Zitat von pand3m0nium: Wie kommt jemand aus einem Vermeidungsverhalten raus? Klar du kannst jetzt sagen "reiß dich zusammen und mach endlich". das hab ich mir aber schon selber gesagt. Es ist wie gesagt für mich wie eine körperliche physikalische Barriere. Incl Herzrasen, schwitzen, "Panik", wenn so eine Situation wirklich bevorsteht.
Reiß Dich zusammen und mach einfach kommt nur von Menschen, die die eigene hin und wieder mal aufscheinende Antriebsschwäche mit Vermeidung verwechseln.
Allerdings und das schreibe ich ganz bewusst, wird es ganz ohne Herzrasen und Panik nicht gehen. Es gibt schlicht kein Szenario, in dem Du es aussprichst und Du vorher ganz normal und entspannt bist. Realistischer ist wohl eher, daß Dir vorher ziemlich übel wird.
Aus der Vermeidungshaltung rauskommen: naja, wie im allgemeinen, wenn man an sich arbeitet, wahrnehmen, dann nicht in die Bewertung rennen und dann eine bewusste Entscheidung für oder gegen Vermeidung treffen. Das ganze dann 3000-7000 Mal üben. Gut letzteres war ein halber Scherz.
Aber hilfreich für Dich wäre sicherlich, wenn Du Dich vom Gedanken verabschiedest, daß Du aus der Vermeidungshaltung "rauskommst", sondern anfängst darüber nachzudenken, was Du tatsächlich brauchst, um trotz dieser Haltung ins Handeln zukommen. Was hilft bei Panik, was hilft Dir bei Herzrasen? Gibt es überhaupt eine realistische Möglichkeit, die Trennung ohne Beisein eines Dritten durchzuziehen? Wie vieler Fehlschläge bedarf es, bevor Du einen Dritten mit ins Boot holst?
Ich persönlich empfinde es auch als hilfreich, vorab für mich ganz klar geklärt zu haben, warum das notwendig ist.
Das wäre bei Dir ja jetzt nicht so das große Thema, obwohl ich nach wie vor den Eindruck habe, daß ein Teil von Dir noch immer denkt, Du hättest da irgendwie eine Wahl und es gäbe eine realistische Möglichkeit, die Ehe einfach so zu belassen.
Die gibt es nicht.
Willst Du die Ehe fortführen, dann müsstest Du mit der ganzen Wahrheit herausrücken, weil ein Neuanfang nicht nur auf der halben Wahrheit geschaffen werden kann. Für einen Neuanfang ist es essenziell, daß sich beide neu füreinander entscheiden, das geht aber nur in Kenntnis aller Umstände.
Wenn Du die Ehe nicht fortführen möchtest, dann und nur dann kannst Du es auch bei den beiden bereits zugegebenen Malen belassen und musst halt erst durch den Akt des Aussprechens und dann eben danach durch die einzelnen Phasen einer Trennung hindurch.
Siehst Du was? So oder so, kommst Du nicht drumherum eine Ansage zu machen. Jetzt wäre also die Frage, was Dir Vermeidung für einen Benefit bringt...