Zitat von EinfachIch23:Ich wollte auch nicht in Selbstmitleid zerfließen, sondern hab mich hier einfach getraut, zu schreiben, wie es mir geht (vor Freunden etc halte ich mich mittlerweile lieber gänzlich zurück mit diesem Thema). Ich hoffe, dass ich damit nicht allzu unsympathisch rüberkam...
Zitat von EinfachIch23:Irgendwie fehlt mir wohl zur Zeit einfach das Selbstbewusstsein. Ich hab immer (auch i "richtigen Leben") das Gefühl, dass man mich nicht mag oder dass ich nicht dazu gehör oder dass ich nicht willkommen bin.
EinfachIch, deine Worte haben mich soooo berührt…die Unsicherheit und Verletzlichkeit, auf die du uns durch sie einen Blick werfen lässt. Ich möchte dich gerade einfach mal ganz fest drücken. Darf ich?
Das Gefühl, unsympathisch zu wirken, nicht gemocht zu werden……ich kenne es so gut! Die Angst, andere zu langweilen, wenn ich mit ihnen spreche. Sie zu enttäuschen, wenn sie mich näher kennenlernen. Selbst bei Freundinnen bin ich immer wieder erstaunt, wenn sie etwas mit mir unternehmen wollen. Mit
mir?
Und wenn man so unsicher ist in sich drin, dann findet man im Aussen auch immer wieder die Bestätigung dafür. Dafür, dass mit einem selbst etwas nicht stimmt, dass man nicht genug ist.
Dabei liegt das Problem nicht im Aussen. Wir suchen nur eben dort nach Bestätigungen dafür, was wir im Innern von uns glauben. Und natürlich finden wir sie. Denn wenn man sich selbst nicht mag, kann man auch nicht glauben, dass andere das können. Und Anzeichen dafür, dass sie es vielleicht doch tun, übersieht man geflissentlich…etwas, das unmöglich ist, kann man ja schliesslich nicht sehen.
Das Thema heisst: Selbstliebe. Arbeite daran! Such die Sicherheit in dir selbst, nicht im Aussen!
Interessiere dich für dich selbst und lerne dich besser kennen! Jeder Mensch hat viele liebenswerte Seiten und Fähigkeiten, Eigenschaften und Verhaltensweisen, die ihn oder sie wertvoll und einzigartig machen. Versuche, auf dich selbst so zuzugehen, wie du auf einen anderen Menschen zugehen würdest: offen und neugierig! Wer bist du? Was macht dich aus? Was sind deine Stärken? Was ist dir wichtig? Wovon träumst du?
Würdest du mit deiner besten Freundin so reden, wie du es innerlich mit dir selbst tust? Würdest du ihr ständig sagen, wie unzulänglich sie ist? Ihr immer wieder vor Augen halten, was sie nicht gut kann? Was sie alles falsch macht? Nein, das würdest du wohl nicht! Du wärst liebevoll mit ihr. Würdest ihr ihre positiven Eigenschaften aufzeigen. Ihr versichern, dass du sie auch dann magst, wenn sie Fehler macht und Schwächen zeigt. In schwierigen Zeiten würdest du Dinge zu ihr sagen wie: "Ich bin für dich da." – "Ich mag dich, ganz egal wie es dir geht." – "Ich verlasse dich nicht." – "Du bist nicht allein, ich bin da."
Sei dir selbst eine gute Freundin. Du brauchst dich nämlich – in dieser gerade sehr schwierigen Zeit noch viel mehr als sonst.
Stoppe dich, wenn du dich selbst abwertest. Ersetze Gedanken wie „immer mache ich alles falsch“ durch Sätze wie: "Das ist heute einfach nicht mein Tag. Macht nichts…morgen mache ich es besser."
Verzeih dir Fehler. Kein Mensch ist perfekt!
Was kannst du gut? Sag es uns. Oder schreib es dir auf. Nunar hat ja mal die wunderbare Tradition mit den Top 2 am Ende des Tages eingeführt. Wandle sie ab. Schreibe dir jeden Abend zwei Dinge auf, die du an diesem Tag gut gemacht hast. Das können auch kleine Dinge sein. Hattest du eine gute Idee? Konntest du jemandem bei etwas helfen? Hast du jemandem zugelächelt und es kam ein Lächeln zurück? Warst du gar wegen etwas stolz auf dich?
Oder führe ein Glückstagebuch. Oft geschehen im Alltag kleine Dinge, an denen man erkennen kann, wie gut das Leben für einen sorgt. Und wenn man mal hinschaut, dann sieht man immer mehr davon!
Richte deine Aufmerksamkeit auf die positiven Dinge. Die Energie folgt der Aufmerksamkeit!
Gut für dich zu sorgen bedeutet auch, nicht zuzulassen, dass andere dich respektlos behandeln. Du bist es wert, gut behandelt zu werden, und das darfst du auch für dich einfordern. Steht für dich selbst ein!
Vielleicht wagst du dich auch an die Königsdisziplin: Stell dich vor einen Spiegel, sieh dir in die Augen und sag zu dir: "EinfachIch, du bist ein wundervoller und liebenswerter Mensch. Ich mag dich (so, wie du bist)!" (Es muss ja noch nicht gleich "ich liebe dich" sein…step by step!)
EinfachIch – du bist EinfachDu…und das ist gut so und vollkommen genug!
Und nur so nebenbei: Du kommst rüber wie ein zu tiefer Liebe fähiger, liebenswerter, gefühlvoller, differenzierter Mensch – und das ist etwas Wunderbares!
Zitat:Ich wollte auch nicht in Selbstmitleid zerfließen, sondern hab mich hier einfach getraut, zu schreiben, wie es mir geht (vor Freunden etc halte ich mich mittlerweile lieber gänzlich zurück mit diesem Thema).
Du zerfliesst nicht in Selbstmitleid – du trauerst, und das ist eine vollkommen natürliche, gesunde und auch notwendige – da heilsame – Reaktion auf einen Verlust!
Zitat von EinfachIch23:Mir gehts heute nicht so gut. Ich vermisse ihn wirklich sehr - es ist fast unerträglich - ich muss ständig an ihn denken. Seit Donnerstag hab ich den Kontakt einfach abgebrochen, da er sich mal wieder für eine Freundschaft entschieden hat (nachdem wir uns jetzt 2 Monate lang echt nah gekommen sind). Das macht mich echt fertig - dieses "beste Freunde sein" und vielleicht auch mal ein bisschen mehr. Vor allem hab ich dann immer das Gefühl, dass er sich jetzt wieder für die Freundschaft entschieden hat, weil er wieder Kontakt zu der anderen hat. In dem Fall will ich ihn eh nicht mehr. Aber so ganz ohne ihn leben? Halt ich irgendwie auch nicht aus. Mit und ohne ist doof...
Er schreibt mir seit Freitag eigentlich fast täglich eine SMS (entweder Witz-SMS oder sehr liebe...).
Heute saß ich gerade barfuß im Auto (ich weiß - man sollte nicht barfuß Auto fahren

), als eine SMS kam. Als ich dann geparkt habe und die Nachricht gelesen habe, kamen mir die Tränen.... "Du fehlst mir. Bestimmt bist du heute schon barfuss unterwegs oder hast du noch das R im Auge?"
Da hat er mich also erwischt - und naja, wenn ihr wüsstet, wie viel mir das Barfussgehen bedeutet, dann würdet ihr verstehen, dass mir die Tränen kommen. Ich bin sozusagen eine Barfussliebhaberin oder gar Fanatikerin...Eieiei
Ich weiß echt nicht, wie es weiter gehen soll.... Soll ich den Kontakt tatsächlich ganz abbrechen? Das würde mir das Herz brechen. Wenn ich das schon schreibe, muss ich weinen... Denkt ihr, dass wenn ich mir jetzt einfach Zeit für mich nehme, ich dann irgendwann eine Freundschaft zu ihm aufbauen kann? Was kann ich tun, wenn er mir so sehr fehlt?
Ich habe mal ein paar ältere Einträge von dir nachgelesen. Es ist völlig normal, dass man in Kontakt bleiben möchte, weil man Angst hat, dass der Andere einen vergisst. Ich glaube, das geht oder ging fast allen hier so. Aber ganz ehrlich: Was wäre das für eine Liebe, wenn sie nur dann am Leben gehalten werden könnte, wenn man präsent ist? Liebe kann man nicht herbeiflehen (glaub' mir, ich habe es in meiner Verzweiflung mehrmals versucht) oder sonst irgendwie heraufbeschwören. Freundschaft, Freundschaft plus, du, sie......du wartest darauf, dass er sich entscheidet, und bist dabei selbst wie in einem Vakuum. Wann will er sich denn entscheiden? Und wie will er diese Entscheidung herbeiführen?
Sich darüber klar zu werden, was er will, ist ein Prozess, der in
ihm stattfinden muss....ja zwangsläufig nur in ihm stattfinden kann. Und dabei kann er nicht mit dem Kopf zu einer Lösung kommen. Das Herz wird ihm irgendwann sagen, was zu tun ist. Und glaub' mir – wenn ihr zwei (wieder) zusammen gehört solltet, dann werdet ihr auch dann wieder zusammenfinden, wenn du dich nicht ständig in Erinnerung rufst. Nichts ist stärker als die Liebe.
Wie gesagt: Es ist
sein Prozess, da kannst du nichts tun. Aber du kannst für
deinen Prozess etwas tun. Sei ehrlich zu dir: Tun dir die Kontakte wirklich gut? So, wie sie jetzt sind? Du möchtest ihn weiterhin in deinem Leben haben. Welchen Preis bist du bereit, dafür zu zahlen? Möchtest du den Kontakt so, wie er jetzt ist, weiter aufrecht erhalten? Wenn schon keine Partnerschaft, dann doch wenigstens noch lieber eine Freundschaft haben als gar keinen Kontakt?
Ist das eine Freundschaft.....tut Freundschaft so weh? Ist es diesen Schmerz wert? Bist du bereit für "nur" eine Freundschaft? Oder hoffst du weiterhin darauf, dass er sich für dich entscheidet? Was, wenn er sich in jemand Anderen verliebt? Kannst du dir vorstellen, ihn in deinem Leben zu haben mit einer anderen Partnerin an seiner Seite? Vielleicht kann eine Freundschaft daraus werden. Aber ist jetzt der richtige Zeitpunkt dafür? Das sind Fragen, die du dir nur selbst beantworten kannst.
Ich habe auch lange Zeit immer wieder auf irgend eine Art Kontakt zu meinem Ex gesucht. Als ich meine Sachen aus der gemeinsamen Wohnung holte und sie in einem Möbellager einstellte, war das zum Beispiel ein unheimlich schwieriger Schritt für mich. Es machte mir so grosse Angst, immer mehr von dem zu kappen, was noch eine Verbindung schaffte zwischen uns!
Ich habe ihm ein paar Briefe geschrieben, in denen ich ihm mitgeteilt habe, wie es in mir aussieht. Was die Trennung mit mir gemacht hat. Ich bin mit mir selbst hart ins Gericht gegangen in Bezug auf Versäumnisse in unserer Beziehung. Ich habe ihm aufgezeigt, wie wir es in Zukunft besser machen könnten. Ihn verzweifelt davon zu überzeugen versucht, was für eine Chance wir jetzt hätten. Abgesehen von den Briefen haben sich auch nochmals einige wenige Gespräche zwischen uns ergeben, in denen sich zwei Menschen auf völlig unterschiedlicher Augenhöhe begegnet sind. Ich verzweifelt, fragend, flehend. Er selbstbewusst, cool, freundlich, aber unbeirrt mauernd. Ich mit dem verzweifelten, unbändigen Drang zu verstehen. Er mit dem Ziel, sich mir gegenüber höflich korrekt zu verhalten, ohne mir jedoch Hoffnungen zu machen.
Ich habe mir so manche Zurückweisung von ihm abgeholt, und es hat jedes Mal sehr, sehr weh getan. Bereue ich deshalb die Briefe und Gespräche? Nein! Ich habe mich total geöffnet, mein Innerstes nach aussen gekehrt und mich damit auch sehr verletzlich gemacht. Aber ich musste es tun, für mich. So lange, bis ich merkte, dass es wirklich Zeit wird, mich zu schützen, statt weiter bei ihm nach Antworten zu suchen, die er mir nicht geben kann oder nicht geben will, oder mich verzweifelt an alles zu klammern, was mich irgendwie noch hoffen lässt.
Im Moment sind bei mir Schutzmodus und Schmerzvermeidung angesagt. Ich kann es mir auch gerade unmöglich vorstellen, meinen Ex "nur" als Kollegen in meinem Leben zu haben. Das täte mir viel zu weh.
Was für dich richtig ist, das kannst nur du erspüren. Was tut dir gut, was nicht? Sei dabei ehrlich mit dir selbst und sorge so für dich, wie gute Eltern für ihr Kind sorgen würden!
Und das ist auch das, was du tun kannst, wenn er dir so sehr fehlt: Gut für dich sorgen! Lauf barfuss über eine Frühlingswiese, frühstücke etwas Leckeres....
Zitat von EinfachIch23:Ich denke, ich brauch jetzt einfach sehr viel Ruhe. Ich gönn mir jetzt jeden Tag ein paar Stunden nur für mich alleine. Die letzten Tage bin ich abends im Liegestuhl gelegen und habe die Sonne genoßen und gelesen oder einfach nur vor mich hingeträumt. Das war irgendwie sehr schön! Müsst ihr alle auch ausprobieren, kann ich wirklich nur empfehlen
Siehst du....du hast doch trotz allem ein sehr gutes Gespür dafür, wie du dir eine gute Freundin sein kannst!
Ich drück dich nochmals fest!
