Zitat von Else, die 1.:
Bin gerade erst für heute ins Forum eingstiegen, habe mir vorgenommen, mich auch ein wenig mehr in der realen Welt aufzuhalten, auch wenn es dort für mich sehr schwer auszuhalten ist. Aber so bringt das ja auch nix, immer nur fliehen und ausweichen.
Meine Lieben, wie hält man das aus? Mit den Folgen seiner Fehler und Handlungen zu leben? Ich sehe da gerade kaum Raum für Möglichkeiten. Ich weiß, es klingt dramatisch, sorry. Bitte holt mich an Deck und schrubbt mir den Kopf!
Hallo, liebe Else,
ich finde es gut und mutig, dass Du versuchst, wieder mehr Schritte in die reale Welt zu unternehmen. Das solltest Du beharrlich weiterverfolgen.
Lasss Dich davon nicht abbringen, es wird Dich auch in kleinen Schritten wieder zu Dir selbst zurückbringen. Die meisten von uns geben sich wohl nach der Trennung erst einmal selbst auf, weil wir uns ja auch durch die Trennung sehr gedemütigt fühlen, vor allem wenn der Partner, der uns verlässt, uns die Schuld an seinem Verlassen gibt.
Das ist aber nie so, obwohl wir das zuerst nicht einsehen wollen.
Denn, es sind immer zwei Beteiligt und eine Schuldfrage gibt es einfach gar nicht!
So ist es auch bei Dir, Du plagst Dich mit Schuldvorwürfen und Selbstzweifel. Versuche einfach mal in Dich zu gehen.
Nimm Dir mal Deine Selbstvorwürfe und schaue sie Dir genau an!
Und frage Dich, wie Dein Expartner daran vielleicht auch beteiligt war.
Hatte Dein Expartner versucht, mit Dir über den Vorwurfsfall zu reden?
Hatte er konstruktiv mit Dir zusammen an dem Vorwurfsfall gearbeitet und Lösungen gesucht? War es ihm überhaupt wichtig, diese Lösungen zu suchen und wirklich an der Beziehung zu arbeiten?
Auch wenn der Partner das vielleicht versucht hat, gab es einen Punkt an dem er aufgegeben hat. Daran hast Du aber keine Schuld, es lag einfach im Unvermögen des Partners, und dafür kannst Du einfach nicht die Verantwortung übernehmen.
Ich denke, wenn man sich mit Abstand diese Vorwürfe betrachtet, erkennt man immer auch die Beteiligungdes Partners an der Situation.
Vielleicht hilft Dir das ja.
Ich muss mir dass auch immer wieder vor Augen führen, und es gelingt mir zwar auch nicht immer, aber immer öfter!
Und es sind auch nicht Fehler die man begangen hat. Das was man getan hat geschieht ja meistens im Unbewussten und der Konsequenzen ist man sich ja vorher nicht bewusst. Wir konnten in der Vergangenheit bei allen was wir getan haben gar nicht anders handeln, sonst hätten wir es ja getan.
Nachher ist man halt immer klüger beschreibt das sehr gut, aber das ist der Jetzt-Zustand des Lernprozesses.
Die Vergangenheit lässt sich nicht mehr ändern!
Die Zukunft aber bestimmen wir selbst, und wir sind es uns einfach schuldig, die gemachten Fehler nicht als Schuld zu betrachten sondern als notwendige, aber auch durchaus leidvolle Erfahrungen, um unseren eigenen Weg besser gestalten und meistern zu können.
Also, liebe Else, komm an Deck und pack mit an, wir brauchen Dich!
Gemeinsam kriegen wir das hin!
Liebe Grüße und wir drücken Dich mal ganz feste!