Also ich schreib dir mal einfach runter, was mir so durch den Kopf geht, was mir halt aufgefallen ist, vielleicht hilft es dir, eventuell auch nicht
Du schreibst "zerfasert" und rechtfertigst dich tatsächlich oft.
Du wirkst etwas gehetzt, man fragt sich, wer dich verfolgt und wenn ICH dich so lese, erwische ich mich bei der Unterstellung, dass du genauso schnell redest, wie dein Schreibstil ist.

Obwohl das wahrscheinlich nicht so sein wird.

Die Wortwahl "unangenehm" hätte ich so nicht gewählt, ich würde sagen, wenn man es denn bewerten muss, "etwas anstrengend".
Du hüpfst für mich (also für mein Empfinden und mein Denken) gedanklich sehr herum.
Ich bin noch bei deiner Wirbelsäule, da schreibst du was von Augen.

Was mir noch aufgefallen ist:
Du hängst dich dabei sehr an greifbaren, zählbaren Ergebnissen auf.
Also, ich wüsste nicht (vielleicht überlesen), dass du geschrieben hättest, worüber du deine Doktorarbeit angefangen hast.
Was war das Thema?
Ich meine, ich finde es beachtlich, sich mit einem Thema in dieser Tiefe zu befassen, dass man überhaupt damit erstmal anfängt.
Du wertest dich aber ab, weil dir das Diplom fehlt.
Das machst du mit deinem Instrument genauso.
Ist doch cool, du hast doch was gelernt dabei, das Wissen, was du dir angeeignet hast, nimmt dir ja keiner weg, das hat ja nicht weniger
Qualität, weil es nicht von außen ausgezeichnet wurde
Anerkennung von außen scheint dir überhaupt sehr wichtig.
Davon schreibst du auch sehr viel.
Für mein Empfinden ist dir das wichtiger, als es der Fall sein sollte.
Das kann schon ein Selbstwert-Problem sein
Eventuell eines, was du dir selbst machst, weil du MERKST, dass dir häufig der Fokus fehlt und du selbst damit nicht so klar kommst?!
Du redest oft von "scheitern", ich selbst würde das so gar nicht wahrnehmen.
Du hättest das ja auch anders formulieren können, man könnte ja auch sagen:
"Joah und dann hab ich studiert und war darin so aufgegangen, dass ich sogar eine Doktorarbeit angefangen habe, aber die habe ich nie fertiggestellt."
Du schreibst (und denkst!) aber:
"Ich habe nicht mal die Doktorarbeit geschafft, ich bin daran gescheitert."
(übertrieben formuliert)
Also, wenn ich mir jetzt vorstellen würde, ich würde dich kennenlernen und du würdest mir so deinen Lebenslauf herunter rasseln, würde ich dich ungefähr 800 mal unterbrechen und dich bitten, mal erst das eine zu Ende zu erzählen.
Was für ne Doktorarbeit, wie ist dein Unfall passiert, welche Ausbildung hast du da gemacht, wie lange warst du im Krankenhaus, wie wirkt sich das aus, hast du oft Schmerzen, sollen wir das Haus deines Unfallchirurgen mit Eiern bewerfen?

Haha, nein, das war Spaß.
(Das mache ich erst beim dritten Treffen.)

Das ist jetzt alles überspitzt dargestellt und man kann hier ja auch nicht alles im Detail schreiben, aber eventuell verstehst du, was ich meine
Also, du wirkst irgendwie gehetzt und man kriegt den Eindruck: Nur von dir selber.
Vielleicht hilft es dir, wenn du es anders denken kannst:
Auch nicht fertiggestellte Arbeiten können einen Wert haben.
Manchmal sogar Fehler, man lernt ja was dabei
Ich finde das im privaten Bereich sogar überhaupt gar nicht schlimm.
Von mir aus kann jeder jede Woche ein neues Instrument lernen, ist doch völlig egal, ist doch witzig.
Aber DICH stört es ja offensichtlich.
Warum?
Vielleicht, weil dir so die Anerkennung fehlt?
Weil dann keiner von außen sagt:
"Wow, gut gemacht!"?
Es sollte eigentlich nicht so sein, dass man sich nur für liebenswert hält, wenn man dafür etwas tut und ein vorzeigbares Ergebnis liefern kann
Und vielleicht ist das auch dein Problem mit den Strohfeuern.
Liebe in Geschenke manifestiert, zu schnell vom Zusammenziehen gesprochen (muss ja was handfestes her und zwar SOFORT), am besten Ring an den Finger und alles in trockenen Tüchern.

Du übersiehst aber dabei vielleicht dann, dass die meisten davon schnell überfordert sind