Zitat von karin_66:Guten Morgen!
Die Nacht ist schlaflos und tränenreich endlich vorüber!
Letzter Tag vor den sch...... Feiertagen im Büro und nur am weinen!
Ich kann einfach nicht mehr stark sein und manchmal hab ich das Gefühl ich will auch gar nicht mehr!
Immer allen alles recht machen! Alle zufriedenstellen und den Ansprüchen gerecht werden! Nach meinen Ansprüchen, Wünschen und Sehnsüchten fragt keiner!
Ich fühl mich ausgelaugt, ausgesaugt und einfach nur mehr müde! Warum hats heut keinen Knall gemacht? Dann wäre alles vorbei. Kein Leid mehr, keine Schmerzen und keine Leere!
Hoffe euch gehts besser meine Lieben und ihr freut euch ein bissi auf die bevorstehenden Weihnachten!
Guten morgen, liebe Karin,
für mich hört es sich so an, als würdest Du kurz vor einem Wendepunkt stehen. Vielleicht macht es heute noch einen Knall, aber nicht auf der Welt sondern in Dir. Und diese Knall vermag bei Dir eine neue Tür zu öffnen.
Ich hatte letztens eine ähnliche Erfahrung. Und vielleicht ist das auch der tiefere Sinn des Leidens?
Bei mir war es so, dass ich endlich dieses Leiden los sein wollte. Leider klammert man sich da aber so gerne dran fest, weil man viel mehr in der Vergangenheit leben möchte (die man ja kennt, und auch den evtl. noch nicht losgelassenen Ex beinhaltet), und nicht so gern in einer unsicheren Zukunft gehen mag, die man nicht kontrollieren kann und vor der man schlichtweg Angst hat. So habe ich mich wohl genauso wie Du mit einem emotionalen Panzer umgeben, der uns eine vermeintliche Stärke verleihen soll, aber dies eine Unmenge an Kraft erfordert, diesen aufrecht zu erhalten.
Um wirklich von dem Leiden erlöst zu werden, muss dieser Panzer aufgebrochen werden. Das ist sehr unangenehm, denn es wird dann der Blick auf die eigene Seele freigelegt. Ich glaube, wir haben alle Angst davor wirklich tief in uns reinzuschauen, weil wir uns vielleicht vor uns selber fürchten und vor den unangenehmen Schattenseiten in uns, die wir nicht so gerne mögen. Deswegen hält uns unser Verstand lieber davon ab und lässt uns lieber weiter leiden, anstatt dass wir die Grenze überschreiten und uns selbst erkennen.
Ich hatte letztens die Gelegenheit mit therapeutischer Unterstützung an meine persönliche Grenze herangeführt zu werden und mir wurde die Möglichkeit gegeben, diese zu überschreiten. Und ich habe dabei die ganze Wucht des Widerstandes meines Verstandes gespürt; das war quasi die bisher größte Angst meines Lebens die ich erfahren durfte.
Es war schlichtweg die Angst den emotionalen Schutzwall zu verlieren.
Die Hinführung zur Grenze bestand darin, das Leiden und weitere negative Emotionen noch zu steigern, bis es fast nicht auszuhalten ist, d.h. bis zu dieser gewissen Grenze. Und an dieser Grenze fragt man sich: gehe ich rüber in eine ungewisse Zukunft, die nicht planbar, dafür aber spannend ist und einem wieder Autonomie verleiht und das Gefühl gibt, sein Leben wieder selbst in der Hand zu haben? Oder verharrt man in der leidvollen Vergangenheit und kuschelt sich in seinen Kissen voller Schmerz ein?
Ich bin letztens über diese Grenze gegangen!
Es war gar nicht so schwer, wie mein Verstand mir das vorher versucht hatte einzureden!
Im Gegenteil, es war sogar ziemlich einfach!
Und mit einem Schlag sehr befreiend!
Seitdem bin ich zwar kein grundlegend anderer Mensch und laufe auch nicht mit einem Dauergrinsen durch die Gegend oder jubele nur noch rum, aber ich merke doch Veränderungen!
Es ist eine Last abgefallen, ich merke dass ich gelöster von bisherigen Zwängen bin, und dass ich Zuversicht in eine Zukunft habe, die es zu erforschen gilt. Und das beschert einem quasi ein verlorengegangenes Gefühl aus der eigenen Kindheit: ein neugieriges, lebensfreudiges Erkunden der vielen Möglichkeiten, die einem die ungewisse Zukunft bietet.
Und das Erreichen dieser Grenze, liebe Karin, höre ich gerade bei Dir heraus. Du kannst einfach nicht mher, Du willst nicht mehr, Du bist an der Grenze angekommen. Der nächste Schritt wird wohl automatisch passieren; der Druck wird so groß, dass Du Dich einfach auf die andere Seite fallen lassen wirst. Jedenfalls wünsche ich Dir das von Herzen!
Und das kann Dich auch von Deiner selbst auferlegten Bürde erlösen, es allen Recht machen zu wollen und Deine eigenen Ansprüche hinten anzustellen.
Du sagtest:
Zitat:Nach meinen Ansprüchen, Wünschen und Sehnsüchten fragt keiner!
Brauchst Du denn unbedingt
andere, die danach fragen?
Wenn Du besagte Grenze in eine ungewisse Zukunft überschreitest, wirst Du keinen
anderen mehr
brauchen, der Dir die Frage stellt. Denn Du selbst wirst sie Dir stellen und Du selbst bist auch die einzige, die Dir die Antworten und die nötigen Handlungen darauf geben kann!
Und das ist wohl dass, was das Leben so spannend macht und damit einfach
lebenswert!
Ich wünsche Dir, liebe Karin, und auch allen anderen im Forum, dass ihr die kommenden Tage als eine Gelegenheit wahrnehmen könnt, Euch wieder selbst zu finden und Euch von der Abhängigkeit zu Eurem Ex lösen könnt.
Welche Zeit eignet sich dazu besser? Nicht umsonst wird gesagt, dass es die Zeit zur Besinnung sei. Und, egal, ob man an den Weltuntergang glaubt, es steckt auch hierin die Botschaft, dass es nach einem Untergang auch einen Neuanfang gibt. Lasst uns diese Zeit und die damit verbundene Chance nutzen!
Es wird sich lohnen!
Es wird schmerzlich sein, aber hierin steckt auch die Heilung!
Und das wünsche ich uns allen als Weihnachtsgeschenk!
Also, schon einmal vorab:
Frohe Weihnachten,
ein Ausbleiben aller Weltuntergangsszenarios,
eine wirkliche besinnungsvolle Zeit,
ein zur Ruhe kommen,
eine Erkenntnis, dass wir selbst die einzigen sind die uns retten können,
und diese Rettung nicht von anderen abhängig machen,
eine daraus erwachsene Zuversicht
und eine erstärkte lebensfreudige Seele, die mit neugieirgen und wachen Augen die Zukunft erforscht!
