Hochzeitstag :roll: :cry: , vor 8 Jahren..... durch den Tod meines Vaters kurz vorher war der Tag eingetrübt.... es hatte ja eine Traumhochzeit werden sollen, mit Kutsche, Tanz..... und fand dann auf Wunsch meiner Mutter trotzdem statt, aber in stark abgespeckter Form.... manchmal denke ich jetzt, das "Universum" hat mir damals schon einen Vorgeschmack gegeben daß diese Ehe nicht ungetrübt sein würde..... und trotzdem war es ein traumhafter Tag, und ich wollte an die ganz große Liebe glauben... Jetzt sehe ich mit nüchternem Blick daß alle Probleme die letztlich zum Scheitern führten schon damals als kleine Anzeichen sichtbar waren..... meine beste Freundin hat mir kürzlich erzählt daß sie unangenehm berührt war daß mein Mann am Hochzeitstag lachend zu ihr gesagt hat daß er sich schon immer schnell verliebt hat.... (wir hatten uns sehr schnell verlobt - viel zu schnell wie ich heute weiß) - zu meinem Pech dann aber eben auch neben der Ehe - wie ich jetzt weiß) in andere Frauen :evil: - und ich war einerseits zu "stark" - und hab andererseits viel zu schnell erschrocken klein bei gegeben wenn er massiv, laut und völlig überzogen rumnörgelte, oder hab mit Ausreden (er hat gerade beruflich Streß o.Ä :roll: ) Entschuldigungen gestammelt.... wenn ich z.B. an die peinlichen Szenen beim Herrenausstatter denke - "wieso brauche ich überhaupt einen feinen Anzug, was soll der Quatsch :roll: - dabei hatten wir schon vorher geklärt daß es beruflich und privat diverse Termine gibt bei denen Anzug üblich ist, so daß wir etwas aussuchen wollten was ihm gefällt und dann auch bei diesen Terminen geeignet ist :shock: :lol: - interessanterweise waren die Anzüge und Hemden dann mit das erste was er aus dem Kleiderschrank eingepackt hat :evil: :wand: .....
Ganz sicher waren es damals von mir massive Verlustängste, oder sogar eine Art "Torschlußpanik" ?... :roll: beide Augen habe ich fest zugekniffen um ja nicht zu genau hinzusehen und etwas zu entdecken was dazu geführt hätte daß der Verstand gesiegt hätte und ich erkannt hätte daß meine Liebe allein nicht ausreicht, nicht ausreichen kann für eine dauerhafte Partnerschaft... ; wenn er schon in der Verlobungszeit aufhört mitzuarbeiten ..... von "auf Händen tragen" und verwöhnen gar nicht zu reden..... Ich WOLLTE UNBEDINGT das es gelingt, dachte daß Liebe Berge versetzen kann, daß alles ja nicht so schlimm ist und der Alltag doch soweit ganz gut klappt.... Ja Liebe kann Berge versetzen, aber nur wenn BEIDE sich gleich stark lieben und einbringen..... wenn ich gewußt hätte wie damals hintenrum von seiner Verwandschaft über ihn/uns geredet wurde : " S hat Glück, der hat ausgesorgt, er macht eine gute Partie; seine naive kleine Frau tut alles für ihn. Sie ist zwar für unseren Geschmack ziemlich langweilig, aber er weiß sich ja zu helfen :wand: .... - hat eine Cousine letztes Jahr meiner Mutter erzählt als sie sich in der Stadt getroffen haben. Meine Ma sollte mir ausrichten ich bräuchte nicht traurig zu sein, sie hätte sich sowieso gewundert daß ich so lange durchgehalten, das Spiel so lange mitgemacht hätte :shock: - aber ich habe es in den Jahren nicht so gesehen.... - oder sehen wollen ? :roll:
Ich wollte nicht daß es scheitert: so schnell gibt man doch nicht auf, stell dich nicht so an, nichts ist einfach, es liegt doch nur an Dir, Du mußt ihn besser verstehen lernen, mußt dich an das Zusammenleben erst gewöhnen, Du mußt dich noch besser seinen Bedürfnissen anpassen, er hat doch recht daß der Betrieb (zu) viel Kraft kostet, das wird schon, er wußte doch daß du kein Hausmütterchen bist, Du siehst Gespenster, sei nicht eifersüchtig.......
Nein, es wurde leider nicht, denn ich verzettelte mich in zu viel Verantwortung, zu viel Last .... und mit nachlassenden Kräften bei mir stieg seine Unzufriedenheit, denn er wollte nichts von der Verantwortung abnehmen, hätte es aber gemußt. Denn das hat er schon gesehen, daß es mir von Jahr zu Jahr etwas schlechter ging..... und sein Instinkt riet im zur Flucht....
Aber vor 8 Jahren war ich voller euphorischer Kraft: 95 % der Hochzeit habe ich organisiert, ebenso die Wohnungseinrichtung. Nach dem Ringkauf fand er die weiteren Vorbereitungen meist eher lästig, da war viel Diplomatie gefragt damit er seine kostbare Freizeit "opferte" wenn Entscheidungen anstanden die ich weder alleine treffen konnte, noch wollte. Aber damals fühlte ich mich sogar geschmeichelt daß er mir so viel überließ, glaubte das sei ein Vertrauensbeweis von ihm .... dachte daß er richtig stolz auf mich ist wenn ich die Zügel übernehme und so richtig zeige wieviel Power ich habe (und wenn ich alles bezahle......). Dabei weiß ich jetzt daß er damals schon angefangen hat sich bei "Mama" bitter zu beschweren er hätte nicht genug zu sagen und ich würde mich nicht genug um ihn kümmern. DOCH ! Er hätte jede Möglichkeit gehabt sich einzubringen, wenn er nur gewollt hätte :evil:. Warum ist er denn nie auf die Idee gekommen mich "auf Händen zu tragen" ? :weinen: schlimm als ich letztes Jahr durch Zufall eine der zauberhaften süßholzraspelnden mails an seine Geliebte in die Hand bekam; und einen Schnipsel eines Telefonates mitbekam :weinen:. So hat er NIEE mit mir gesprochen, selbst in der ersten Verliebtheit nicht.... :traurig: viel körperliche Nähe - ja, aber eher fordernd... sehr selten Komplimente, nie ein weicher Tonfall :weinen: - warum nur? was habe ich damals falsch gemacht? was war der Grund ? warum hat es sich trotzdem nicht "falsch" für mich angefühlt ?....... :? wie konnte es sein daß ich immer betont habe daß ich glücklich bin ? :?
Seltsam daß nun gerade in diesen Tagen angefangen wurde die Wohnung zu renovieren. Das Schlafzimmer ist fertig: eine kleine Fläche dunkles rosenrot, eingerahmt mit frühlingsgrün, der Rest weiß.... gewagt, modern und seeehr schick :herz: :lol:
und in gewissem Sinn ein Zeichen für mein "neues ich", ein neues Selbstbewußtsein; weniger Anpassung, mehr Individualität, mehr Authentizität, weniger "man", mehr "ich".....
Und dann vielleicht irgendwann auch wieder ein wunderbares gleichberechtigtes, respektvolles "wir"..... der Traum ist wieder da, das Herz Gott sei Dank wieder frei dafür.....
Eine Tür hat sich geschlossen. unwiderbringlich. Und ich kann nur versuchen es beim nächsten Partner besser zu machen; kann nur hoffen daß die Instinkte mir sagen was "richtig" ist.....
Aber es gibt schon Türen hinter die ich einen zaghaften Blick gewagt habe. Mit schönen Verheißungen. Manches fällt mir schwer, da spielen die Verletzungen eine überraschend tiefe Rolle. Beim Tanztraining das ich neu begonnen habe ermahnte mich der Trainer nicht einen so großen Abstand zum Tanzpartner zu halten, ohne Körperkontakt könne man mich nicht richtig führen.... :lol: Fällt mir tatsächlich sehr schwer, ich biege mich immer etwas weg :oops: . aber insofern eine super "Therapie", denn die Tanzpartner "wollen" ja nichts von mir, es geht nur um die Schrittfolgen :lol:
Der Tag heute ist aber noch einmal den Erinnerungen gewidmet. Den schönen, und den traurigen. Dann drehe ich den Schlüssel vor dieser Kammer um. Und werde hoffentlich immer mutiger aus dem dunklen Flur in das Licht hinter den Türen treten und mich auf Entdeckungsreise begeben.
Ich will wieder in alle Facetten des Lebens zurück !
Selbst mit der Gefahr von neuen Verletzungen!
Das Leben ist zu schön um es im scheinbar schützenden Halbdunkel des Flures zu verbringen.
Passend scheint heute auch hier die Sonne, die Natur leuchtet neu und strahlend schön.
Auf denn, mit Mut voran :daumen: