Zitat von LostFeelings:Sobald mir jemand vorschreibt mit wem ich mich zu treffen habe und mir als erwachsene, mündige Frau Verbote ausspricht und darauf besteht daneben zu sitzen, wenn ich mich mit jmd. treffe, der nicht genehm ist, damit er hören kann, was gesprochen wird. Dann ist das für mich Kontrolle. Ich hab schon verstanden, dass ...
Es gibt einige Punkte, die mir wichtig sind, ohne dass ich hier die ganze Geschichte ausführlich erzählen möchte. Ein Beispiel: Wenn dieser Freund, um den es ging, für sie keine bedeutende Person war, hätte es mich beruhigt, wenn sie den Kontakt zu ihm reduziert hätte, vor allem da sie sowieso selten Kontakt hatten. Es wäre mir einfach wichtig gewesen, dass sie das respektiert. Sie kannte diese Person auch nur ein Jahr vor mir und ist nicht mal ein guter Freund.
Im Gespräch darüber kam dann oft der Vorwurf, dass ich nicht hilfsbereit sei. Das hat mich verletzt, weil ich mich in vielen Bereichen stark eingebracht habe, z.B. bei Behördensachen oder anderen Themen, die für sie belastend waren. Als ich das angesprochen habe, hat sie entgegnet, dass ihr dieser Freund ja auch mal geholfen hätte – und dass er es einfach so getan hätte, ohne es besonders zu betonen. Das war schwer für mich zu verstehen, da ich mir wünschte, dass auch mein Einsatz gewürdigt wird, zumal sie selbst immer meinte, obwohl sie nicht religiös ist für mich in religiösen tagen immer gekocht hat, was ich auch immer sehr geschätzt habe
Auch bei anderen Dingen fiel es mir manchmal schwer, eine gegenseitige Balance zu erkennen. Sie wollte oft wissen, mit welchen Frauen ich auf WhatsApp oder Instagram schreibe und war gern dabei, wenn ich mich mit gemischten Freundesgruppen,wo frauen und männer dabei waren, getroffen habe, um sich wohl zu fühlen. Ich hatte dafür Verständnis und bin ihren Wünschen nachgekommen, habe z.B. bestimmte Kontakte auf Social Media blockiert und meinen Umgang angepasst, weil ich wollte, dass sie sich sicher fühlt.
Als ich dann ähnliche Erwartungen hatte, etwa bei einem Treffen oder Kontakt zu männlichen Freunden, war die Reaktion oft, dass ich ihr nicht vertrauen würde oder sie kontrollieren wolle. Sie meinte, sie wüsste, was richtig und falsch sei, und dass ich nicht so misstrauisch sein sollte.
Mir ging es vor allem darum, dass wir beide aufeinander Rücksicht nehmen und die gleichen Standards gelten. Ich wollte, dass sie sich bei mir sicher fühlt – und genauso wichtig war es mir, dass auch ich mich in der Beziehung sicher und respektiert fühle.
In einer Beziehung ist es ähnlich wie bei der Arbeit: Man kann nicht einfach nur das tun, was einem selbst gefällt, sondern bemüht sich, auf die Bedürfnisse des anderen einzugehen und Verantwortung füreinander zu übernehmen. Genau wie am Arbeitsplatz, wo man den Erwartungen des Arbeitgebers gerecht wird, damit das Team funktioniert, sollte auch in einer Partnerschaft gegenseitige Rücksichtnahme selbstverständlich sein. Dabei geht es nicht darum, dem anderen etwas zu verbieten, sondern vielmehr darum, als Partner ernst genommen zu werden und gemeinsam als Team zu handeln.
Für mich war es nie eine Frage, ihr etwas zu verbieten – es ging am Ende um das Bedürfnis, mich als Mann in der Beziehung respektiert und verstanden zu fühlen.