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Zitat von ImGedanken:Ich versuche zumindest daran zu glauben und versuche auch mich nicht ständig zu fragen, warum können unsere EX´en denn einfach von heute auf morgen einpacken und alles was gewesen ist hinter sich lassen.
WIE GEHT DAS?
Wir waren 11 Jahre zusammen und ich würde behaupten GLÜCKLICH! .. und eine Woche nach der Trennung springt sie direkt mit ihrem neuen Lover in die Kiste. Führt anscheinend eine heftige WE-Beziehung und muss überall herum pusaunen wie toll doch alles ist!
WARUM?
Das sind einfach Dinge die ich nicht verstehe. Warum tut man nicht genug für die Liebe die man hat. Warum sucht man immer so schnell das neue prickeln? Blöde wegwerf Gesellschaft!
@Eisi: okay .. wenn Du sagst, dass Du nun so bist, wie Du Dir gefällst schränke ich meine Sorgen etwas ein ..![]()
Irgendwann werden sie merken was sie verloren haben..
Dann sitzen wir irgendwo glücklich mit einem neune Partner der uns schätzt auf Wolke sieben und es interessiert uns nicht mehr!
.. so zumindest meine Hoffnung ..
Hallo ImGedanken,
tja, meistens kommt es einem nur so vor, dass die Trennung aus heiterem Himmel kommt, so auch bei mir.
Der Verlassende ist aber sehr oft schon längere Zeit unzufrieden in der Beziehung, wir merken es nur nicht bzw. verdrängen eher das Problem oder wollen es nicht sehen (wie bei mir).
Es kann auch sein, dass dem Partner es selbst gar nicht bewusst ist, dass er Trennungsgedanken hegt, bzw. er verdrängt das ebenso bis zu dem Zeitpunkt wo es akut wird.
Bis dahin ist er unzufrieden, kann aber die Ursache oft gar nicht zuordnen. Meistens setzt dann ein selbstverstärkender Prozess ein, quasi ein Sammelprozess von Knackpunkten in der Beziehung, der aber oft im Stillen vollzogen wird.
D.h. wenn Erwartungen an den anderen nicht erfüllt werden, wird gleich ein Negativpunkt vergeben mit der Wertung "ist mal wieder typisch, wusste ich's doch, wenn mein Partner mich lieben würde, hätte er das jetzt anderes gemacht, o.ä.".
Das Ganze geht wohl auch im unbewussten ab, und eigentlich möchte der Partner auch nicht die schönen liebgewonnenen Gewohnheiten verlassen.
Aber die Negativliste baut sich schleichend auf, und damit auch das Entlieben. D.h. der Partner durchlebt eigentlich ähnliche Phasen, so wie wir auch nach der Trennung.
Aber, es plagen ihn wahrscheinlich weniger Schmerzen, da der Partner hier den Vorteil hat, der AKTIVE zu sein, der die Entscheidung in der Hand hält oder zumindest vorbereitet (wir haben ja hiervon noch keine Ahnung).
Das Ganze kann natürlich durch eine Dritte Person noch verstärkt werden, die dem Verlassenden in der Phase des neuen Verliebtseins genau das bietet, was im Alltagstrott nicht mehr möglich bzw. eingeschlafen ist und hier somit eine Positivliste für einen neuen Partner aufgebaut wird.
Aber auch hier wird wahrscheinlichc der Verlassende auch mit sich selber ringen bis zum Zeitpunkt der Entscheidung, und er wird es auch vermeiden, dieses Ringen dem bisherigen Partner zu zeigen aus Furcht, Scham und Schuld.
Und dieser Unterschied zwischen Verlassenden und Verlassenen tritt dann ganz deutlich und gravierend bei dem "Trennungsakt" hervor:
Der Verlassende trifft eine unumkehrbare Entscheidung und der Verlassene ist chancenlos. Mit dieser Entscheidungsgewalt kann der Verlassende erhobenen Hauptes gehen und ist mit sich und der Welt zufrieden und im Reinen. Der Verlassene befindet sich dagegen im Schockzustand, kann nichts einordnen und das Selbstwertgefühl ist irgendwo im Sog nach ganz unten. Dort stecken wir erstmal fest.
Und wir versuchen hier, wieder heraus zu kommen!
Im Moment trösten wir uns mit dem Gefühl, dass eine Zeit kommen wird, wo der Expartner zur Besinnung kommt und sieht, was er an uns gehabt hat. Dieses Gefühl (was jedoch irgendwie in der Zukunft liegt, und wir ja keinen Einfluss auf diese Geschehnisse haben) hilft und tröstet uns im Moment über unseren immer wieder erfahrenen Schmerz hinweg.
Aber es bedeutet leider auch, dass wir damit noch nicht völlig losgelassen haben.
Erst wenn uns wirklich egal ist, was mit unseren Ex-Partnern ist, bzw. wenn wir ihm mit seinem neuen Partner vom Herzen viel Glück wünschen können, sind wir wohl drüber weg.
Puuh, das ist wohl noch ein weiter Weg oder?
Aber, wir werden ihn schaffen, Schritt für Schritt, voller Bewusstsein dass der Schmerz dazugehört, dass wir ihn durchwandern müssen, dass wir daran lernen und wachsen werden, dass dieses alles Zeit braucht, dass uns die zahlreichen Rückfälle nicht entmutigen werden, dass wir auf Freunde und dieses Forum zählen können, dass das Leben viel zu kostbar ist um unser Glück an einer Person festzumachen, die uns nicht mehr als Partner haben will, dass wir erkennen, dass das Leben nicht unbedingt fair ist, aber reichhaltig an schönen Momenten sein kann und damit auch an den Chancen dass wir uns eines Tages mit einem neuen stärkeren Selbstwertgefühl und -bewusstsein einem neuen Partner in Liebe hingeben können.
Das wünsche ich uns allen von Herzen!


er kann ja selbst nichts dafür dass seine Gefühle nicht reichen. darum hat er es ja beendet. anders wärs unfair. verstehe ihn ja sogar. bin ich doof?
was ist los bei dir heute?