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Wie sage ich es meinem Kind?

bogar

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Zitat von Jane_1:
.....die schlimmste Zeit für ihn waren die Monate zwischen Verkündung der Trennung und Beginn des neuen Lebens, also neuer Wohnung, pendeln etc.


Ein guter Hinweis, daran habe ich gar nicht gedacht. Erst einmal alles klären und dann mit ihr reden

01.08.2020 14:29 • x 4 #16


CaveCanem

CaveCanem


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Auf eine Art und Weise, die dem Kind verdeutlicht, dass das Eure Sache ist.

Dass das Kind frei gesprochen ist von jeder Schuld. Und jeder Beteiligung.

Das ist extrem wichtig, dort hinzuschauen.

Kinder ziehen sich jeden Schuh an. Auch den, der ihnen gar nicht passt.

01.08.2020 18:14 • x 2 #17



Wie sage ich es meinem Kind?

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Leviatan

Leviatan


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Zitat von bogar:
Gestern viel dann die Entscheidung, dass wir uns trennen. Allerdings machen wir uns große Sorgen um unsere Tochter. Wie habt ihr die Trennung euren Kindern beigebracht?

Vom Kopf her ist die Trennung die beste Entscheidung. Vom Herzen her fällt es schon schwer, nach 11 Jahren zusammenleben sich wieder darauf einzustellen alleine zu sein.


Hallo @bogar !

Ja, wie sagt man das einem Kind?

Bei mir(ich war Teil einer Patchworkfamilie, sie brachte Kinder in unsere damalige Ehe) lief das so ab:

Ich wurde nachts vor vollendete Tatsachen gestellt, als mich meine Ex verließ. Die Kinder erfuhren es am nächsten Tag durch sie - fernmündlich, alle weilten an anderen Orten zu dem Zeitpunkt.

Die Konsequenz war: Ich hatte versucht, die Kinder zu erreichen - Fehlanzeige. Sie ließen sich über Monate nicht blicken, meldeten sich nicht. Der erste war der mittlere Sohn, der sich zum Teil von der Mutter ein wenig distanzierte. Sie hatten untereinander ein wechselhaftes unstetes Beziehungsleben. Die anderen beiden Kinder meldeten sich dann später, machten mir dann irgendwann Vorwürfe, ich hätte die Ehe vergeigt und ihre Mutter nicht glücklich gemacht.

By the way, sie betrog und verließ mich für einen ihrer ehemaligen Klienten. War vermögend, alt und meiner Ex mit Haut und Haaren verfallen. Die Kinder ließen sich regelrecht kaufen, bekamen jeder ein abbezahltes Haus und und und.

Heute nun, nach 6 Jahren, bin ich nicht mehr verbittert, aber davor von der Trennung an war ich im Eimer. Wie es die Kids letztlich insgesamt verarbeitet haben, weiß ich nicht. Ich habe zu keinem mehr Kontakt, möchte ich auch nicht mehr. Der Unterschied: Meine Stiefkinder waren volljährig und teilweise schon selbst in Beziehung, waren Eltern oder kommende Eltern.

Für ein Kind mit dem Alter Deines Nachwuchses stelle ich mir diese Situation grausam vor. Ich hoffe, wünsche und denke, wen ihr dem Kind beide als liebevolle Eltern erhalten bleibt, kann es einen Teil des Schadens beheben. Aber das Kind wird ewaltige Verletzungen davontragen. Jede Familie, jede Elternschaft, die zerreisst, zerreist auch irgendwo das Kind.

Ich wünsche Euch von Herzen, dass Ihr Wege findet, diese Risse so klein wir irgend möglich zu halten!

Liebe Grüße

01.08.2020 18:27 • x 2 #18


CaveCanem

CaveCanem


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Zitat von Leviatan:
Für ein Kind mit dem Alter Deines Nachwuchses stelle ich mir diese Situation grausam vor.


Oh, bitte... lass derartige Übertragungen und Mutmaßungen hier raus!

Um des Kindes willen!

Sowas gehört hier nicht rein und macht TE ein schlechtes Gefühl und ein schlechtes Gewissen!

Trennungen gehören zum Leben dazu. Sie spiegeln den Kreislauf von Werden, Wachsen und Vergehen.

Meine Eltern haben sich getrennt als ich drei war. Bzw meine Mutter trennte sich.

Sie haben sich scheiden lassen, als ich sieben Jahre alt war.

Und es mir verschwiegen.

Für mich war es ein Trost, dass sie gut und freundschaftlich miteinander umgingen.

Aber es blieb irgendwie immer die Hoffnung, sie mögen doch nochmal den Wrg zueinander finden. Was sich nie realisierte.

Seid klar. Und seid freundlich.

Aber wenns keine Hoffnung auf ein "vielleicht irgendwann mal wieder" gibt, dann besser keine im Raum stehen lassen.

01.08.2020 18:50 • x 5 #19


EngelohneFlügel

EngelohneFlügel.


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Also ich schreibe hier mal eine Zusammenfassung aus meinen Thread wie wir das mit den Kids gemacht haben. Unsere Trennung war am 30.7.19. Von da an wußte noch keiner wie was wo und die Kinder wußten noch von gar nix. Ich bin dann zwei Monate ins Gästezimmer zum schlafen was wir den Kindern damit erklärten das Mama und Papa ein paar Probleme miteinander haben. Dann hat meine Exfrau für sich beschlossen das es endgültig aus ist und ich habe mir eine Wohnung gesucht. Eine große das unsere Kinder auch bei mir Wohnen können, sie sollten sich nicht nur als Gast fühlen. Ich wollte das Wechselmodell, da ich ihr sagte ich werde kein Wochenendpapa. War für sie auch kein Diskussionspunkt. Die Kinder wußten zu diesem Zeitpunkt dann nur, das Mama und Papa eben miteinander Probleme haben, das wir eine Lösung suchen und keiner von ihnen jemanden von uns verliert.
Ich habe dann eine Wohnung gefunden und eingerichtet und bin an Silvester offiziell ausgezogen. Die Kinder sind mit Mama zu mir mit und dort haben wir dann ihnen gesagt das Mama und Papa ab jetzt getrennt leben werden. Das sie hier und bei Mama ein Zuhause haben. Die Kinder haben dies in einer Art aufgenommen die uns beide zu Tränen rührte. Keiner der beiden weinte, sie sagten uns das sie es bei mir auch toll finden und das wir das auch so hinbekommen, also getrennt lebend.
Es gab dann noch eine Zeit mit seelischen Tiefs bei ihnen, das ist normal, aber seit Ostern haben sie dieses neue Leben voll angenommen. Sind fast hälftig die Woche bei mir und ihr, also fast 50/50 und sind glücklich. Seit gestern übrigens sind wir gesetzlich geschieden.

01.08.2020 21:23 • x 8 #20


bogar

bogar


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Zitat von Leviatan:
Ich wünsche Euch von Herzen, dass Ihr Wege findet, diese Risse so klein wir irgend möglich zu halten!


Vielen Dank. Wir werden versuchen unser Bestes zu tun. Aber verhindern können wir es nicht, denn nur wegen unserer Tochter etwas aufrecht zu erhalten was nicht existiert, geht einfach nicht.

Es tut mir leid, dass du solche Erfahrungen machen musstest. Ich wünsche dir sehr, dass du dein Seelenheil findest.

01.08.2020 22:46 • x 3 #21


Egoist


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Servus.

Wir haben es unseren Kindern (4 und 10) ca. 6 Monate nach der Trennung gesagt.

Es hat ihnen sehr geholfen, dass wir ihnen zu diesem Zeitpunkt genau sagen konnten wie es weitergeht. Mit wohnen und Umzug, Umgang und das wir als Eltern beide weiter da sind.
Klar haben sie dann getrauert, aber eben um das Ende der Beziehung- ohne Zukunftsängste, weil sie im gleichen Dorf wohnen bleiben, ihre Freunde behalten und in Schule und Kiga bleiben.

Die Trennung friedlich zu halten war dann ein weiter Baustein den Schaden auf ihre Seelen gering zu halten.

Heute bestätigen Schule, Kiga und Schulpsychologen, dass die Kids völlig in Ordnung sind.

Viel Glück. Den Moment in dem ich Luft geholt habe um den Satz zu beginnen, welcher das Gespräch zur Trennung einleitet, werde ich nie vergessen.

01.08.2020 22:55 • x 7 #22


Marinella


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Hallo bogar.

Wir haben unseren kids (damals 1,2 und 4) gesagt, dass mama und papa sich nicht mehr so lieb haben und deshalb nicht mehr zusammen wohnen möchten.
Damals wurde noch nicjt soviel erklärt auf grund des alters.
Die kids sind immer von mittwoch nachmittag auf donnerstag früh beim papa und von samastag abend bis montag früh plus 2 wochen ferien im jahr.
Wir verbringen die geburtstage der kids gemeinsam, genauso wie einschulung etc.
Meine mädels kamen gut damit klar, mein sohn nicht so.
Ihm hat die erklärung nicht gereicht. Ich kann nur sagen kinder verstehen mehr als man denkt und man sollte kindgerecht die karten auf den tisch packen.

Ich habe ihm irgendwann meine gründe mitgeteilt, da war er ca 4 und sein verhalten hat sich schlagartig verändert.

Habt mut ehrlich zu der kleinen zu sein. Solange ihr eltern bleibt, ist es meistens irgendwann ok kein pasr mehr zu sein

01.08.2020 23:05 • x 5 #23


bogar

bogar


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Vielen Dank an euch. Es hilft mir sehr eure Antworten zu lesen. Und es gibt mir Kraft diesen Weg zu gehen.

02.08.2020 00:02 • x 3 #24


bogar

bogar


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Zitat von EngelohneFlügel:
Sind fast hälftig die Woche bei mir und ihr, also fast 50/50 und sind glücklich.


Das klingt so positiv. Wir sind ja immer noch am Überlegen wie eine Lösung aussehen könnte.

02.08.2020 00:12 • x 4 #25


Leviatan

Leviatan


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Zitat von bogar:
Es tut mir leid, dass du solche Erfahrungen machen musstest. Ich wünsche dir sehr, dass du dein Seelenheil findest.


Danke schön. Habe ich im Alleinleben und suche nicht mehr.

Ich wünsche Dir und Deiner Familie, dass auch Ihr alle zur Ruhe kommt und findet. Hier sind schon viele gute Beiträge von den tollen Foris geschrieben worden, ich bin mir sicher, Du kannst daraus auch Hilfe und Zuspruch gewinnen.

Dir/Euch alles Gute!

02.08.2020 09:50 • x 2 #26


T4U

T4U


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bogar

am besten kindgerecht. Nicht das sie sich später die Schuld für gibt. Das Trennungen auch zu Leben gehören und das ihr beide sie trotzdem unheimlich lieb habt. Ihr schafft das, auf Elternebene kann man sich oft nach der Trennung besser verstehen, als zuvor als Paar

02.08.2020 09:59 • x 5 #27


Cathlyn

Cathlyn


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Zitat von bogar:
Hallo zusammen, es fällt mir etwas schwer meine Geschichte öffentlich zu machen. Aber nachdem ich viel hier im Forum gelesen habe, dachte ich mir, ich wage den Schritt auch einmal. Seit gestern Abend steht nun fest, dass mein Mann und ich uns trennen werden. Eigentlich schwebte die Trennung schon lange in der Luft, aber irgendwie hat sich keiner getraut den ersten Schritt zu tun. Maßgeblich für dieses Zögern ist unsere Tochter 7. Wir sind seit 12 Jahren ein Paar und seit 10 Jahren verheiratet. Bis zur Geburt unseres Wunschkindes verlief unsere Partnerschaft turbulent aber glücklich. Nach der ...



Also ich kann dir aus der Sicht eines Trennungskindes erzählen:

Meine Eltern stritten sich oft und selbst wenn das bei euch nicht der Fall war oder ihr es nie vor eurer Tochter gemacht habt, glaubt mir Kinder sind so verdammt schlau, die merken sofort das da was im Busch ist.

Bei meinen Eltern wünschte ich mir am Ende sogar, dass sie sich trennen, damit meine Mutter und ich Ruhe haben.
Das ganze zog sich seit meinem 6 Lebensjahr bis ich 14 war, dann betrog mein Vater meine Mutter und ein cut ist bis heute drin.

Also so wie ihr es macht, finde ich es deutlich besser, es ist eine sehr schwere Entscheidung, aber besser so, nicht das es schlimmer endet.

Ihr habt es ja in Ruhe beredet und so würde ich mich auch mit eurer Tochter hinsetzen und sowas sagen wie "wir wollten mit dir reden, denn es werden sich in nächster Zeit ein paar Sachen ändern. Weißt du Mama und Papa haben sich nicht mehr so lieb wie früher ....usw" dabei sollte man dem Kind natürlich vermitteln, es hat keine Schuld daran und es kann Mama und Papa weiterhin beide sehen und die beiden bleiben auch "Freunde" ...zumindest was eure Tochter angeht.

Wenn er die beginnende Affäre schon richtig gehabt hätte, und es dann aufgrund dessen (allein deswegen und im Streit) zur trennung kommen würde, hätte eure Tochter eher damit zu kämpfen.

Ich kann nur von mir reden, mein Vater hat damals für mich die Ehe zerstört und ich war sauer und bockig. Nun war ich natürlich älter, aber ich glaub man sucht immer irgendwie einen "schuldigen" weil man es nicht versteht als Kind. Man kennt Mama und Papa schließlich nur zusammen und sie dann eventuell mit einem anderen Partner zu sehen ist echt hart.

Also, das wäre jetzt mal die Sichtweise von der "anderen" Seite

02.08.2020 10:04 • x 3 #28


Cathlyn

Cathlyn


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Zitat von Gorch_Fock:
Ihr könntet Eure Reflektionen auch mal in eine Eheberatung geben und dann ggf. ganz neue Wege gehen (offene Beziehung, etc). So wirklich sehe ich den Trennungsgrund noch nicht. Da wäre noch Raum zum arbeiten.


Sorry, aber wenn ein Kind mit im Spiel ist geht sowas nicht. Das kann ganz viel anrichten. Also das mit der offenen Beziehung und so. Viel zu viel durcheinander. Zumal TE ja auch keine Gefühle mehr hat.

02.08.2020 10:06 • x 3 #29


Leviatan

Leviatan


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Zitat von Cathlyn:

Sorry, aber wenn ein Kind mit im Spiel ist geht sowas nicht. Das kann ganz viel anrichten. Also das mit der offenen Beziehung und so. Viel zu viel durcheinander. Zumal TE ja auch keine Gefühle mehr hat.


Sehe ich auch so.

Offene Beziehungen - bestenfalls in Partnerschaften ohne Kinder. Da könnte ich mir vorstellen, dass Kinder dann völlig die Orientierung verlieren. Sie brauchen ja "Ankerplätze" und das sind nun einmal die leiblichen Eltern, nicht irgendwelche aus ihrer Sicht fremde Menschen, die neben Mami oder Papi dann noch das Bett und sonstwas teilen.

02.08.2020 10:19 • x 3 #30



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