Nine-
Gast
Ich hab mir jetzt fast alle Beiträge hier durchgelesen und bei manchen kamen mir echt die Tränen. Vor allem bei denen von Jenny und beim letzten von BendIt.
Bei mir ist die Geschichte eine völlig andere, aber der Schmerz ist extrem stark und ich stell mir auch viele Fragen, die du auch schon geschrieben hast, Ines.
Jenny, warum gehören Verluste und Schmerzen zum Leben dazu? Man ist doch ohne viel besser dran. Und wer möchte die schon gerne haben? Ich rede jetzt von diesen, die richtig tief gehen. Der Schmerz, den ich gespürt hab, als ich das hier alles gelesen hab. Ich hab mir das ganz sicher nicht ausgesucht. Man wünscht sich doch schliesslich nicht, verletzt und enttäuscht zu werden. Wo wir schon bei Robert Betz sind, können wir auch noch das Gesetz der Resonanz dazunehmen. Wenn ich mir aber wünsche, den Richtigen zu finden und dann finde ich ihn, kann aber nicht mit ihm zusammen sein - wo ist da das Gesetz der Resonanz? Ich wünsch mir doch nicht, ihn zu finden, wenn ich dann sowieso nicht mit ihm zusammen sein kann oder darf. Wenn das Schicksal etwas nicht will, dann kann man versuchen, was man will, man kann es nicht ändern!
Ich hab mir zwar eine gute Schutzmauer aufgebaut, aber irgendwas ist wohl falsch gelaufen, sonst hätte ich mich nicht noch mal verliebt. Ich hab mir zwar schon Maßnahmen überlegt, falls mir das noch mal passieren sollte, aber erstmal muss ich sowieso den jetzigen Schmerz loswerden. Und ganz ehrlich, ich weiss nicht, wie ich das machen soll. Hier wurden ja schon einige Tipps gegeben und was das innere Kind angeht, ich glaub, da hab ich auch so meine Probleme. Wie kann das dazu beitragen, dass der Schmerz verschwindet? Das Leben fragt nicht danach, was DU willst. Du kriegst was serviert und wenn es dir nicht passt, musst du sehen, wie du damit klarkommst. So siehts doch aus.
Ich hab sehr viel im Internet gelesen, auch bzgl. Loslassen usw., aber so richtig funktioniert das nicht. Vielleicht auch, weil ich denke, dass es für mich sowieso keine Lösung gibt. Ich hab so viele Leute schon gefragt, ob sie mir einen Weg sagen können, wie ich akzeptieren kann, dass die Dinge nun mal so sind wie sie sind und ich sie nicht mehr ändern kann. Aber keine hatte eine gute Antwort. Eine Freundin sagt immer, mit der Zeit wird das schon und ich soll darauf vertrauen, dass irgendwann schon wieder alles wird. Das kann ich aber nicht. Schon aufgrund meiner Erfahrung nicht. Ich bin der Meinung, man kann nur manche Dinge beeinflussen, aber nicht alle. Und das hier ist eben mein Schicksal. Im Gegensatz zu Ines bin ich nicht so stark. Ich finds übrigens auch sehr beeindruckend, dass du dort aufgetreten bist, Ines. Ich hätte den Auftritt abgesagt. Ich hätte das nicht hingekriegt. Ich weiss zwar, dass ich in manchen Situationen auch sehr stark sein kann, aber in der Situation hätte ich das ganz sicher nicht geschafft. Ich hätte wahrscheinlich direkt losgeheult und der Auftritt wär dahin gewesen. Eigentlich bin ich ja auch Künstlerin, aber so langsam sollte ich wohl umsteigen auf: "Ich war auch mal Künstlerin". Vor kurzem hab ich von einem sehr hoch angesehenen Sänger eine Zusage für ein Shooting bekommen, aber jetzt frage ich mich: Wozu soll ich das überhaupt machen? Dann hab ich ein paar tolle Fotos, ja und? Tausende würden mich darum beneiden, aber irgendwann muss man eben einsehen, wenn etwas nicht sein soll. Ich versuche schon so lange, wieder zurück auf die Bühne zu kommen, hab auch jede Menge Ideen usw., aber so langsam glaube ich nicht mehr daran, dass es noch was wird. Aber wenn ich keine Künstlerin mehr sein kann, was bleibt dann noch von mir übrig? Und wenn ich erfolgreich wäre, aber diesen Erfolg mit niemandem teilen könnte, was hätte ich davon? Vielleicht sind meine Ideen auch gar nicht so toll. Oder ich bin nicht dazu geschaffen, um auf der Bühne zu stehen. Irgendeinen Grund muss es ja geben, dass es nicht sein soll. Aber dann hätte ich vielleicht auch besser mit anderen Talenten auf die Welt kommen sollen.
Ok, für manche mag das vielleicht nach 2 Themen klingen, aber ich finde, das hängt zusammen. Wenn man einsam ist, macht doch alles keinen Sinn. Und loslassen muss ich ja quasi beides. Den Typen und den Berufswunsch. Dazu kommt noch, dass ich ganz genau weiss, dass ich keinen "Marktwert" mehr habe. Wenn ich mit meiner Freundin weggehe, werden wir immer nur angesprochen, weil die Typen an ihr interessiert sind, nie an mir. Ich sitz dann oft daneben und frag mich, wozu ich überhaupt da bin. Früher mit 16 war das mal anders. Da hatte ich haufenweise Verehrer und heute...keinen einzigen. Wie soll man da bitte positiv bleiben? Es ist doch nun mal Fakt! Ok, Ines hat sowieso bessere Chancen, weil sie durch ihren Job eh viel mehr Leute kennenlernt. Aber bei mir gibt es einfach gar nichts. Manchmal denk ich, es gibt nur einen Ausweg...Ich fühl mich immer, als wäre ich in diesem Leben hier gefangen und egal, was ich versuche, es ändert sich einfach nichts. Da liegt doch die Vermutung nahe, dass es so ist, weil ich einfach nichts Besseres verdient habe.
Tut mir leid, falls ich eure Unterhaltung jetzt gestört habe. Ich wollte eigentlich nur ein paar Zeilen dazu loswerden. Ihr könnt mich ja einfach ignorieren, wenns zu viel Blabla war. Und Ines, ich bewunder dich echt für deine Stärke!
Gruss,
Nine
