Zitat von victim_reloaded:dass wir es hier mit einem jener kleinen, von ihren Helikoptereltern auf Selbstoptimierung gezüchteten Narzissten zu tun haben, die in so einer Situation zum ersten Mal eine Niederlage bzw. ein Scheitern verarbeiten müssen.
Stimme ich dir leider zu, @victim_reloaded , nichtsdestotrotz könnten wir doch vielleicht versuchen, neue Denkmuster zu aktivieren

Zitat von Dieg0:Die Benzos habe ich von einem befreundeten Arzt bekommen, der noch Restbestände hatte. Ich nehme sie aber nicht öfter als 1-2 mal die Woche, und nur dann, wenn ich mich wirklich auf nichts mehr konzentrieren kann und die ganze Zeit weinen muss.
An deiner Stelle würde ich mal mein Freundschaften auf den Probestand stellen. Ein "befreundeter" Arzt, der dir verschreibungspflichtige Medikamente verschreibt, die dich "kurzzeitig ruhigstellen"?
Ich könnte Schlaftabletten gebrauchen, bekomme ich die auch von ihm, wenn ich ihm hübsche Augen mache? Geht gar nicht! (dankenswerterweise haben meine Ärzte nach Blick auf meinen damaligen Zustand abgelehnt)
Zitat von Dieg0:Es kann doch nicht sein, dass ich nach über 6 Monaten immer noch fast täglich Phasen habe, bei denen ich einfach alles rauslasse. Ich war schon immer ein extrem sensibler Mensch, und diese Geschichte hat mich so zerstört, dass ich befürchte, nicht mehr so glücklich und sorglos wie früher sein zu können.
LG und Danke
Ganz genau, und deswegen lasse dir helfen. Das wäre keine Schande! Sondern menschlich.
Es wird dir in deinem Leben immer etwas "dazwischen" kommen, was wichtiger ist. Schulabschluss, dieses tolle Praktikum im Studium, die ganzen Klausuren und wenn du erst im Arbeitsleben stehst und allen anderen beweisen willst, dass du viel besser bist als alle anderen und es verdient hast. Da wird keine Zeit bleiben, dich selbst wirklich wichtig zu nehmen und dir der Erste zu sein.
Um es mal böse auszudrücken (bitte nicht persönlich nehmen, ich überspitze):
Du hast bisher eigentlich noch nichts erreicht, außer deinem Abitur (mag ganz passabel gewesen sein, ohne Frage). Du wirst (ich mutmaße mal) durch deine Eltern finanzierst und versuchst dementsprechend dein Studium so gut wie möglich über die Bühne zu bringen. Praktika sind heute Gold wert (ehrlich, ohne geht nicht mehr), also immer her damit. Du liegst grundsätzlich einem Steuerzahler (wie mir) auf der Tasche, denn durch irgendjemanden müssen wir unsere Bildung ja finanzieren, aber egal, gibst du ja irgendwann doppelt und dreifach zurück.
Du bist kein Einzelschicksal. Millionen Menschen bemühen sich gerade um das Gleiche. Du bist also keine Ausnahme, sondern nur einer unter vielen.
Aber du bist und bleibst ein Individuum. Und du allein solltest dir wichtig. sein. Wenn es dir schlecht geht, tu etwas dagegen. Und wenn du das allein nicht leisten kannst, dann hol dir Hilfe. Noch kannst du es. Je älter du wirst, desto mehr Ausreden wirst du finden, es nicht zu tun.( Aus guten Gründen. )
Dein Umfeld wird das akzeptieren und dich unterstützen, wenn sie dir denn wichtig sind. Und du ihnen.
Ich selbst hatte nach meinem Abi damals aufgrund anderer psychischer Probleme die Möglichkeit, mich stationär behandeln zu lassen. Und habe dankend abgelehnt, denn ich hatte ja tolle Karrieremöglichkeiten, einen klasse Ausbildungsplatz und war sowieso über allem erhaben und bekam das allein hin. Habe ich bitter bereut und damit fast 10 Jahre "verschenkt" (ohne die tolle Karriere).
Am Ende triffst du die Entscheidung und ja, vielleicht gelingt dir das alles ja noch.
Hört sich für mich derzeit ehrlich gesagt aber nicht so an.
Alles Gute!