Zitat:Was ich und viele andere - die bisher sehr im "Wir" gedacht haben - wohl lernen und begreifen müssen ist, daß es völlig in Ordnung ist wenn wir uns um uns selbst kümmern.
Guten Morgen!
Das möchte ich wirklich unterschreiben, liebe Rosenblüte! Dass man das Recht und die Pflicht hat, zu schauen, dass es einem so gut wie möglich ghet, das muss erstmal bei einem ankommen, vom Verstand ins Gefühl rutschen. Dabei verwechseln viele vielleicht auch Selbstfürsorge mit Egoismus, und wer will schon gern als egoistisch gelten. Meine Erfahrung damit ist jedoch, dass einen gerade die Selbstfürsorge weniger egoistisch (im Sinne von "rücksichtslos nur den eigenen Vorteil verfolgen") werden lässt. Man hängt anderen nicht mehr so viel von den eigenen Bedürfnissen um, die Erwartungshaltung anderen gegenüber ändert sich. Und da werden auf einmal Ressourcen frei, die wiederum für andere bereichernd sein können. Bei mir ist die Trennung nun fast 3 Monate her, und ich hab vom _ersten Tag an_ damit begonnen, auf mich zu schauen. Dennoch:
Zitat:Nicht gut. Führt nur dazu daß er auch jetzt noch glaubt daß nur sein Leben wichtig ist und ich mich nach ihm richten soll....
Jaaa! Ich hatte kürzlich Email-Kontakt mit meinem Ex, und das perfide ist: Es funktioniert sogar immer noch irgendwie. Er weiß nicht, was sich in den letzten Wochen und Monaten bei mir getan hat, und denkt wohl, dass ich immer noch in den gleichen Mustern laufe wie früher. Das gute ist, ich steige nicht mehr drauf ein, weil ich mittlerweile genug Abstand gewonnen habe und es reflektieren kann. Aber gut gegangen ist es mir nicht die Tage, es war trotz allem schwer, aus den alten Gedanken- und Gefühlsschleifen wieder auszusteigen. Ich hab gemerkt, dass es mir mit totalem Kontaktabbruch einfach besser geht, und werde in diesem Sinne auch weiterhin "egoistisch" sein.
@Kaninchen,
Zitat:Heute fließen wieder die Tränen, aber ich hab die Hoffnung, dass jede Träne, die ich vergieße auch gleichzeitig Verarbeitung ist.
Ja, jede Träne hilft bei der Verarbeitung, und du wirst erleben, dass die Tränen immer weniger werden. So wie an dem Abend mit deinem Freund, als du mal eine Weile gar nicht an ihn gedacht hast, denn auch diese Zeiten werden immer länger und länger werden.
Da fällt mir ein Erlebnis ein, das ich im Sommer hatte (die endgülte Trennung war, wie gesagt, erst vor 3 Monaten, und schlussendlich von mir vollzogen): Meine Freundin hat mich eines Wochenendes eingepackt und ist mit mir weggefahren. Ich hab im Auto immer wieder heulen müssen, und am Urlaubsort angekommen, bin ich auch nur herumgelaufen wie ein Haufen Elend. Am Abend saßen wir dann am Balkon unserer Pension, haben Wein getrunken und gequatscht - über ihren aktuellen Schwarm, über frühere Beziehungen, über die Männer von Freundinnen, über ehemalige Schwärme ... und 4 Stunden lang ist dabei kein einziges Mal der Name meines Ex gefallen. Als mir das aufgefallen ist, hab ich ihr das gesagt, und geschlossen mit: "Es gibt ja doch noch mehr Gesprächsthemen als immer nur er", und sie meinte trocken: "Ja, andere Männer." Da mussten wir beide plötzlich so lachen, wir haben uns minutenlang nicht mehr eingekriegt, mein Bauch tat schon weh, aber das hat soooo gut getan und ich war so dankbar für diesen Moment!
Auch wenn man es in vielen Momenten nicht sehen kann - alles wird gut!
In diesem Sinne viel Spaß bei deinem Kurs und allen einen schönen Samstag!
