir das nicht abnehmen - weil es auch gar nicht geht, von außen. Sowas muß von innen heraus kommen.
Zitat von Grätchen: Es hätte spätestens(!) nachdem er mich im Urlaub hat hängen lassen, der endgültige Cut sein müssen.
Ja. Aber hinterher ist man immer schlauer als vorher. Hauptsache, Du setzt ihm jetzt endlich eine klare Grenze.
Zitat von Grätchen: Ich bin so wütend auf mich selbst, dass ich mich wieder hab einlullen lassen.
Bitte hör auf, Dich selbst zu verurteilen. Wir alle machen Fehler. Entscheidend ist, daß wir sie angemessen reflektieren und dann einen anderen Weg wählen, um sie nicht zu wiederholen. Also setz Deine Grenzen durch - wenigstens jetzt.
Zitat von Grätchen: Sorry für den langen Text.
Warum? Hab schon längere Texte hier gelesen. Selbst wenn Du einen Roman hier einstellst, ist das doch Deine Sache. Das Forum ist für Hilfesuchende gedacht und wie jemand sich Hilfe sucht, ist seine ureigene Entscheidung. Keiner wird hier gezwungen, ein Thema zuende zu lesen. Mach das also bitte nicht zu Deinem Problem, sondern laß es dort, wo es hingehört.
Zitat von Grätchen: Aber ich habe diesen Mann angeschaut und festgestellt, ich liebe ihn noch immer. Daran hat sich (leider) nichts geändert.
Nach wie vor möchte er mit mir befreundet bleiben und mich als Menschen auf keinen Fall verlieren und versteht nicht, warum es mir schwerfällt, unter diesen Umständen mit ihm befreundet zu sein.
Es fällt mir schwer zu glauben, daß er das nicht begreifen kann. Ich habe eher den Eindruck, er will es nicht. Was auch immer sein Grund dafür sein mag - es geht jetzt um Dich und nicht um das, was er versteht oder will. Der Kontakt ist toxisch für Dich, also setz eine Grenze und brich ihn ab - nachhaltig. Mehr muß er gar nicht wissen oder begreifen und Du letztlich auch nicht.
Zitat von Grätchen: Aber gut, ich wiederum verstehe nicht, wie es ihm möglich ist, trotz noch vorhandener Gefühler "nur" mit mir befreundet zu sein.
Siehe oben (Egopushing? Schwer von Begriff?) - völlig irrelevant. Es geht jetzt um Dich, also setz ihm (D)eine Grenze.
Zitat von Grätchen: Ich meine, er bemüht sich wirklich um meine Freundschaft. Kann ich nichts Negatives sagen.
Doch, kannst Du: Jemand der Dich als Egopusher warmhält, ist sicher kein Freund.
Und selbst wenn dem nicht so wäre bleibt der Umstand, daß Dir der Kontakt zu ihm schlicht nicht gut tut, da Du noch zu sehr an ihm hängst. Du kannst diese "Freundschaft" nicht unbefangen führen, das ist nun mal so. Ergo reißt jeder Kontakt mit ihm wieder die Trennungswunde auf. Sie wirkt also schädlich auf Dich ein und gehört beendet.
Zitat von Grätchen: Ich kann noch gar nicht sagen, wie es mir mit der Konstellation geht.
Allein daß Du hier immer noch schreibst zeigt doch deutlich, daß diese "Freundschaft" Dir mehr schadet als nutzt. Du hast Eure Trennung auch Monate später noch nicht mal ansatzweise verarbeitet, schluckst Antidepressiva (hoffentlich weiß Dein Arzt davon) und wirkst auch sonst emotional abhängig. Gesteh Dir ein, daß dieser Kontakt Dir mehr schadet als nutzt und sorge für Dich. Setz eine nachhaltige Grenze, damit Du zumindest mittel- bis langfristig auf eigene Füße kommst (emotional gesehen).
Zitat von Grätchen: Ich kann mir ein Leben ohne ihn einfach nicht vorstellen.
So traurig es ist: Das wirst Du aber müssen.
Leben ist Werden und Vergehen. Daher soll man schöne Momente genießen, aber auch akzeptieren, wenn sie vorüber sind.
Du bist noch jung genug, wieder andere Momente zu erleben, wenn Du es zuläßt.
Dafür mußt Du aber erst mal zu Dir selbst zurückfinden.
Das geht nur, wenn Du ihm eine Grenze und Dich mit Deinem Ich auseinandersetzt.
Schreib ruhig weiter hier im Forum, man wird Dir hier soviel Hilfestellung geben wie möglich.
Wenn Du es allein nicht zu schaffen meinst, ruf mal bei der Telefonseelsorge an, oder chatte mit denen - es gibt entsprechende Angebote online. Oder such eine psychologische Beratung auf - sprich es ruhig auch mal bei Deinem Arzt an, das ist allemal besser, als Antidepressiva zu schlucken.
Die Ratschläge in Sachen natürliche Antidepressiva kann ich nur unterstützen. Ausdauersport ist übrigens eines der besten, die ich persönlich kenne diesbezüglich.
Alles Gute Dir, gib nicht auf, sondern tu jeden Tag einen kleinen Schritt.
Also nicht für ihn, sondern für Dich.
Denn wenn Du diese Schritte nicht tust, wird Dir das keiner abnehmen.
Es wird dann nur noch schlimmer, über die Zeit.
Also halt durch und reise in Dein Ich.
