Zitat von EmmaPee: Denn ich finde es spannend, wie Du studierten Therapeuten widersprichst.
Hej, wenn man mir falsche Aussagen unterstellt, möchte ich schon gern antworten. Ich widerspreche nicht studierten Therapeuten. Wie gesagt: medizinisch sage ich genau das, was ich schon geschrieben habe:
1.) Antiddepressiva können helfen. Belegt durch Studien ist das ausschließlich bei schweren Depressionen, und auch da kann niemand erklären, warum genau. Es ist nicht die Serotonin-Aufnahme und es nicht die Überbrückung der Synapse (was man früher gedacht hat und was viele, sorry, studierte Therapeut/inn/en auch heute noch denken). Es gibt neue Studien zur Wirkweise von Depressionen, die man recherchieren kann. Darin steht genau das: Sie
können auch bei leichten und mittelgradigen Depressionen helfen, dort ist die Wirkung aber in Studien nicht belegbar. Deswegen geht man in diesen Fällen - auch - vom Placebo-Effekt aus. Hinzu kommt, dass die meisten Depressionen Wellen haben und viele Depressionen sich von selbst bessern. Depressionen sind ein spannendes und sehr aktuelles Thema. Man versteht sehr wenig darin.
2.) Die gewünschte Wirkung von Antidepressiva ist Verbesserung der Stimmung und des Antriebs. Sie
können - und zwar besonders in der Anfangsphase - auch andere Wirkungen haben: z. B. Dämpfung der Gefühle, was übrigens auch die gewünschte Wirkung sein
kann. Sie
müssen eingeschlichen werden über zwei bis drei Wochen und die Dosierung ist nicht einfach. Das war der Part, den ich insbesondere für Akos geschrieben habe. AD sind kein Wundermittel. Mehr hab ich nicht geschrieben, auch das stimmt.
Zitat von EmmaPee: Erst mit der Einnahme vom AD besserte sich das. Und nein, das war und ist kein Placebo-Effekt. Zusätzlich war ich 3 Jahre ambulant bei meiner Therapeutin in Behandlung.
Bitte vermische nicht, was ich geschrieben habe. Ich habe weder geschrieben, dass AD ausschließlich über Placebo wirken, noch dass das bei Dir so gewesen ist.
Da Du von Deiner Einzelerfahrung schreibst, möchte ich Dir gern meine Einzelerfahrungen - es sind drei - schreiben.
Content-Warnung: Suizid
Meine beste Freundin nimmt seit kurzem AD und beschrieb mir genau diese - bei ihr sehr massiven - Dämpfungen des kompletten Gefühlslebens, ihres Hirns, ihrer Konzentrationsfähigkeit. Sie doktort mit ihrer Ärztin an der richtigen Dosierung.
Eine weitere mir nahe Person nahm über ein halbes Jahr AD und verspürte keine Wirkung, wie Du sie beschreibst, aber auch keine Wirkung, wie meine Freundin sie gerade spürt. Eher wenig Wirkung überhaupt. Sie war in einer Tagesklinik und hat das Gefühl, das hat ihr geholfen.
Eine nahe Person aus meiner Familie ist wegen einer depressiven Verstimmung in psychiatrische Behandlung gegangen, die Depression verschlimmerte sich, sie hatte zu Beginn der Behandlung AD bekommen, diese auch gewechselt und hat sich nach eineinhalb Jahren selbst getötet.
Du magst verstehen, warum ich mich stark wissenschaftlich für AD interessiert habe und bei AD vorsichtig bin, auch in meinen Aussagen.
Und trotzdem finde ich: Jede/r mit Depression sollte - in Abstimmung mit Arzt/Ärztin - AD bekommen oder bekommen können, am besten aber mit Therapie, denn es gibt schlicht kein anderes Medikament bei Depressionen.
Auch wenn Du mich jetzt nochmals zitierst und mir wieder schreibst, dass ich Falsches schreibe, bitte ich um Verständnis, dass ich darauf nicht reagieren werde, also: zum Thema Depressionen.