Zitat von Ivy:Ich habe meinem Ex vier Briefe geschrieben. Insgesamt waren es über fünfzig Seiten. Ich habe ihm mitgeteilt, wie es in mir aussieht. Was die Trennung mit mir gemacht hat. Bin mit mir selbst ins Gericht gegangen in Bezug auf Versäumnisse in der Beziehung. Habe ihm erklärt, was mich von seiner Seite enttäuscht und verletzt hat und warum. Ich habe ihm aufgezeigt, wie wir es in Zukunft besser machen könnten. Ihn verzweifelt davon zu überzeugen versucht, was für eine Chance wir jetzt hätten. Mich bemüht, seine Bedenken mit Gegenargumenten zu pulverisieren. Und, und, und.
Seine Reaktion? Jeweils mehr oder weniger wie bei Neja: „Danke für den Brief.“
Ivy, vielen Dank für deine Ausführung über das Briefeschreiben gestern abend

Ich sehe das ganz genauso wie du... durch das intensive Reflektieren und Schreiben ist mir so vieles bewusst geworden, was ich/wir in der Beziehung falsch gemacht haben und was man besser machen könnte. Irgendwie war das ein ganz wichtiger Prozess und ich habe so viel gelernt, woran ich meinen Ex unbedingt teilhaben lassen möchte. Ich weiß jetzt, dass unsere Beziehung nicht gescheitert ist, weil wir uns als Menschen nicht geliebt haben oder nicht zusammen gepasst haben, sondern weil wir einfach nicht konstruktiv miteinander kommunizieren konnten. Je wütender er bei Streits auf mich wurde, desto mehr habe ich "dicht gemacht", weil ich mit diesen Emotionen einfach nicht umgehen konnte. Am Ende waren wir beide so frustriert, dass wir uns langsam voneinander entfernt haben.
Dabei habe ich mich, genauso wie du es geschrieben hast
desusa ihm immer mehr untergeordnet, mich so klein und schwach gefühlt, und mich beinahe selbst "verloren" (also mein authentisches Selbst). Wenn ich jetzt zurückblicke, erkenne ich mich selbst kaum wieder, denn eigentlich bin ich eine sehr starke und optimistische Persönlichkeit (so hat er mich ja auch kennen- und lieben gelernt). Ich weiß jetzt, dass diese Art von Verhalten (Wut, Hilflosigkeit, beleidigt sein...) im Unterbewusstsein gespeichert ist, weil wir es eben als Kinder so gelernt haben. Wut ist sowieso eine der am schwierigsten zu kontrollierenden Emotionen. (Buchempfehlung: Emotionale Intelligenz)
Ich werfe unser Verhalten keinem von uns beiden vor, da es einfach nur "menschlich" ist. Ich weiß aber, dass man positive Kommunikation und konstruktive Kritik lernen kann und üben muss.
Jetzt, wo ich wieder "ich selbst" bin, geht es mir so viel besser und ich weiß, dass ich mit meinem Ex wieder auf Augenhöhe bin. In meinem Brief (den ich heute abgeschickt habe) wird er das auf jeden Fall merken... ich habe ihn sehr sachlich und neutral. positiv und stark geschrieben, mich also nicht wieder "untergeordnet" oder gebettelt und gefleht. Das werde ich nie wieder tun.
Ich erwarte mir schon eine Reaktion von ihm. Ob wir wieder zusammenkommen weiß ich nicht, aber wenn nicht, dann weiß ich, dass ICH zumindest alles getan habe was ich konnte, und an dieser Krise gewachsen bin. Wenn nicht, verdient er mich vielleicht einfach nicht

Wenn er nicht dazu bereit ist, ebenfalls an sich selbst zu arbeiten, wird seine nächste Beziehung auch wieder scheitern, denn es gehören ja immer 2 dazu... das ist doch irgendwie beruhigend zu wissen.
Ach ja, gestern abend hat er mir dann auch schon wieder geschrieben, hat aber nur gefragt, ob ich noch wach sei... ich habe das erst heute morgen gelesen und dann auch nicht mehr geantwortet. Ich warte jetzt, bis er den Brief bekommen hat (kann ein bisschen dauern, da er ja in den USA wohnt), dann gibt es 2 Möglichkeiten: 1. ER sucht das Gespräch und sagt mal, was er so denkt und fühlt 2. ICH gebe auf..... und dann soll er die Scheidung einreichen und sich nie wieder bei mir melden.
Sorry für den langen Text, aber mir geht es heute ziemlich gut, ich fühle mich positiv und will euch alle mal ganz lieb knuddeln
twinky süüüüüüüss, der Heffalump
