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Wieso arbeite ich mich dermaßen an ihm ab

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MiaMiaMiaMia
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Guten Abend,

ich sitze mal wieder zuhause und überlege "ihn" anzurufen. Völlig bekloppt, wirklich völlig bekloppt. Und trotzdem, . ich spiele mit dem Gedanken, obwohl er mich zwar nicht blockiert hat, aber gelöscht (macht er immer so).

Ich schildere mal mein Problem:
Ich war immer eine Frau (46), die sich wirklich alleine und selten bis nie einsam gefühlt hat, ich probiere gern alleine Neues aus, habe zwei Freundinnen, beide verheiratet und leider zu nichts zu bewegen, außer mal gemeinsam essen zu gehen, daher habe ich mir vor zwei Jahren selbst gesagt: Mach Dinge, die du tun willst, nicht von Anderen abhängig, mach sie einfach alleine. Ich habe also viele Hobbys, Sport, Interessen, lese gern, bin auch offen für einen Freund.

Kurzum:
Ich habe vor genau 1 Jahr "ihn" kennengelernt. 43J, zuckersüßer Typ, schaut gut aus, ein Machertyp, irgendwie mochte ich ihn sofort. Wir kamen meines Geschmacks nach viel zu rasch zusammen, nachdem wir uns zwei, drei Mal gedated haben, waren wir bereits in einer Beziehung. Mir ging das ziemlich schnell, da ich aber lange Solo war zuvor und eher eine Eigenbrödlerin ließ ich mich drauf ein und dachte "ok, ich muss mich einfach umgewöhnen".

In den ersten Wochen merkte ich schon, das es mich anstrengt, wir hatten nicht so recht viele Gemeinsamkeiten, er ist eher ein Stubenhocker, ich bin aktiv. Er macht keinen Sport, lebt eher ungesund, hat keine Lust zu kochen, auch nicht mit mir, ist eher der Fast Food Typ. Er hat große Schlafstörungen, was es mir sehr schwierig gemacht hat, dort ruhig mit ihm zu übernachten. Irgendwie war es ein schneller Prozess, dass er deutlich machte, dass das "so nichts wird mit uns, wenn ich dies und das nicht ändere". Also er wollte mich Freitag bis Sonntag Abend bei sich haben. Mir kam das schnell recht inhaltslos vor, ihm ging es einfach darum, gemeinsam den Alltag zu bewerkstelligen, alles gemeinsam machen, gemeinsam einkaufen, gemeinsam spazieren (was schön war), gemeinsam dies, gemeinsam das. Während der ersten Wochen machte ich das mit, merkte aber, bei mir blieb alles, was mir Spaß machte, auf der Strecke und die gemeinsame Zeit mit ihm führte immer mehr zu Diskussionen, weil er seine Unzufriedenheit komplett an mir ausließ.

Während ich das Gefühl hatte, wirklich nichts richtig machen zu können, versuchte ich in den ersten Monaten alles, um ihm zu gefallen. Irgendwann brach ich zusammen, war lange krank, mein Hausarzt sagte: Stress, Psyche. Er machte noch mehr Druck mit Ratschlägen, was ich alles tun solle, wobei er wusste und es sogar ab und an erwähnte, dass er der Stressfaktor ist.

Er hatte einen enormen Anspruch mich ständig zu sehen, war dann aber selber oft gestresst und genervt, während ich zb unter der Woche direkt nach der Arbeit zu ihm kam, war er dann genervt, obwohl ich ja da war. Er war recht schnell dauerhaft mies gelaunt. Ich sagte ihm dann oft, wenn er so schlecht gelaunt ist, solle er doch einfach sagen, dass er mich nicht sehen mag, da ich daheim genug anderes zu tun habe.

Er war dann auch zunehmend überempfindlich, alles sah er als komplette Kritik an sich und seiner Person, während umgekehrt er immer Recht hatte und mich zunehmend beschimpfte und beleidigte, fühlte er sich bei der kleinsten Kritik angegriffen und rastete komplett aus.

Er beendete drei Mal die Beziehung, normal hätte jeder Mensch gesagt: Lass das, das hat keinen Zweck. Mit ihm war absolut nicht zu diskutieren, nicht auf konstruktive Weise zu streiten, er drehte sich im kreis, war einfach streitsüchtig, wollte garkeine Lösung, sondern einfach nur seiner Wut freien Lauf lassen.

Ich nahm mir im Juli psychologische Hilfe. Las viel, das war die Zeit, in der er sich für zwei Monate getrennt hatte. Ich wurde sehr klar und sah ihn fast zunehmend neutral, entliebte mich, sah ihn fast schon als lebendiges Arbeitsprojekt, an dem ich aktiv meine Grenzen testen konnte und mir war klar, dass man mit ihm keine vernünftige Beziehung führen können wird, da er komplett in seiner Welt war, in der er das Recht hatte, mich zu beschimpfen, wenn er sich ungerecht behandelt fühlte.

An der Stelle würde wieder normalerweise jeder sagen: Nimm die Beine in die Hand und lauf. Ich hingegen dachte permanent an ihn, nicht in einer Form Liebeskummer, sondern in der Form "du bist noch nicht fertig, wir müssen noch weiter arbeiten". Total bekloppt, aber nachdem wir es im November ein drittes Mal versucht hatten, rastete er an einem Weihnachtsmarkt wieder vollends aus aufgrund einer Kleinigkeit, die ich ihm nicht sagte, also dass ich mich an Weihnachten mit einer Freundin treffen wollte, er fühlte sich hintergangen, da ich ihn nicht zuerst fragte - was schwierig war, denn wir waren in einem Dauermodus von On und Off, Planbarkeit war nicht gegeben und ich lebte einfach irgendwann mein Leben weiter.

Er ist ein richtig hasserfüllter Mensch, ich glaube, das liegt in seinem Elternhaus begraben. Er wurde vom Vater oft gedemütigt, geprügelt und nicht ernst genommen. Er kompensiert das nach außen mit einem harten und bestimmten Auftreten, ist im Kern aber ein extrem unsicherer Mensch, jede Whatsapp eines Arbeitskollegen ließ ihn komplett exkalieren und er war oft so hilflos, dass er herum schrie, mich hinaus schmiss aus der Wohnung, wenn ihm was nicht passte. Also ein unmöglicher Mensch.

Und nun bin ich wieder seit einiger Zeit getrennt von ihm. Ich versuche mich gut abzulenken, mich auf Dinge, die ich gern tue, zu freuen und sie trotzdem ich oft energielos bin, durchzuziehen, denn wenn ich dann dabei bin, habe ich Freude daran und vergesse ihn gedanklich zum Glück auch.

Aber dann gibt es Tage wie heute, an denen ich daheim sitze, nicht ausgefüllt bin und an ihn denke, ihn anrufen will, wieder mit "ihm arbeiten" will.

Ich selbst habe eine schwierige Kindheit gehabt, überbehütet, meine Eltern waren sehr streng, ließen uns kaum Fehler machen aber übergingen auch unsere Grenzen, die meiner Geschwister und mir, also Grenzen mütterlicher Seits wurden kaum akzeptiert, das war schon oft ein Thema, weshalb ich mir auch in Beziehungen entweder garnichts oder zuviel gefallen ließ, aber kein Mittelmaß fand.

Ich habe keinen Liebeskummer in der klassischen Form, so dass man sich wirklich nach der Person sehnt, sondern ich sehne mich nach ihm als eine Art "Spiegel, an dem ich arbeiten kann". Und ich würde diesen Teufelskreis gern verlassen, ich würde ihn gerne gedanklich frei geben und merke auch, dass ich aktuell nicht offen bin für jemand anderen, das stört mich am meisten.

Hat irgendwer vielleicht Input für mich, Hilfestellungen oder Links für weiterführende Hilfe?

Ich bin zwar in therapeutischer Betreuung, aber die Termine liegen oft so weit auseinander, fallen häufig aus, dass ich mich gern zwischendurch noch neu inspirieren lassen würde und hoffe hier auf Input.

x 4 #1


Gorch_Fock
Hi, ein guter Tipp: Würdest Du diesen Mann mit den von Dir beschriebenen Eigenschaften einer Freundin empfehlen?

Was ich immer wieder bei Beschreibungen von Frauen im Hinblick auf ihre Männer auffällt: diese wirken so mega unsympathisch, dass man auch als Mann da einen großen Bogen machen würde.

Du solltest in der Tat etwas tun: ihn auf Ignorieren setzen und dein Leben erstmal wieder sortieren.

x 3 #2


A


Wieso arbeite ich mich dermaßen an ihm ab

x 3


M
Hello,
danke, das ist ein super interessanter und guter Tipp.
Ich habe diesen Mann zum Ende hin nicht mal mehr meiner Familie zugemutet, auch in der Öffentlichkeit war ich ungern mit ihm, weil er sich teilweise unkalkulierbar verhielt. Und die ständige Kritik, also es war immer irgendwas nicht passend und nicht in Ordnung, ging mir einfach komplett auf die Nerven.

Ich habe ihm zwischendurch auch mal gesagt, dass ich mir mit ihm definitiv keine Beziehung mehr vorstellen kann, woraufhin er so explodiert ist, dass ich dachte, er wird gewalttätig.

Jeder normal denkende Mensch würde mich schütteln und mir sagen: Spinnst du komplett? Nur ich selber bin durcheinander, wieso ich überhaupt daran denke ihn noch mal zu kontaktieren. Ich werde es nicht tun, ich bin vernünftig.

Ich glaube sogar, ich habe stellenweise aus Mitleid gehandelt, er war immer am Jammern, andererseits prahlte er mit seinem schier unendlichen Freundeskreis, der aber nur zum Saufen taugte oder für oberflächliche Feierei, innerlich war und ist er in meinen Augen extrem leer.

Für ihn und in seiner Wahrnehmung waren immer alle anderen Schuld an seinem Leid, wenn er den falschen Job gewählt hatte, waren andere Schuld, dass er ständig Geldnot hatte, war die Schuld anderer, im Zweifel die des Staates. Dass er überall im Büro Probleme hatte, war immer die Schuld der Leute. Ich hatte anfangs sprichwörtlich gedacht, ich muss ihn retten. Irgendwann sah ich, dass ich mich selber retten muss. Er war wie ein Ertrinkender, der nach Hilfe schreit, aber sobald ein Bademeister kommt, zieht er den noch mit in den Abgrund, so dass der Bademeister (also ich in dem Fall) sich selber retten muss.

x 3 #3


Sonnenschein85
Ja ich denke das es irgendwie mit dir selbst zu tun hat und weniger mit ihm.
Irgendwie das du ihn retten/ihm helfen willst um vielleicht von deinen eigenen Problemen und Sorgen Ablenkung zu haben und gleichzeitig eine Art sinnvolle Aufgabe. Könnte das sein? Eine Art kompensieren?

x 3 #4


M
Zitat von Sonnenschein85:
Ja ich denke das es irgendwie mit dir selbst zu tun hat und weniger mit ihm. Irgendwie das du ihn retten/ihm helfen willst um vielleicht von deinen eigenen Problemen und Sorgen Ablenkung zu haben und gleichzeitig eine Art sinnvolle Aufgabe. Könnte das sein? Eine Art kompensieren?

Hello,
ja, es ist schon ein Problem .... ich habe viele Hobbys, ich habe viele Interessen, aber bin auch auf der Suche nach Tiefgang. Ich habe keine Familie gegründet, keine Kinder, habe Freunde, aber die gehen ihren eigenen Weg, mit ihren Partnern, ich bin daher seit ich etwa 30 bin, ein wenig auf mich gestellt. Bin ein wenig auf der Suche nach einer Aufgabe, vielleicht habe ich ihn als Aufgabe gesehen. Oder sehe es immernoch als eine Aufgabe.

Ich habe hier im Forum mal gelesen, man will sich daran abarbeiten, um sich selbst zu heilen, ein wenig wie wenn man sich an einem Elternteil abarbeiten mag, aber das klappt so natürlich nie

x 5 #5


Sonnenschein85
Zitat von MiaMiaMiaMia:
Hello, ja, es ist schon ein Problem .... ich habe viele Hobbys, ich habe viele Interessen, aber bin auch auf der Suche nach Tiefgang. Ich habe keine ...

Das denke ich auch. Das du eigentlich selbst Heilung suchst und das auf ihn überträgst.

Vielleicht auch durch deine schwere Kindheit?

x 3 #6


M
Zitat von Sonnenschein85:
Das denke ich auch. Das du eigentlich selbst Heilung suchst und das auf ihn überträgst. Vielleicht auch durch deine schwere Kindheit?

Jes, ganz sicher, das ist auch durch meine beginnende Therapie deutlich geworden, ich bin glaube ich dem Problem erlegen, dass ich ungelöste Dinge mit den Eltern, insbesondere dem Vater versuche über diese Form zu lösen. Er hat übrigens optisch, charakterlich sehr sehr krasse Ähnlichkeit mit meinem Vater. Ist mir erst aufgefallen, als ich bereits gefangen war. Später wurde mir das sehr klar, dass er mich anzieht.

Er sagte übrigens selber mal: Ich mache ihn extrem wütend, triggere ihn extrem, vermutlich also hat er das selbe Problem wie auch ich.

x 3 #7


M
Der Mann ist auf keinen Fall auf Dauer der richtige Mann für dich, aber durch die vielen Streitigkeiten, usw. wurde eure Verbindung zu einem großen Lebensinhalt von dir. Du hast dich sogar so sehr gestresst dadurch, dass du wirklich krank geworden bist und nun in therapeutischer Behandlung bist.

Und das ist jetzt der springende Punkt. Du hast dich so sehr mit dem allen auseinandergesetzt. Selbst wenn ihr getrennt wart, hattest du wahrscheinlich immer auch einen Gedanken bei ihm (z.B. kann ich mich da mit meiner Freundin verabreden oder hat er wieder etwas dagegen, etc.) und das alles ist ohne ihn jetzt leer und muss mit neuen Aktivitäten, Gedanken, usw. gefüllt werden.

Zudem hast du bei ihm immer wieder enorme Hormonrausche erlebt. Leider nicht immer im positiven Sinn, aber auch die machen uns leider zu einem gewissen Grad abhängig. Es sind wie Gewohnheiten, denn du hattest schlussendlich ihn ständig in deinem Hinterkopf und das ist immer noch so.

Wie man das wirklich in Griff bekommen kann? Man muss lernen, dass man mit sich selber Dinge anstellt, die einen wirklich glücklich und zufrieden machen. Man muss versuchen diese Leere mit anderen Dingen zu füllen.

Und meiner Meinung nach kann man vermutlich erst so richtig loslassen, wenn man eine andere Person gefunden hat und zwar eine Person, die man für sich selbst als mindestens gleichwertig "attraktiv" ansieht als Partner. Denn hier lernt man dann, dass man 1) immer noch solche neue Menschen kennenlernen kann und 2) wird man auch abgelenkt. Erinnerungen werden überschrieben und das Gehirn wird zum Teil neu programmiert. Man vergisst auch wieder.

Was mir wirklich hilft ist, dass ich in schwachen Momenten, wo ich meiner Ex hinterhertrauere, wirklich mir alle Situationen und Dinge in den Kopf rufe, die ich wirklich verurteile bei ihr, weil es objektiv gesehen einfach nicht korrekt von ihr war. Und dann frage ich mich immer, ob das wirklich langfristig einen Sinn hätte und ob ich das wirklich will.... und dann geht es einem meistens wirklich schon besser.

Finde die Idee auch super mit der Frage, ob du ihn einer Freundin (mit der du es gut meinst Glücklich ) empfehlen würdest...

x 3 #8


Sonnenschein85
Zitat von MiaMiaMiaMia:
Jes, ganz sicher, das ist auch durch meine beginnende Therapie deutlich geworden, ich bin glaube ich dem Problem erlegen, dass ich ungelöste Dinge ...

Ja. Das kann sein. Es gibt so Menschen die extrem viel in einem triggern..aufwühlen aber die gleichzeitig extrem anziehend sind.

x 2 #9


tesa
Dein Kopf sagt Dir sehr deutlich, was gut und richtig wäre. Das was Du von ihm bekommst, ist es das nicht.

Aber aus Deiner Kindheit kennst Du dieses Muster der Grenzüberschreitung. Und da kam sie von Menschen, von denen Kinder emotional abhängig sind. Und Du hast gelernt, dass das Liebe ist. (Ist zwar falsch, aber gelernt hast Du es trotzdem so.)

Ich schätze mal, dass Du versucht hast, artig zu sein, damit Mama Dich lieb hat. Und dieses Muster wiederholst Du bei ihm. Was mich allerdings stutzig macht: ist das der erste Mann, wo es so ist?

In einer ähnlichen Situation habe ich meine Wohnung mit Post-its vollgeklebt, mit allem was ich nicht mehr wollte. Damit ich es vor Augen hatte. Am Anfang hab ich sie mir durchgelesen am Ende reichte, zu sehen, wieviele es sind.

x 4 #10


Nur-ein-Mensch
Ich kenne das so ähnlich aus meiner letzen Beziehung.

Wir haben uns auch viel getriggert,was wh getan hat,aber auch einiges aufgedeckt hat.

Das sind sehr ungesunde Beziehungsdynamiken,die ihr habt.

Heilung beginnt bei dir und ihm selbst.

Gegenseitiges heilen ist möglich aber nicht in diesem Stadium.

Soll heißen,wenn nur du an dir arbeitest ist das gut,aber er muss genau so ran,an seine Baustellen.

x 1 #11


Sonnenschein85
Ja. Du kannst ihn nicht heilen/retten was auch immer.

Das muss er selbst sofern er das möchte. Du kannst dich aber mit dir auseinander setzen und schauen was für dich gut ist, was dir gut tut, ob du an etwas arbeiten möchtest. Hast du viele soziale Kontakte in Form von Freundinnen?

x 1 #12


Charming
Wie fühlt es sich für dich in dem Moment an, wo du bemerkst, als Kontakt von ihm gelöscht worden zu sein?

Du schreibst, dass er das immer so macht, nicht blockiert aber löscht.

x 2 #13


Heloise
Zitat von MiaMiaMiaMia:
Aber dann gibt es Tage wie heute, an denen ich daheim sitze, nicht ausgefüllt bin und an ihn denke, ihn anrufen will, wieder mit "ihm arbeiten" will.

Lass ihn in Ruhe. Dass er dir nicht gut tut, weißt du ja nun. Aber das Recht, ihn zu bearbeiten hast du auch nicht. Er darf so sein, wie er ist.

x 1 #14


Scheol
@MiaMiaMiaMia

Zitat:
ich sitze mal wieder zuhause und überlege "ihn" anzurufen. Völlig bekloppt, wirklich völlig bekloppt. Und trotzdem, . ich spiele mit dem Gedanken, obwohl er mich zwar nicht blockiert hat, aber gelöscht (macht er immer so).

Also on / off Beziehung 🤔

Zitat:
Ich schildere mal mein Problem:
Ich war immer eine Frau (46), die sich wirklich alleine und selten bis nie einsam gefühlt hat, ich probiere gern alleine Neues aus, habe zwei Freundinnen, beide verheiratet und leider zu nichts zu bewegen, außer mal gemeinsam essen zu gehen, daher habe ich mir vor zwei Jahren selbst gesagt: Mach Dinge, die du tun willst, nicht von Anderen abhängig, mach sie einfach alleine. Ich habe also viele Hobbys, Sport, Interessen, lese gern, bin auch offen für einen Freund.

👍

Zitat:
Kurzum:
Ich habe vor genau 1 Jahr "ihn" kennengelernt. 43J, zuckersüßer Typ, schaut gut aus, ein Machertyp, irgendwie mochte ich ihn sofort. Wir kamen meines Geschmacks nach 🚩 viel zu rasch zusammen, nachdem wir uns zwei, drei Mal gedated haben, waren wir bereits in einer Beziehung. 🚩 Mir ging das ziemlich schnell, da ich aber lange Solo war zuvor und eher eine Eigenbrödlerin ließ ich mich drauf ein und dachte "ok, ich muss mich einfach umgewöhnen".

Also bedürftig nach Nähe.

Zitat:
In den ersten Wochen merkte ich schon, das es mich anstrengt, 🚩 wir hatten nicht so recht viele Gemeinsamkeiten, 🚩 er ist eher ein Stubenhocker, ich bin aktiv. Er macht keinen Sport 🚩 , lebt eher ungesund, 🚩 hat keine Lust zu kochen, 🚩 auch nicht mit mir, 🚩 ist eher der Fast Food Typ. 🚩 Er hat große Schlafstörungen, was es mir sehr schwierig gemacht hat, dort ruhig mit ihm zu übernachten. Irgendwie war es ein schneller Prozess, dass er deutlich machte, dass das "so nichts wird mit uns, wenn ich 🚩 dies und das nicht ändere". Also er wollte mich Freitag bis Sonntag Abend bei sich haben.

Warum du was ändern ?

Das es einfach nicht passt ist schnell klar zu erkennen.

Zitat:
Mir kam das schnell recht inhaltslos vor, 🚩 ihm ging es einfach darum, gemeinsam den Alltag zu bewerkstelligen, alles 🚩 gemeinsam machen, gemeinsam einkaufen, gemeinsam spazieren (was schön war), gemeinsam dies, gemeinsam das. Während der ersten Wochen machte 🚩 ich das mit, merkte aber, bei mir blieb alles, 🚩 was mir Spaß machte, auf der Strecke und die gemeinsame Zeit mit ihm führte immer mehr zu Diskussionen, 🚩 weil er seine Unzufriedenheit 🚩 komplett an mir ausließ.

Also die Zeit wo Schmetterling und Herzen fliegen war Stress.

Zitat:
Während ich das Gefühl hatte, wirklich nichts richtig 🚩 machen zu können, versuchte ich in den ersten Monaten alles, 🚩 um ihm zu gefallen.

Warum willst du was nicht passt , dich so verbiegen das es dir schlecht durch das verbiegen geht ?

Zitat:
Irgendwann brach ich zusammen, war lange krank, mein Hausarzt sagte: Stress, Psyche. Er machte noch mehr 🚩 Druck mit Ratschlägen, was ich alles tun solle, wobei er wusste und es sogar ab und an erwähnte, dass er 🚩 der Stressfaktor ist.

Solch Beziehung sind purer Stress und verursachen einen enormen Cortisolspiegel.

Weiß der Hausarzt das mit dem Partner ?

Zitat:
Er hatte einen enormen 🚩 Anspruch mich ständig 🚩 zu sehen, war dann aber selber oft gestresst und genervt, 🚩 während ich zb unter der Woche direkt nach der Arbeit zu ihm kam, war er dann genervt, 🚩 obwohl ich ja da war. Er war recht schnell dauerhaft 🚩 mies gelaunt. Ich sagte ihm dann oft, wenn er so schlecht gelaunt ist, solle er doch einfach sagen, dass er mich nicht sehen mag, da ich daheim genug anderes zu tun habe.



Zitat:
Er war dann auch zunehmend überempfindlich, 🚩 alles sah er 🚩 als komplette Kritik an sich und seiner Person, während umgekehrt er immer 🚩 Recht hatte und mich zunehmend beschimpfte 🚩 und beleidigte, 🚩 fühlte er sich bei der kleinsten 🚩 Kritik angegriffen und rastete 🚩 komplett aus.



Zitat:
Er beendete drei 🚩🚩🚩Mal die Beziehung, normal hätte jeder Mensch gesagt: Lass das, das hat keinen Zweck. Mit ihm war absolut nicht 🚩 zu diskutieren, nicht auf konstruktive Weise zu streiten, er drehte 🚩 sich im kreis, war einfach streitsüchtig, 🚩 wollte 🚩 garkeine Lösung, sondern einfach nur seiner Wut 🚩 freien Lauf lassen.



Zitat:
Ich nahm mir im Juli psychologische Hilfe. Las viel, das war die Zeit, in der er sich für zwei Monate getrennt hatte. Ich wurde sehr klar und sah ihn fast zunehmend neutral, entliebte mich, sah ihn fast schon als lebendiges Arbeitsprojekt, an dem ich aktiv meine Grenzen testen konnte und mir war klar, dass man mit ihm keine vernünftige Beziehung führen können wird, da er komplett in seiner Welt war, in der er das Recht hatte, mich zu beschimpfen, wenn er sich ungerecht behandelt fühlte.

Mit dem Abstand um die 90 Tage , werden Bereich im Gehirn wieder auf normal Größe zurück gehen , die durch den Stress und dem Cortisol in Mitleidenschaft gezogen wurden.

Deshalb sieht man dann meist klarer. Entgiftet sozusagen.

Zitat:
An der Stelle würde wieder normalerweise jeder sagen: Nimm die Beine in die Hand und lauf. Ich hingegen dachte permanent an ihn, nicht in einer Form Liebeskummer, sondern in der Form "du bist noch nicht fertig, wir müssen noch weiter arbeiten" 🚩 . Total bekloppt, aber nachdem wir es im November ein drittes 🚩 Mal versucht hatten, rastete 🚩 er an einem Weihnachtsmarkt wieder vollends 🚩 aus aufgrund einer 🚩 Kleinigkeit, die ich ihm nicht sagte, also dass ich mich an Weihnachten mit einer Freundin treffen wollte, er fühlte 🚩 sich hintergangen, da ich ihn nicht zuerst fragte - was schwierig war, denn wir waren in einem Dauermodus 🚩 von On und Off, 🚩🚩🚩🚩Planbarkeit war nicht gegeben und ich lebte einfach irgendwann mein Leben weiter.

Vermutlich wegen einem Traumabonding wegen dem nicht fertig sein.

Der Respekt bei solch Mann geht bei ersten Off verloren und danach wird es meist respektloser.


Zitat:
Er ist ein richtig hasserfüllter 🚩 Mensch, ich glaube, das liegt in seinem Elternhaus begraben. Er wurde vom Vater oft gedemütigt, geprügelt und nicht ernst genommen. Er kompensiert das nach außen mit einem harten und bestimmten Auftreten, ist im Kern aber ein extrem unsicherer Mensch, jede Whatsapp eines Arbeitskollegen ließ ihn komplett exkalieren 🚩 und er war oft so hilflos, dass er herum 🚩 schrie, mich hinaus 🚩 schmiss aus der Wohnung, wenn ihm was nicht passte. Also ein unmöglicher 🚩 Mensch.



Zitat:
Und nun bin ich wieder seit einiger Zeit getrennt von ihm. Ich versuche mich gut abzulenken, mich auf Dinge, die ich gern tue, zu freuen und sie trotzdem ich oft energielos bin, durchzuziehen, denn wenn ich dann dabei bin, habe ich Freude daran und vergesse ihn gedanklich zum Glück auch.

Sehr gut.

Zitat:
Aber dann gibt es Tage wie heute, an denen ich daheim sitze, nicht ausgefüllt bin und an ihn denke, ihn anrufen will, wieder mit "ihm arbeiten" will.



Zitat:
Ich selbst habe eine schwierige Kindheit gehabt, überbehütet, meine Eltern waren sehr streng, ließen uns kaum Fehler machen aber übergingen auch unsere Grenzen, die meiner Geschwister und mir, also Grenzen mütterlicher Seits wurden kaum akzeptiert, das war schon oft ein Thema, weshalb ich mir auch in Beziehungen entweder garnichts oder zuviel gefallen ließ, aber kein Mittelmaß fand.

Und hier liegt vermutlich der Schlüssen des Problems.
Die Bildung des ersten Traumabondings was durch diese Person jetzt reaktiviert wurde.

Oder auch Reinzinierung eines Traumas. Da mal schauen ob das passen könnte.

Zitat:
Ich habe keinen Liebeskummer in der klassischen Form, so dass man sich wirklich nach der Person sehnt, sondern ich sehne mich nach ihm als eine Art "Spiegel, an dem ich arbeiten kann". Und ich würde diesen Teufelskreis gern verlassen, ich würde ihn gerne gedanklich frei geben und merke auch, dass ich aktuell nicht offen bin für jemand anderen, das stört mich am meisten.


Zitat:
Ich bin zwar in therapeutischer Betreuung, aber die Termine liegen oft so weit auseinander, fallen häufig aus, dass ich mich gern zwischendurch noch neu inspirieren lassen würde und hoffe hier auf Input.

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A


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