Ich amüsier mich heut königlich über diesen Thread. Danke! Vor allem dieser übercoole Barney Stinson-Sprech

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Ich analysiere hier auch mal fröhlich mit, aus meiner (verhaltensbiologischen) Perspektive. Du versuchst hier nämlich etwas darzustellen, was Du gar nicht bist. Und zwar der Überlegene in Eurer Beziehung. Du behauptest, Deine Freundin stellt Dich auf einen Podest, himmelt Dich an, vergöttert Dich. Ihr habt grandiosen Sex, mehrmals am Tag (hach, ok, ich bin bloß neidisch, sorry). Sie hält Dich für so viel besser als sie es ist.
Wenn das tatsächlich so wäre, müsstest Du so gnadenlos überlegen in der Beziehung sein, dass sie vor Deinen Augen auch einen heißen Skype-Chat mit irgendeinem Knallfrosch haben könnte, und Du würdest biertrinkend daneben sitzen und Dich amüsieren. Denn so wäre das, wenn Du tatsächlich so überlegen wärest.
In Wahrheit aber bist Du eifersüchtig (!), suchst die Kontrolle, hast Verlustängste. Damit, mein Freund, bist Du aber gar nicht mehr überlegen, denn all das sind deutliche Zeichen von Unterlegenheit in einer Beziehung. Und soll ich Dir mal was sagen? Du hast wahrscheinlich zum ersten Mal in Deinem Leben so richtig dolle, heftige Gefühle für eine Frau. Und genau die machen Dir diese Ängste, diese Unsicherheit, diese Kontrollsucht. Du fühlst Dich unterlegen, obwohl Du es vermutlich nicht mal bist, weil Du so sehr liebst. Hu! In Deiner vorherigen Beziehung warst Du vermutlich der Überlegene, da kanntest Du all diese Dinge gar nicht. Und sonst lese ich nur von ONS und S.beziehungen - kein Thema, da passiert so etwas überhaupt nicht.
Aber jetzt hängst Du drin, mein Freund! Du liebst diese Frau, deshalb reagierst Du so, wie Du reagierst. Und sie liebt Dich wahrscheinlich genauso sehr und fühlt sich ganz ähnlich wie Du, und deshalb reagiert sie so, wie sie reagiert. Indem sie versucht, ihren Selbstwert durch andere und Aufmerksamkeit anderer zu pushen, damit sie mit Dir wieder auf Augenhöhe kommt. Und nebenbei hilft ihr das auch, ihre eigene Verlustangst in den Griff zu bekommen, wenn sie sich da noch jemanden im Hintergrund "warmhält". Ist auch eine beliebte Strategie bei Verlustangst, bei beiden Geschlechtern.
Es ist alles gut bei Euch. Ihr seid nur offenbar beide noch nicht daran gewöhnt, jemanden so sehr zu lieben, dass Ihr Euch so fühlt, wie Ihr Euch gerade fühlt, und kommt daher mit Euren Ängsten nicht klar. Das wird sich geben mit der Zeit, wenn mehr Sicherheit in die Beziehung kommt, aber das dauert, und das Pendel wird immer mal in die eine oder andere Richtung ausschlagen, was gut und richtig so ist. Eine gesunde Beziehung lebt davon, dass sich die Rollen des Dominanten und des Subdominanten immer mal abwechseln, das ist die ganz normale Beziehungsdynamik. Und am Anfang kann es da halt mal heftige Ausschläge in die eine oder andere Richtung geben.
Versuch mal, locker zu lassen. Du hast Deinen Standpunkt klargemacht, das ist gut, sie weiß, dass Du das Verhalten nicht tolerierst, also könnt Ihr einfach erstmal weitermachen. Ihr kommt wieder auf Augenhöhe, wenn Du den Kram jetzt einfach mal vergisst und beiseite lässt und sie nicht dadurch erst recht in die subdominante Rolle quetschst, indem Du ihr ständig (stumme) Vorwürfe machst. Denn das wäre für Dich blöd, weil es dann Deine Liebesgefühle für sie tötet. Und das möchtest Du ja wohl nicht.