Zitat von sonnemond:Zitat von Verarbeitender:Dito!
Nicht umsonst sprechen viele von den modernen "Lebenslehrern" von einer Zeit des Aufwachens...
Sollte man zwar besser ideologiefrei sehen, aber ganz grob gesehen ist das eigentlich eine sehr gute Beschreibung des Leiden- und Heilungsprozesses...
Ja, ganz genauso fühle ich mich... als ob ich "aufgewacht" wäre... hätte das nicht schon mit Anfang 20 passieren können? Warum so spät? Naja, besser spät als nie
Jetzt habe ich allerdings Angst, dass ich nie wieder jemanden treffe, der da mithalten kann... mir scheint es fast so als ob die wenigsten Menschen so reflektiert sind. Mein Ex und ich haben es immer "monkey-business" genannt, was die Menschen so anstellen... alles ist so oberflächlich...

Tja, vielleicht hier auch noch so eine Weisheit, diesmal von Robert Betz und so aus der Erinnerung heraus; dieser ganze Prozess scheint in mehreren Phasen abzulaufen:
Schon ab unserer Kindheit beginnen wir, zum Kopfmenschen zu werden, es wird uns quasi anerzogen, nur mit unserem Verstand zu werkeln und ein Ego zu entwicklen, was uns an die Gesellschaft anpasst. Hier beginnt sich ein innerer Konflikt zu entwickeln, da das konstruierte Ego nicht unserem natürlichen Selbst entspricht.
Das schwelt dann so weiter, wir gehen damit zuerst durch die Pubertät hindurch und damit dann später in unsere Beziehungen herein. Und dann offenbart sich dann meistens dass Unglück, wenn dann die Nähe kommt und unser Ego-Mäuerchen ins wanken oder gar zum Einsturz bringt. Bevorzugte Zeit: zwischen 30-50 Jahren.
Mit 20 sind wir da wohl noch nicht reif genug, bzw. lassen wir noch nicht so die seelische Nähe zu, oder sind vorsichtig, gegenüber dem Partner unsere Seele zu entblössen.
Wir wissen es ja meistens selbst nicht, was wir im Innern wirklich sind sind also meistens UNBEWUSST. Erst in dieser Phase zwischen 30-50 (bei manchen auch eher, bei manchen auch später) beginnt also anscheinend der Konflikt durch unsere inneren Schichten bzw. der des Partners auszubrechen und dass ist anscheinend dann auch mit ein Trennungsgrund.
Wie schon heute vorher gesagt, scheint dass auch ein sich wiederholendes Muster zu sein: in unserer Erziehung wird (fast immer von unseren Eltern unbewusst und daher ungewollt!) der Konflikt gesät, dann wird er gehegt und leider zum Schluss die "Früchte" geerntet. Diese Frucht ist dann zuerst das unsägliche Leid, was wir dann lernen müssen aufzulösen.
Ist ne sehr plakative Anschauung, aber mir hats als Orientierung geholfen.
Naja, und um Dir vielleicht die Angst zu nehmen; ich glaube, dass es immer mehr Leute gibt, die sich über ihr eigenes Leben und Sein BEWUSSTER werden, weil unsere gesamte Gesellschaft einen selbstzerstörerischen Kurs eingeschagen hat und dass in sehr vielen Bereichen.
Es wird daher nicht so weitergehen können, die zahlreichen aktuellen Krisen derzeit sind ja die Symptome für ein fehlgeleitetes Gesellschaftssytem. Immer mehr Menschen erkennen dies und versuchen, ihre eigene Rolle im System und ihr aufgeprägtes und angepasstes Normverhalten zu hinterfragen und evtl. auszubrechen also quasi zu "erwachen"...
Und, guck doch einfach mal hier im Forum, was die Menschen hier so von sich geben. Hört sich alles sehr reflektiert an finde ich. Scheint also schon einige zu geben, auch wenn unser Erwachen leider ziemlich unschön und abrupt war...
Ich hoffe, das gibt Dir Mut!
Ich bemühe mich unter diesen ganzen Aspekten die Trennung eher als Chance zu sehen; zur Selbsterkenntnis, zur Heilung und wenigstens in Teilen zu einer bewussteren Wahrnehmung der eigentlichen Schönheit des Lebens.
Hoffe, dass Dir das weiterhlenfen kann!
LG!
