Zitat von Gorch_Fock:Also der Mann wird zu einem Projekt gedrängt, was er nicht möchte.
Dann kann der Mann aber auch was sagen. Und nicht erst dem Kauf (inkl. Renovierungsplanung) zustimmen und hernach 'mit den Füßen abstimmen', indem er es aussitzt.
@Tomate: So einen Mann, der sich nicht mit der Hinzuverdiener- oder Hausmannrolle wohlfühlt, sie aber auch partout nicht verlassen mag, sondern mauert und sich wegduckt, hatte ich auch mal.
Das scheint ein typisches Phänomen des 50er-Jahre-Modells mit vertauschten Rollen zu sein.
Und ich hab bislang noch nicht herausgefunden, wo da die Lösung liegt.
Erst als mein Mann wieder ins Arbeiten und Kümmern kam, wurde er wieder glücklich. Das aber erst nach Trennung und Scheidung. Dass er in unserer Ehe so viel oder so wenig arbeiten konnte, wie er wollte, hat ihn nicht glücklich gemacht. Und die Kraft, das eigene Leben und das gemeinsame Familienleben aktiv zu gestalten, hatte er, ohne die Notwendigkeit, die erst entstand, als ich ihn rausgeworfen hatte, nicht.
Bei mir ist er verstummt, hat Projekte verhindert oder ausgesessen, jede Gelegenheit genutzt, sich körperlich oder mental zu verkrümeln, Haushalt und Kinder auf Sparflamme am Laufen gehalten (bzw. mir überlassen), Rechnungen nicht bezahlt, Versicherungen verdaddelt, Urlaubsplanung nicht gemacht (er wollte ja auch gar nicht mehr mit der Familie in Urlaub, war also erleichtert, dass wir dann allein fuhren, weil er nichts gebucht hatte), sich Luxusgegenstände gekauft (wohl um sich zu trösten), sein Äußeres vernachlässigt, die Sozialkontakte nicht gepflegt etc.
Und daran sollte ich dann irgendwie Schuld gewesen sein. Och nö.
Nachdem wochenlang die Wohnung nicht gereinigt wurde, empfand er sowohl meinen eigenen Hausputz als auch die danach engagierte Putzfrau als vorwurfsvolle Kritik an ihm. Dabei war es schlicht Notwehr. Er war dann noch beleidigter als eh schon. Ich sei 'immer zu schnell'. Aber ein x Wochen lang nicht geputztes Bad ist einfach kein Zustand, mit dem ich leben möchte.
Als ich den Mann kennen lernte und geheiratet habe (damals arbeitete er noch Vollzeit), hat er das auch genauso gesehen wie ich. Warum seine Standards sanken als sein Arbeitspensum sank, wird vermutlich nicht mal er wissen.
Und ich habe über zwei Jahre gebraucht, bis ich seine Inaktivität nicht mehr als unbehandelte Depression vor allen (und mir) entschuldigt habe, sondern als das erkannt, was es ist: stiller Protest.
Er wollte sich partout nicht trennen (da er sich durch Arbeitsaufgabe finanziell von mir abhängig gemacht hatte), aber auch mir nicht entgegen kommen.
Also musste ich die Trennung aussprechen, um diese unmöglichen, einseitigen Zustände zu unterbrechen, auch wenn ich ihn noch geliebt habe und ihm zuvor jede andere Möglichkeit angeboten hatte.
Aber wenn er nicht will, dann kannst Du nur noch Dich selbst, die Kinder und eure Finanzen retten. Du blutest sonst aus (vor allem emotional).
Und dass er nicht will, hat er Dir ja nun über ein Jahr lang jeden Tag schweigend ins Gesicht gebrüllt.
Weh tut es trotzdem.
Aber er hat das gemachte Bett, das Du ihm geboten hast, nicht ertragen und muss jetzt selbst wieder zusehen, wie er für sich sorgt.
Geh zum Anwalt, lass Dir den Trennungsunterhalt ausrechnen, reich so schnell wie möglich die Scheidung ein!
Meiner hat sich nach(!) der Trennung dann endlich eine Psychologin gesucht. Die hat ihm derart Atteste ausgestellt, dass es für mich sehr teuer wurde. Nach der Scheidung war er dann recht schnell wieder geheilt...
Ich hätte mich früher trennen und dem Mann nicht so sehr hinterher trauern sollen.
Nun sind wir beide wieder glücklich.
Das wünsche ich Dir auch.