Hallo Ihr Lieben,
vielen lieben Dank für Eure zahlreichen Antworten, Einschätzungen und Meinungen. Ich versuche ein wenig mehr Licht ins Dunkle zu bringen.
Situation mit meinem Sohn:
Als mein Mann vor 4 Jahren starb, war unsere Tochter gerade 15 geworden. Er hinterließ mit einen Haufen Schulden, ich hatte bis dahin nur einen Halbtagsjob und wusste nicht ob ich unser zu Hause 'halten' konnte.
Mein Sohn, mit Frau und dem ersten Enkelkind waren damals auf der Suche nach einer größeren Wohnung. Das zweite Kind war unterwegs, die Wohnungen sündhaft teuer und so haben wir gemeinsam entschieden wieder zusammen zu ziehen - ein Mehrgenerationenhaus zu gründen wo jeder seine Aufgaben hat, wir uns gegenseitig entlasten und wir uns die laufenden Kosten teilen und jeder hat seinen Vorteil daran.
Vereinbart waren 3 Jahre - bis meine Tochter ihr ABI hatte. Dann sollte mein Sohn mit Familie hier im Haus bleiben und ich hätte mit mit meiner Tochter eine Wohnung gesucht und wir wären ausgezogen. Alles klappte ganz gut, bis mein neuer Partner in mein Leben kam. Am Anfang haben sich alle gut, sogar sehr gut verstanden, aber mit der neuen Partnerschaft veränderte sich auch mein Leben. Ich war öfters unterwegs, nicht immer verfügbar zum Babysitten, zum 'mal einspringen' wenn Not am Mann war.
Meinen Wunsch nach einem eigenen Leben - nach 34 Jahren immer Kinder um mich - kommunizierte ich immer häufiger. Und auf einmal war unser 'Plan' nicht mehr aktuell. Mein Sohn wollte kein Mietverhältnis mit mir, ich sollte zuerst ausziehen erst dann zieht er aus und dann könnte ich das Haus ja verkaufen, mein Partner hätte sich sowieso nur bei mir eingeschleimt und seit ich ihn kenne hätte ich keine Zeit mehr für Familie und alles wäre mir zuviel.
Er zog dann innerhalb von 1 Tag aus, seitdem ist Funkstille und meine Enkel sehe ich derzeit nicht.
Thema 'aufeinander zugehen': ja, ich gehe auf ihn zu aber ich werde - im wahrsten Sinne des Wortes - weggeschoben. Er schiebt mich von sich - vehement. Und auch ich bin nur Mensch und irgendwann trifft mich dieses Verhalten - es tut weh, verletzt und ich habe keine Lust um seine Aufmerksamkeit oder Liebe betteln zu müssen. Ich empfinde es immer als Gratwanderung. Ich habe das Gefühl, dass es immer und jederzeit aus den nichtigsten Gründen passieren kann.
Silent Treatment: ja, darüber habe ich auch schon nachgedacht - ich habe es für mich immer als Zuckerbrot und Peitsche betitelt. Es bedarf sehr viel Fingerspitzengefühl und Ausdauer dann wieder durch seine Mauer/Schale durchdringen zu können.
Mein Partner: ja er ist auch über 50 - hat eine sehr schwierige Ehe hinter sich. Wurde von seiner Ex-Frau, deren 3 leiblichen Kinder er adoptiert hat - obwohl ein Vater vorhanden war/ist - während einer Geschäftsreise vor die Tür gesetzt. Stand von jetzt auf gleich vor dem Nichts. Hatte noch seine Klamotten, sein Auto und sonst war alles weg - sein Leben, sein zu Hause, alles .....
Das ist jetzt bereits 5 Jahre her. Er lebte 3 Jahre alleine und wollte eigentlich auch alleine bleiben. Aus Jux hatte ihn ein Freund bei dem Datingportal angemeldet und dann kam ich .....
Was fasziniert mich an ihm - er ist ein sehr zuvorkommender, aufmerksamer Mensch der das Herz am rechten Fleck hat. Und ich kann wirklich und reinen Herzens behaupten - hätte ich mir einen Mann 'backen' können, dass wäre so etwas wie er dabei herausgekommen. Ich sagte früher immer so dahin - wenn ich mir einen Mann wünschen und bauen könnte, dann hätte ich gerne ein paar Eigenschaften meines Mannes aus erster Ehe und ein paar meines Mannes aus zweiter Ehe ... und das erfüllt er.
Aber keiner von uns ist perfekt und so kommen zu den 80% die ich an ihn schätze und liebe eben 20% dazu mit denen man sehr schwer umgehen kann und wo echt Samthandschuhe gefragt sind - die ich nicht immer anhabe.
Mein Satz 'toll gemacht, aber .....': ja, warum hab ich das so formuliert. Weil ich manchmal quatsche ohne vorher darüber nachzudenken. Ihr müsst wissen ich bin Ösi und lebe seit 20 Jahre in D. Ich habe eine andere Mentalität - da kommen schon manchmal Dinge aus meinen Mund die nicht jeder hören möchte. Sehr direkt, sehr platt, für manche sehr schroff - obwohl ich das nicht so meine.
DAS WEISS ICH und das war auch schon Thema in meiner zweiten Ehe (mein verstorbener Mann war auch Deutscher). Ich arbeite daran, ich bemühe mich aber es klappt halt nicht immer .....
Es ist schlimm für mich, da ich langsam anfange an mir zu zweifeln ... mir ständig den Kopf zerbreche und mich frage, was könnte ich besser machen. Was habe ich übersehen. Aber ich habe das Gefühl - egal was ich mache, das Ende ist immer das Gleiche. Sobald er sich auch nur in kleinster Weise verletzt, gekränkt oder missverstanden fühlt startet ein Ablauf den man nicht unterbrechen kann - egal wie man auf ihn zugeht.
Ich frage mich, kann sich das noch ändern wenn man Geduld hat?
Können Verletzungen aus der Vergangenheit ein wenig geheilt werden, so dass man wieder Vertrauen fassen kann?
Ich hoffe, ich habe alle Eure Fragen beantwortet
