Ehemaliger User
Gast
Ich danke dir für deine Zeilen. Es tut gut zu wissen, das es Menschen gibt, die einen trösten, auch wenn man sie persönlich nicht kennt und die außerdem noch selber großen Kummer haben.
Diese Art mit Menschen zu "reden" ist für mich neu und ungewohnt, aber ich bin froh, das dies möglich ist.
Ich bin vor einer halben Stunde von der Versammlung wieder zurück gekommen. Mein Mann war, wie erwartet, nicht da. Gott sei dank.
Da meine gesamte Familie (Eltern, Geschwister und deren Ehepartner und Kinder) in diesem Verein sind, hab ich mit meiner Schwester über meinen heutigen Absturz reden können.
Sie hat mich getröstet, aber auch mit mir "geschimpft", weil ich mich ihm gegenüber (mal wieder) von der schwachen Seite gezeigt habe. Sie meint das nicht böse und sie hat mich dann in den Arm genommen. Auch mein Schwager hat mich lieb umarmt.
Auch ich habe mir in den letzten Monaten so oft diese Fragen gestellt, die du beschrieben hast. Aber ich habe keine Antworten darauf bekommen. Nur immer wieder dieselben quälenden Fragen. Bin ich denn als Mensch, als Frau nichts mehr Wert? Ich fühle mich gekauft, benutzt und weggeworfen. Er hat sich in den letzten Monaten so verändert. Er ist so kalt geworden. So kenne ich ihn gar nicht. Ich kenne ihn als gutmütigen, hilfsbereiten und warmherzigen Menschen. Sonst hätte ich ihn doch nicht geliebt.
Sicher, hilfsbereit ist er immer noch, auch mir gegenüber, aber sobald ich mit Gefühlen ankomme oder ihn nach dem Warum frage, wird er kalt und abweisend. Er will nicht darüber sprechen. Für ihn ist die Sache erledigt. Er liebt mich nicht mehr und damit Basta. Alles andere ist ihm egal.
Ich weiß ja, das ich es akzeptieren muß, aber es ist so schwer. Meine Familie ist sich sicher, das ich es schaffe. Meine Schwester hat mir das heute wieder gesagt. Ich weiß, das ich stark sein kann. Ich weiß, aus früheren Zeiten und anderen Erfahrungen in meinem Leben, das ich kämpfen kann. Ich war nicht immer mutig, wurde aber aus der Angst heraus zur Kämpferin. Gegen mich selbst, aber auch gegen andere.
Warum also fühle ich mich im Moment (in den letzten Monaten) so schwach? Das macht mich auch ein bißchen wütend.
Ich habe das heutige Tief noch nicht überwunden, aber es geht mir schon wieder etwas besser. Zum einen, weil meine Schwester und mein Schwager mich getröstet haben, zum anderen wegen deiner lieben Zeilen. Ich danke dir dafür und ich drück dich ganz fest zurück. Irgendwie hat mich das wieder etwas aufgebaut. Du hast mir sehr geholfen und auch ich denke an dich und wünsche dir viiiiel Kraft. Ich bin sicher, wir werden es irgendwann schaffen. Ganz tief in mir drin, glaube ich das unser Leben wieder gut wird. Ich muß und will das glauben. Dieser wahnsinnige Schmerz, den wir erleiden, muß doch einen Sinn haben, auch wenn wir ihn im Moment nicht erkennen.
Da ich an Gott glaube und oft bete, werde ich heute Abend (Nacht) für dich und alle anderen Verlassenen hier im Forum beten und Gott bitten uns Kraft zu geben.
Ich bin in Gedanken bei dir liebe Petra. Ich schließe für einen Moment die Augen und sende dir Mut, Kraft und Stärke, damit es auch dir bald wieder besser geht.
Bis bald, deine Wolfsfrau