@Ava1: Danke (:
Ja, unreif ist genau das richtige Wort. Ich hatte mehr erwartet von einem 22jährigen. Auch die Art, wie er anschliessend mit der Trennung umgegangen ist, zeigt mir, dass er noch viel lernen muss - vor allem über sich selbst. Es ist schon komisch, wie ich ihn davor gewarnt hatte, nicht allzu sehr abzuheben in der USA. Und er meinte nur, nein, das würde bestimmt nicht passieren. Dass er fremdgehen würde, habe ich aber niemals in Betracht gezogen. Aber ich weiss, dass ich auch sehr anstrengend war und meine psychischen Probleme, die ich jetzt als solche erkannt habe, oft auf ihn abgewälzt habe. Ich möchte keinesfalls überheblich klingen, aber er war mir intellektuell unterlegen. Und das wusste er auch. Im Nachhinein habe ich wohl so einiges verstanden. Meine Therapeutin meinte, dass Fremdgehen ja oft mehr ist als nur Triebbefriedigung. Vielleicht hatte er zu wenig Bestätigung oder Sicherheit in unserer Beziehung, weil er ja eigentlich wusste, dass ich ihn nie heiraten will und dass wir nicht zusammen passen. Natürlich ist das trotzdem keine Rechtfertigung für sein Fremdgehen, aber ich kann es irgendwie ein wenig einordnen. Es war überhaupt nichts perfekt bei uns und das weiss ich auch. Nur die Gefühle - die waren immer sehr sehr stark da. Ich weiss ja, dass es das Beste ist so. Nur die Verletzung braucht wohl noch sehr sehr lange, bis sie geheilt ist.
@Stef: Ja, da bin ich mir sicher. Und das jetzt noch in Frage zu stellen, würde mich wohl nur noch mehr kaputt machen. Das hat keinen Sinn. Es gibt immer Gründe, warum man so etwas macht. Und natürlich verändern sich die Gefühle über die Zeit. Und wenn man dauernd alles verdrängt, knallt es halt irgendwann mal gehörig. So war das bei ihm nunmal.
Und nein, ich möchte ihn nicht versuchen zu hassen. Hast du das auch in deiner Therapie gelernt

? Mir wurde gesagt, dass Hass überhaupt nichts bringt. Und das sehe ich auch ein. Schade ist aber, dass ich niemals eine Phase hatte, wo ich einfach nur wütend auf ihn sein konnte. Ich möchte ihn aber nicht hassen. Er hat nicht mal das verdient. Er war aber nunmal meine erste grosse Liebe und auf eine Art und Weise werde ich ihn immer gern haben. Ich spüre Resignation und eine grosse Enttäuschung, aber auch das wird irgendwann vorbei gehen. Zu hassen ist doch nur wieder ein unnötiger Kraftaufwand. Ich möchte mich auf mich konzentrieren und herausfinden, was ich brauche, damit es mir besser geht. Es geht nicht mehr um ihn, sondern nur um die Verletzung, die er mir zugefügt hat und wie ich selber aus diesen doofen depressiven Phasen herauskomme.
Ja, das mit der Natur merke ich auch immer wieder. Das ist etwas vom Einzigen, was mich momentan noch zufrieden stimmt. Es beruhigt mich, wenn ich mal wieder total am Ende bin. Ablenken ist wichtig, ja. Nur muss man irgendwann mal neben dem Ablenken auch versuchen, bewusst positive Gedanken zu haben. Dafür fehlt mir momentan aber leider einfach die Kraft. Deshalb tendiere ich immer mehr dazu, das mit den Antidepressiva zu versuchen. Dann habe ich ein bisschen einen Boden, um endlich etwas zum Guten zu verändern. Was hat sich denn bei dir so verändert seit du die nimmst?
Alles Gute (: !