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Werden wir es schaffen?

Emily

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Hallo liebe Fories!

Bin seit ein paar Wochen in einer neuen Beziehung.
Die Anziehungskraft ist enorm, haben die selben Ansichten und teilen sogar ein paar Hobbies.
Uns war sofort klar, dass es etwas Ernstes ist. (Die Fernbez.problematik lass ich mal außen vor, das wird die Zeit zeigen, ob wir da zusammen kommen).Relativ schnell habe ich erfahren, dass er eine noch schlimmere Kindheit hatte als ich.(Möchte da nicht genau ins Detail gehen, es ist wirklich schlimm).
Er ist da schon reflektiert, aber schafft es natürlich nicht gleich, gewisse Gewohnheiten abzulegen. Dafür hab ich auch Verständnis.
Er kennt einfach das Gefühl nicht, so verliebt zu sein und dass jemand für ihn da ist. Er ist nach außen offen und gesellig, aber eigentlich eher scheu und vorsichtig.
Die ersten beiden Wochen hat er voll Gas gegeben, und seitdem es Ernst geworden ist, zieht er sich immer wieder zurück. (Nicht falsch verstehen, er meldet sich jeden Tag und will mich auch jedes Wochenende sehen).
Aber ich spüre, dass er manchmal mit der Intimität, die zw.uns herrscht,nicht umgehen kann.Er haltet es z.B.auch nicht aus, wenn ich ihn länger anschaue. Er möchte manchmal einfach nur davonlaufen. Auch habe ich oft das Gefühl, ein Eindringling zu sein, der ihn in seiner festgefahrenen Welt stört. Ein Freund von ihm hat mir erzählt, dass er oft stundenlang nix sagt und auch kaum ausgeht.
Reden tut er über sowas natürlich nur, nur wenn ich das Thema aufbringe.
Was mich richtig irritiert ist, dass er oft auf whatsapp Nachrichten stundenlang nicht reagiert oder gar nicht antwortet.
Ich hab ihn natürlich schon darauf angesprochen, und er sagte, dass er einfach oft nicht darauf achtet.
Wir haben lange darüber geredet, und er meinte, er versteht genau, was ich möchte und er wird sich mehr bemühen (was er dann auch wirklich getan hat!)
Das hört sich jetzt für manche hier wahrscheinlich an wie der Klassiker, zu schnell, zu viel, er will doch nicht etc.aber ich weiß definitiv, dass er sehr verliebt ist, auch wenn es manchmal nicht so wirkt.(Bei dem, was er erlebt hat, wundert es mich, dass er überhaupt normal leben kann!)
Ich bin einfach unsicher, wie ich ihm begegnen soll, ich möchte ihm keinen Druck machen.
Glaubt ihr, dass er einfach noch Zeit braucht, um mich ganz in sein Leben rein zu lassen?Bin ich zu ungeduldig?

Freu mich auf eure Meinungen!

25.09.2017 15:35 • #1


Kroenchen_richten

Kroenchen_richt.


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Kann sein, dass Du nur kurz einen Zugang erhälst und er plötzlich dicht macht.
Kann auch sein Du findest nie wirklich Zugang.
Das Problem bei Menschen mit Traumas im Hintergrund, es kann alles Druck sein. Dinge die Du nicht als Druck empfindest.
Ich war vor 3 Jahren in einer ähnlichen Situation. Am größten war seine Angst mir zu schaden. Er hat sich komplett zurückgezogen. Die Anziehung besteht heute noch.
Er wollte das ich für ihn da bin, auf ihn achte, nach ihm sehe, aber wenn ich das tat kam wieder Rückzug.
Gib ihm viel Zeit, eigentlich kannst Du nur abwarten.

25.09.2017 16:00 • x 1 #2



Werden wir es schaffen?

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Emily


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Dass er sich selber Druck macht bzw.
einen solchen verspürt, glaub ich auch

25.09.2017 16:10 • #3


mitsubi


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Da hilft nur Geduld und Verständnis. Und die Akzeptanz, dass er sich nicht sehr ändern wird.

25.09.2017 17:10 • x 2 #4


Emily


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Und ob ich das schaffe, ist die Frage.
Z.B.heute lieg ich stark erkältet im Bett, und schreib ihm das und von ihm kommt. nix.
Ich erwarte mir ja nichts Spektakuläres, aber wenigstens ein wenig Anteilnahme.

25.09.2017 17:13 • #5


mitsubi


74856
Wenn jemand so stark bei sich selbst ist, kannst Du sowas leider nicht erwarten. Oder selten. Könnte er depressive Tendenzen haben?
Gute Besserung übrigens!

25.09.2017 18:53 • #6


Emily


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@mitsubi
Danke für die Genesungswünsche!
Ja, hat er.Nimmt ein leichtes Antidepressivum.
Hat auch schon eine Therapie gemacht, ist aber länger her.
Was meinst du mit stark bei sich selber sein genau?

25.09.2017 19:37 • #7


mitsubi


74856
Das hab ich mir gedacht, klang stark danach. Depressive Menschen sind mit ihren Gedanken viel bei sich selbst, können sich selbst nicht verstehen, sehen sich als Belastung für andere. Suchen dauernd nach Antworten auf Fragen, die sie ebenfalls nicht kennen. Sicherlich hast Du Dich schon im Netz schlau gelesen über Depressionen. Es gibt nicht die eine.
Menschen mit Kindheitstrauma sind oft total verloren und suchen stets nach der kindlichen Geborgenheit, haben aber zugleich totale Angst vor Nähe.
Es kann schwer sein mit depressiven Menschen umzugehen, je nachdem wie ausgeprägt es eben ist.

25.09.2017 19:44 • #8


Emily


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@mitsubi
Aber wirklich depressiv kommt er mir nicht vor, eher dass er eine nicht so ausgeprägte Sozialphobie hat (gut dafür kenne ich ihn noch nicht gut genug).
Du hast total Recht, er genießt z.B.Streicheleinheiten total.
Was rätst du mir für den alltäglichen Umgang mit ihm?Möchte ihm schon sagen, dass er mich mit seinem Verhalten von sich wegtreibt.
Möchte aber nix falsch machen.
Er hat mir übrigens mal gesagt, dass er es gut findet, dass ich weiß bzw.spüre, was in ihm vorgeht und er es vl.auch braucht, dass ihm jemand den Spiegel vor die Nase hält.Aber Theorie und Praxis sind eben 2 Paar Schuhe.

25.09.2017 19:51 • #9


mitsubi


74856
Da er Antidepressiva nimmt, ist er definitiv depressiv. Männer verhalten sich da oft nochmal anders, da sie es als Schwäche empfinden.
Es gibt sehr viele Tipps im Netz für Angehörige von Depressiven. Bitte lies Dich schlau, auch über die Erkrankung an sich. Nimm es mir nicht krumm, aber Du scheinst Dich nicht gut auszukennen...wenn Du ihm sagst, dass er Dich mit seinem Verhalten wegtreibt, wirst Du ihn damit wegtreiben. Für ihn wäre so eine Aussage nur eine Bestätigung, dass er Dir nicht gut tut, eine Belastung ist. Bitte lies im Netz, es gibt wirklich viele Tipps.

25.09.2017 19:58 • #10


Emily


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Ich kenn mich leider mit psychischen Erkrankungen und Traumata gut aus, aber hatte noch nie einen Partner mit so massiven Problemen.
Und in der Theorie weiß ich, wie ich mit ihm umgehen müsste.Raum geben, keinen Druck machen etc.
Aber ich trag auch meinen Rucksack mit mir rum, und da bricht viel Unsicherheit und Angst auf bei mir...

25.09.2017 20:02 • #11


mitsubi


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Okay, ich verstehe. Scheint mir sehr ähnlich zu meiner Geschichte und der meines Ex-Freundes. Es kann helfen, wenn man selbst betroffen ist, da man ja einiges förmlich mitfühlen kann. Da man aber auch die gleiche Instabilität in sich trägt, also mehr Sicherheit braucht um Vertrauen aufbauen zu können, ist das wiederum gar nicht hilfreich.
Bei meinem Ex und mir hat es nicht geklappt. Allerdings haben wir zu wenig darüber gesprochen und ich lange nicht begriffen, was los war. Er hat immer eine Show abgezogen, selten tief blicken lassen.
Ihr solltet also viel reden, ohne das er sich unter Druck gesetzt fühlt. Wenn er sich zurück zieht, lass ihn. Werde Dir klar darüber, ob Du das auf Dauer kannst.

25.09.2017 20:14 • x 1 #12


Emily


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@mitsubi
Du hast den Nagel auf den Kopf getroffen. Ich bin nur in den letzten Jahren selbstsicherer, reifer geworden, hab einiges aufgearbeitet.Habe aber (durch meine Kindheit bedingt) ein großes Sicherheitsbedürfnis, und so ein Verhalten verunsichert mich komplett
Er ist 5 Jahre jünger, und ich denke mir, vl.ist er einfach noch nicht so weit...Und ja, ich kann mich oft hineinfühlen, das lässt einige Situationen nicht eskalieren (war früher kontrollierend und verbal sehr aggressiv).Ich denke aber, wenn man etwas Neues will, muss auch Mut zu Veränderung da sein.Und da bin ich mir bei ihm nicht so sicher, ob das trotz Wunsch nach Partnerschaft gelingen kann.

25.09.2017 20:43 • x 1 #13


mitsubi


74856
Ich denke nicht, dass es eine Frage des Alters ist. Manche sind in der Auseinandersetzung mit sich selbst erfolgreicher als andere. Du sagst ja selbst, dass er es noch schwerer hatte. Daher sind seine inneren Dämonen auch stärker. Er kann nichts dafür und scheint ja aus der Situation zu wollen. Aber es ist nicht einfach, weißt Du selbst. Gib ihm und euch Zeit, achte dabei aber auch auf Dich selbst.

25.09.2017 20:51 • x 2 #14


Emily


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Kleines Update:
Letztes Wochenende kam dann der totale Zusammenbruch.
Er hält den Druck nicht mehr aus, fühlt nichts mehr, hat mir gegenüber ein schlechtes Gewissen, weil er mir nicht das geben kann, was ich verdient habe etc.
Habe zufällig seine Mutter getroffen, die hat mir auch einiges erzählt, u.a.dass ich die erste Frau bin, die er so nahe an sich herangelassen hat, und dass er therapiemäßig schon alles versucht hat, nichts nutzt.Er meldet sich auch bei seiner Familie kaum...
Habe versucht, sein Verhalten nicht auf mich zu beziehen, und bin dann früher heim gefahren.Habe ihm aber gesagt, dass ich ihn nicht verlasse, dass einfach alles sehr schnell gegangen ist, und er sich Zeit nehmen soll.
Jetzt war 4 Tage Funkstille, gestern Abend kam eine SMS wie es mir geht, und dass er an mich denkt.
Möchte ihn nicht weiter bedrängen und wirklich Zeit geben, aber eigentlich wollten wir nächstes We seinen Geburtstag gemeinsam verbringen. Wie soll ich mich verhalten, was meint ihr?

06.10.2017 18:15 • #15



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