@Maxi589
Lieb, dass du fragst. Leider habe ich es immer noch nicht geschafft, damit klarzukommen.
Also ich habe es natürlich mittlerweile akzeptiert, aber das hatte ich auch damals schon recht schnell hinbekommen - es blieb mir ja auch nix anderes übrig.

Ich habe direkt nach der Trennung noch etwa eine Woche wie ein Zombie funktioniert, sprich weitergearbeitet und bin dann komplett zusammengebrochen. Ab zum Arzt, der mich sofort krankschrieb mit einer schweren Depression. Medikamente (Antidepressiva) genommen und parallel wöchentlich Gesprächstherapie.
Die Medikamente haben mir wirklich gut geholfen, die Zeit überhaupt ertragen zu können und nicht rund um die Uhr heulen zu müssen, sie dämpften alles etwas ab. Habe sie erst vor 2 Monaten ausgeschlichen und abgesetzt.
Ich habe also auch noch einen langen Weg vor mir, aber meine dunklen Gedanken sind weniger geworden und ich will mir mein Leben
alleine einfach so schön wie möglich gestalten.
Ich wünschte, ich hätte einen richtig guten, konkreten Rat für dich, aber wir Menschen haben ja so individuelle Vorstellungen von Glück und von dem, was uns gut tut.
So banal es sich anhört, aber z.B. viel an die frische Luft hilft wirklich. Ablenkung ist auch ein gesichertes Hilfsmittel, aber ob das für dich eher Netflix alleine auf der Couch bedeutet oder mit einer guten Freundin am Tresen einer verqualmten Bar zu sitzen, weiß ich nicht. Hauptsache du tust etwas, was DIR gut tut, ohne das vor irgendjemandem rechtfertigen zu müssen.
Beim Lesen deiner Geschichte kam mir noch der Gedanke, dass er sich vielleicht vor dir schämt und auch (nicht ausschließlich) deshalb so abrupt von dir Abstand nimmt - schließlich hast du über zwei Jahre die dunkelsten und wahrscheinlich auch unschönsten Aspekte seines Wesens miterlebt. So absurd sich das vielleicht anhören mag, aber vielleicht will er mit seiner tollen neuen Profilphototante einen ebenso tollen, neuen Neustart hinlegen um sich dadurch selbst "gesünder" zu fühlen. Die Phototante wird ja wahrscheinlich nichts von seinen Depressionen etc wissen, beziehungsweise davon, wie er sich z.B. in einer medikamentenfreien Zeit verhält.
Keine Ahnung, ob jemand aus dem psychologischen Berufsfeld dieser Theorie zustimmen würde, bin nur Laie!
Im Endeffekt sind die Gründe, warum er dich verlassen hat, wirklich egal. Er hat es getan und dieser schnelle Wechsel, inklusive der peinlichen Photoaktion, qualifiziert ihn für den Club der SCHÄBIGEN.
Depression hin oder her.