Zitat von Ivy:@Erleuchteter: Du kannst soooo reif und reflektiert umgehen mit der Situation. Wie schaffst du das bloss?
Hallo Ivy, für den Fall dass Du mich damit meinst (bin ja erst seit kurzem auf diesem Status) stimmt das auch was eine der Meisterinnen (Laurana ) sagte: das Forum vermittelt hier ganz gute Einsichten.
Ansonsten hab ich auch die Phasen durchgemacht, wie jeder hier, aber ich hatte ein paar glückliche Umstände die mir dabei geholfen hatten.
Der erste Tag/Nacht waren auch bei mir die Hölle, da die Trennung mich ziemlich unvorbereitet erwischt hatte.
Alle negativen Gefühle waren dabei; für ein paar Millisekunden auch die Sehnsucht danach das Leben zu beenden. Ansonsten Trauer, Ärger, Wut, Schmerz, Selbsthass, Selbstmitleid, SChuldvorwürfe, Minderwertigkeit, Selbstzweifel und was weiss ich nicht alles.
Ein paar Zufälle haben mich dann dazu gebracht, mal über mich selbst nachzudenken, und über wiederholende Muster bei mir nachzudenken, denn ich hatte schon mal eine schlimme Trennung hinter mir, von der ich mehrere Jahre nicht loslassen konnte.
Da ich dieses nicht noch einmal durchmachen wollte kam ich irgendwie zur Erkenntnis, dass ich mich jetzt selbst aktiv daraus befreien muss. Dazu gehörte auch, mich in professionelle Hilfe zu begeben (für einen Mann ein schwerer und auch seltener Schritt). Allein dass hat schon ein bischen mehr Halt und dadurch auch Kontrolle gegeben.
Aber eine weitere Sache hat mich noch weiter gebracht; erstmal hab ich mich ziemlich aus der männlichen Deckung gewagt und mit vielen Bekannten über meine Situation geredet und auch über meine Gefühle dabei (wohl auch nicht so ganz typisch für nen Mann). Das hat wieder geholfen und mir zudem einen weiteren glücklichen Zufalls beschert. Eine Freundin von mir hat mir das Buch Jetzt, Die Kraft der Gegenwart von Eckart Tolle zu lesen gegeben.
Zu Anfang hab ich das noch widerwillig angelesen, dann hat es mich aber gepackt. Letztendlich geht es darum, dass wir zu sehr im Verstandund Ego beheimatet sind. Der Buddhismus hat das auch erkannt und empfiehlt mehr in der Gegenwart zu sein, also nicht immer wieder Kopfkino ablaufen zu lassen, denn das findet halt nicht in der Gegenwart statt. Wenn man also lernt, gegenwärtig zu sein, entdeckt man erst einmal die schönen Gegebenheiten, die jeden Tag so passieren ind die wir in unserem UNBEWUSSTSEIN halt nicht mehr wahrnehmen. Und zudem erfährt man auch einige Dinge über sich selbst.
Das hat mich ziemlich gefangen genommen, und ergab für mich einen wirklich tieferen Sinn unseres Daseins. Gerade wg. der Trennung war das wichtig für mich, da hier ja auch erst einmal der Sinn abhanden kommt, da viele der gemeinsam gesteckten Ziele einfach wegbrechen.
Eine weitere Lehre daraus ist, dass nur wir selbst uns glücklich (oder auch unglücklich) machen können, d.h. wird sind in dieser Hinsicht für uns selbst verantwortlich.
Neben dem Vorteil, dass das Lesen von der Situation abgelenkt hat, konnte ich eigentlich relativ viel darüber lernen, wie Leidensprozesse ablaufen. Und in dieser Erkenntnis liegt dann auch der Weg zur Heilung.
Habe hier im Forum auch weitere gute Hinweise erhalten (guckt Euch z.B. mal die Beiträge von Alena-52 an, eine wahre Inspiration! ). Die Vorträge von Robert Betz auf Youtube kann ich auch wärmstens empfehlen, da waren viele Erkenntnismomente dabei.
Insgesamt war ganz wichtig ist zu erkennen, wie einzigartig und wundervoll wir Menschen doch sind (auch unsere Exen). Und das heisst, dass Du und ich auch einzigartig und wundervoll sind. Eigentlich wissen wir das schon bei unserer Geburt, aber wir kriegen dass in unserer Erziehung schön aberzogen, fühlen uns dementsprechend nicht genug geliebt und minderwertig, dadurch auch nicht vollständig und denken, ich brauche unbedingt einen Partner der mich vervollständigt und der mich liebt, da wir ja nicht beigebracht kriegen, uns selbst zu lieben.
Ich bin noch lange nicht durch mit dem Thema, obwohl das vielleicht manchmal den Eindruck macht. Ich habe auch immer wieder Tiefphasen,
aber daraus gibt es Auswege; zum einen das Forum. Das Schreiben darüber hilft mir selbst weiter, teilweise les ich mir selber nochmal durch was ich geschrieben hatte und das verankert mich auch selber wieder bei mir und in der Gegenwart (ist eigentlich schon ein bischen irre).
Aber ich gucke halt öfters auf mich selber wenn die Attacken kommen (und die kommen ja gar nicht von aussen, sondern von unserem schmerzenden Ego). Dann geht man halt in den inneren Dialog: Hallo Ego, was willst Du denn schon wiedr von mir? Was hast Du denn für ein Problem? Kann ich Dir irgendwie helfen?
Hört sich etwas schizo an, aber wir sind ja auch so erzogen worden, nicht wir selbst zu sein, sondern ein Anpassungsego zu entwickeln.
Das ist es eigentlich, was uns leiden lässt.
Robert Betz sagte dazu so treffend (s.o.): Kein anderer Mensch kann uns psychisch verletzen, dass können letztendlich nur wir selbst.
So, dass lasse ich mal so stehen...
Vielleicht hilft Dir das ja weiter.
Einfach mal ein paar neue Ideen anzuschauen und aufzunehmen kostet ja nichts. Und alles ist besser als das aktuelle Leiden.
Viel Erfolg dabei und alles Gute!