Ivy
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Ich schwebe immer noch im Emo-Universum umher, wie ein Astronaut, dessen Verbindungsleine zum Mutterschiff gerissen ist. (Btw: Habt ihr euch auch schon mal überlegt, wie das wäre, wenn da wirklich mal einer davonschweben und nicht mehr gefunden würde? Horror für den, oder?)
Ich habe gerade wieder solche Sehnsucht nach ihm.
Und es hilft nicht, mir zu sagen „er hat mich nicht verdient“. Ich finde, dass er mich verdient hätte und ich ihn.
Ich fühle mich nicht als Opfer. Ich weiss, dass er das Recht hatte, diese Entscheidung zu treffen, und ich sehe meine eigenen Defizite in der Beziehung klar.
Ich bin auch nicht „gekränkt“. Dieses Wort vermag nicht einmal annähernd zu beschreiben, was ich fühle. (Es ist als möglicher Gefühlsbeschreibungsbegriff etwa so weit von meinem Gefühl entfernt wie der schwebende Astronaut nach drei Millionen Lichtjahren vom Mutterschiff.)
Und nein, es ist keine Abhängigkeit. Wir waren beide immer sehr eigenständige Menschen, hatten auch jahrelang eine Fernbeziehung, bevor wir zusammengezogen sind, mit eigenen Wohnungen. Ich bin kein halber Mensch ohne ihn und ich brauche ihn nicht.
Ich fühle mich auch weder alleine noch einsam.
Ich vermisse ihn als Menschen. Und uns. Das, was wir zusammen waren, und das, was wir zusammen sein könnten. Und ich verzehre mich nach diesen Seiten an ihm, die er mir vorenthalten hat, nun aber jemand anderem schenkt.
In den letzten Tagen ist immer mal wieder das Thema „Nähe“ aufgekommen. Viele sehnen sich ja danach.
Mir fehlt sie zur Zeit überhaupt nicht. Im Gegenteil. In mir drin hat alles so zugemacht, dass ich gerade Mühe habe, überhaupt jemanden in meine Nähe zu lassen (nicht nur körperlich, auch emotional).
Wenn mich ein Mann nicht mit Menschen-, sondern mit Männeraugen „scannt“, was oft ja auch ganz unbewusst und automatisch geschieht, dann macht in mir sofort auch noch die letzte Schotte dicht und ich könnte dem einfach nur eins auf die Nuss geben.
Meine Höhle bietet da Schutz. Bekanntermassen schlendern Männer ja nicht einfach mal eben so durchs Wohnzimmer. Es ist aber auch nicht so, dass ich dieses Zu-Sein nur Männern gegenüber empfinde. Ich kann z.B. auch keine Freundinnen treffen. Ist mir alles viel zu nah.
Ich habe kürzlich „Es interessiert mich nicht“ von Oriah Mountain Dreamer gepostet. Eine Strophe lautet wie folgt:
Es interessiert mich nicht, welche Planeten im Quadrat zu deinem Mond stehen.
Ich will wissen, ob du den Kern deines Leidens berührt hast, ob du durch die Enttäuschungen des Lebens geöffnet worden bist, oder zusammengezogen und verschlossen, aus Angst vor weiterem Schmerz.
Im Moment habe ich das Gefühl, das Letzteres geschieht. Und das will ich eigentlich nicht.
Aber ich fühle mich, als wäre mein Herz vollständig freigelegt und ich ganz Herz. Ich laufe also gefühlt dauernd völlig schutzlos und verwundbar durch die Gegend.
Noch nie in meinem Leben habe ich mich so wund gefühlt. Alles tut einfach nur weh.
Und gerade habe ich kein Ahnung, wie ich da je wieder rauskommen soll.
Dabei möchte ich doch keine verbitterte alte Jungfer werden. (Na wenigstens Letzteres ist gar nicht mehr möglich.
Ja, ich weiss, es wird wieder gut. Aber WANN?
Mann, ist das alles doof gerade!
Ich schleiche mich leise in die Koje, damit ich niemanden von euch aufwecke.
Ach was – ein dicker Gute-Nacht-
für jeden von euch muss doch drinliegen. Könnt ja danach wieder weiterschlafen. Träumt was Feines!

