Puh, was für ein skurriler Tag.
Mir geht es eigentlich ganz gut?
Ich weiss jetzt auch, warum ich heute morgen so völlig fertig war, ich bin zwar sonst auch morgens wie erschlagen wg. der Krankheit, aber das heute war ein anderes Kaliber. Kein Wunder, wenn man morgens im Halbschlaf die Antidepressiva mit den Schlaftabletten verwechselt und dann noch direkt die anderthalbfache Dosis...
Ich habe mich dann doch nach draussen gequält, und es war soooo schön und toll, anderthalb Stunden habe ich im Schnee durchgehalten und wieder ein paar Leute kennengelernt. Tolle Fotos geschossen. Der kurz vorhandenen Versuchung widerstanden, sie IHM zu schicken. Kann er sich die Tage auf Facebook anschauen.
Danach habe ich mir was gekocht, nen Film geschaut, Brötchen für morgen gebacken... und schwanke die ganze Zeit total zwischen zwei Gedanken/Gefühlen hin und her, a) Einsamkeit, bin hier alleine im Hochgebirge, tage- und wochenlang, mit meiner Lieblingskollegin hab' ich's mir offenbar jetzt auch verdorben, und b) ich komme prima alleine klar, vielleicht bin ich tief im Inneren doch ein Einzelgänger (ne, echt nicht, niemand ist so abhängig von anderen und der Bestätigung anderer wie ich), fühle mich hier in der Ferienwohnung so wohl. Brauche nicht mehr als eine Stunde im Schnee, duschen, essen, HomeOffice arbeiten, Film gucken, schlafen. Vielleicht werde ich den Rest meines Lebens allein verbringen, so wie jetzt? Niemals Familie haben, nie wieder echte Freunde, einfach nur ich und die Natur, vielleicht eines Tages ein Medikament gegen meine Krankheit, dann auch wieder Vollzeit arbeiten. Vielleicht brauche ich nichts und niemanden, solange ich das Internet habe? Es ist so merkwürdig. Selbst, dass mir eine Bekannte ihren geplanten Besuch fürs WE abgesagt hat, macht mir nichts aus. Bin ich halt alleine hier. Was ist mit mir los?