Interessant, denn für mich sind das ganz wesentliche Punkte, über die ich eine Beziehung überhaupt erst definiere.
Was habe ich hingegen wiederum von einem Mann, der mit mir Zukunftspläne macht, mit dem ich aber nicht so richtig gut reden kann? Was von einem, der mir täglich sagt, dass er mich liebt, der aber kaum gemeinsame Interessen mit mir teilt? Was von einem, der mit dem der Sex toll ist, aber es immer wieder zu heftigen Streitereien kommt?
Wieviele, die wir kennen, leben genau solche Schmalspursprogamme? Ganz offiziell und legitimisiert.
Ich habe mir mit meinem Ex erst letztens gedacht: Ich hatte noch nie mit einem Mann solch eine Schlaf-Harmonie wie mit ihm; da wir hier beide das gleiche Nähebedürfnis haben und uns perfekt ergänzen. Ja, es ist wirklich perfekt! "Das will ich (beim Nächsten) auch wieder haben!", hab ich mir in dem Moment gedacht. Aber zugleich auch: "Nun gut, wenn er (der Nächste) dafür in seinen Gefühlen stabil bleiben und mir dahingehend eine gewisse Sicherheit geben kann, ist es auch ok, wenn er lieber viel Platz hat beim Schlafen".
Das sind ganz kindliche Bedüfnisse (Kuscheln, gestreichelt, im Arm gehalten werden), und diese erfüllt mir mein Ex perfekt und im Übermaß - in diesem Moment. Darin liegt auch die Gefahr für mich, das weiß ich. Nicht nur in dieser Beziehung.
Ich fange erst an, meine Bedürfnis-Prioritäten neu zu ordnen, bin am sortieren, anschauen, hinterfragen, reinhorchen, bewerten und neu ordnen. Wenn ich für zu viel Verwirrung stifte und einen Gang runterschalten soll, bitte sagen! Ich hab heute frei und mir spukt einiges im Kopf herum, Schreiblust hab ich auch, und ich möchte nicht Überhand nehmen
