Gestern ist etwas komisches passiert.
Nach über 1,5 Jahren Kontaktabbruch schreibt mich tatsächlich meine Affäre an. Ich dachte ich sehe nicht richtig im Postfach, was für eine Nachricht da plötzlich auftaucht. Ich hatte sofort Herzklopfen und hatte überlegt, ob ich sie lese oder noch eine Nacht drüber schlafe. Ich habe sie dann gelesen. Es ist so komisch plötzlich von der Person zu hören, auf die man jeden Tag wartet.
Doch der Inhalt der Mail ist nicht das, was ich mir gewünscht habe. Natürlich wollte ich, dass wir an der Stelle weitermachen, wo wir aufgehört haben. Dass wir ohne den Druck von außen endlich an der Beziehung arbeiten können. Es hatte wirklich so viel Potential. Doch sie möchte weiterhin keinen Kontakt. Es ist also weiterhin eine Absage an mich... Sie will nicht. Hat sich entliebt, obwohl es so besonders war. Es ist so hart. Dabei habe ich mir vorgestellt, wie wir das Leben gemeinsam meistern. Unsere Macken angehen und ich auch auf ihrem beruflichen Weg begleite und wir eventuell mal eine Familie gründen mit drei kleinen Gürkchen. (Sie wollte, wenn überhaupt Kinder, dann gleich mehrere. Ich war da gar nicht so abgeneigt.)
Alles war sehr abstrakt. Und es war nur eine kurze Mail, nicht so wie früher. Sie meinte, dass die letzten Jahre hart waren und sich gerade viel verändert in ihrem Leben. Zum besseren meint sie. Mir gehen dann natürlich gleich Gedanken durch den Kopf: neuer Freund, Umzug, schwanger... vielleicht ist es auch beruflich. Vielleicht auch wegen einer Therapie. Aber sie will weiter keinen Kontakt und ich soll sie nicht anschreiben
Am Ende meinte sie auch, dass ich nicht für immer allein bleiben werde...
Auf der einen Seite ist es gut, dass sie geschrieben hat. Dass ich mich nun vielleicht nicht so wertlos wie Müll weggeworfen fühle. Dass ich weiß, sie hat da noch an mich gedacht. Andererseits bin ich natürlich traurig. Ich hatte gehofft, dass wir die Beziehung führen, sie viellecht meine Frau wird. Dass ich sie begleite im Leben und sehe, was für tolle Sachen sie beruflich macht. Und ich stolz auf sie sein kann, was sie geschafft hat. Oder dass ich ihr helfe auch ihre Probleme zu bewältigen. Wir wollten immer für den anderen eine Stütze sein, wollten, dass am Ende der Beziehung jeder davon etwas hat, auch wenn es scheitert. Für mich ging das aber alles zu schnell. Wir haben nie wirklich etwas ausprobieren können, ob es zwischen uns klappt. Ich war da immer zuversichtlich, dass da etwas Gutes herauskommt, selbst wenn es nur ein Versuch gewesen wäre.