@whataname
Zitat:So far, jeder Tag könnte unser letzter sein...
Da ist so viel wahres dran. Wie oft rennt man so durch den Tag und realisiert gar nicht die schönen Dinge rechts und links des Wegs, weil man vor lauter Tränen nicht geradeaus gucken kann. Vor lauter Schmerz oder Wut oder beides blind ist.
Dass das vielleicht heute mein letzter Tag sein könnte, oder zumindest vielleicht ein einschneidender, schoss mir heute durch den Kopf, als ich im Behandlungsraum beim Arzt lag und in mir die panische Angst vor Nadeln und Menschen in weißen Kitteln aufstieg. Was, wenn jetzt was schief geht oder was wenn das Ergebnis niederschmetternd ausfällt?
Ich war allein da, kein Partner an der Seite zum Händchen halten und Trost spenden. Und als ich dann die Zähne zusammenbeißen musste, den physischen Schmerz aushalten auf der kalten Liege, tauchte dieser Gedanke auf. Erst ganz vorsichtig. Dann immer vehementer: ich will noch soool viel erleben. Noch sooo viel machen. Auch wenn ich das vielleicht allein muss. Ich will meinen Motorradführerschein. Ich will mit dem Bike durch besondere Länder düsen. Ich will nochmal den Job wechseln, bevor ich ganz eingehe, wie 'ne Primel, die man vergessen hat zu gießen. Ich will ein Haus am Meer.
Ich will mit euch die Pfleger im Altersheim aufmischen, Teil der wildesten Alten-WG aller Zeiten sein
Ein bisschen Hoffnung war wieder da, es zu schaffen. Irgendwie. Den Schmerz auszuhalten, bis die Seele verheilt ist.
Und wenn ich dann lese, wie tough ihr hier seid. Und kämpft, damit es euch besser geht. Dann denke ich, wir schaffen das.