MisterMartini
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Jetzt bin ich mal dran und versuche alles auf und rauszuschreiben, was ich nun seit 2 oder mehr Jahren mit mir mittrage.
Es ist ein bisschen viel und ich weiß gar nicht genau, wo ich anfangen soll. Aber los gehts!
Ich hatte eine Beziehung. Die Beziehung lief nie so richtig gut und das will ich auch gar nicht Kleinreden und da hatte ich schon auch meine Anteile. Ich will jetzt mal alles in Frage stellen, da es sich für mich genauso anfühlt, dass ich einfach den Bezug zu mir verloren habe. Ich bin nicht mehr Herr im eigenen Haus und - ja, vielleicht kann mir das Forum helfen, wieder zu mir zurückzukommen. Sonst suche ich mir einen Therapeuten. Aber vielleicht hilft es ja einfach nur davon zu erzählen und mir das alles mal von der Seele zu schreiben.
Also jedenfalls hatte ich eine Beziehung, die für vier Jahre mit Ups and Downs lief. Ich glaube, die Downs kamen zum Teil daher, dass ich mir ziemlich unsicher war, dass mich jemand überhaupt lieben kann und es ernst meint, ein anderer Grund war aber auch, dass ich die Beziehung anfing . oder reingestolpert bin, als ich ziemlich verloren war. Ich kam aus Frankreich, einem Erasmussemester zurück, und dort war es mir eigentlich sehr gut gegangen. Ich war aber in dieses Semester geflüchtet, auch wieder aus einer Beziehung raus und baute mir in Frankreich ein formidables Leben auf, dem nur meine Angst, einfach wegzuziehen und diffuse Verantwortungsgefühle gegenüber meinen Eltern entgegenstanden. (One big regret of my live.)
Nun ja, ich kam zurück, purzelte wieder in eine Frauengeschichte aber war halt superdooper-lost und unreif und die ging natürlich auch in die Brüche, bzw. sie machte Schluss. Und als ich deswegen verzweifelt zuhause saß, dachte ich mir - vor eben ca. 6 Jahren: "Hey, geh raus, kannst nicht ewig im Zimmer sitzen und dich selbst bemitleiden." Dann ging ich weg und traf das Mädel, das meine Exfreundin K. werden sollte. Wir kannten uns flüchtig. Sie war grad auf dem Rückweg von einer Party, ich streunte alleine rum, mit *beep* und B.. Und wir trafen uns, sie löste sich von der Gruppe, mit der sie grad unterwegs war, wir redeten ein bisschen weiter. Und weil ich eigentlich innerlich total *beep* und nichts zu erzählen hatte, was irgendwen beeindruckt hätte, hab ich sie dann nach ein bisschen Smalltalk einfach geküsst. Sie hatte sich dann verabschiedet, weil sie noch eine Affaire am Laufen hatte und mit dieser verabredet war. Aber sie kam am nächsten Tag vorbei und es dauerte nicht lange, bis wir knutschten und Sex hatten. Sie verliebte sich dann Hals über Kopf in mich, zog aber auch bald weg, eine Ausbildung in einer anderen Stadt machen. Trotzdem ging das so zwischen uns hin und her. Irgendwann schrieb sie mir einen Brief, dass es ihr ernst sei und wie es bei mir denn so sei? Ich war so ein Vollidiot, dass ich nicht drauf antwortete. Oder einfach so verwirrt und so ängstlich, die Zuneigung, die ich so bitter notwendig hatte, wieder zu verlieren. Ich mochte aber von Anfang an den Sex mit ihr. Sie genoss ihn so und war so glücklich mit meinem . ihr wisst schon. Ich weiß jetzt nicht, wie das schreiben soll. fühlt sich komisch an, hier so voll online so viel zu schreiben und preiszugeben. Aber gut, der Sex und genau diese Empfindlichkeit von ihr spielten einfach eine riesengroße Rolle für mich - da werd ich jetzt, 6 Jahre später, rauskommen.
Jedenfalls lief die Beziehung natürlich kacke, weil ich gar nicht wusste, was Beziehung ist, was ich empfinde, ich war noch voll mit dem Kopf in Frankreich und bei der davorigen Dame, die halt auch irgendwie bezaubernd war. Und ich war - ich kann und will's gar nicht anders - sagen ein richtiger Vollidiot ihr gegenüber. Und mit diversen dummen und unnötigen Konflikten, wie ich mir heute denke, gingen eben einige Jahre rum. Ich wurde fertig mit dem Studium und wusste immer noch nicht wohin mit mir, machte dann dies ein wenig und das ein wenig und ging dann ins Referendariat, weil ich ein Lehramtstudium hatte. ich wusste, dass ich es nicht mögen würde, aber - so hab ich es mir jedenfalls gemerkt - beschlossen zusammen, dass ich mit meinem Gehalt (sie hatte nur eine "normale" Ausbildung) besser für ne Familie sorgen könnte.
Also ging ich ins Ref. auch superkrass chaotisch und kacke bin ich reingestolpert. ich wusste nicht wohin und was sonst. na ja, jedenfalls bin ich ins Ref, 230km von unserer gemeinsamen Stadt weg (Fernbeziehung :/) hatte da aus Kurzschluss, weil ich mit allem überfordert war und dann auch noch Fernbeziehung. auch mal am Telefon Schluss gemacht und dann gemerkt, dass das doch voll die doofe Idee war. hach ja, also die nächste Kacke in der Beziehung. ja, es war echt nicht schön.
Also lange Rede kurzer Sinn, irgendwann löste sie sich und entwickelte wieder selbst Drive und eine eigene Richtung. Denn auch sie war ein wenig "lost" gewesen, nach ihrer Ausbildung in der anderen Stadt, und arbeitete wieder in ihrem alten Beruf, fand da aber auch erstmal nichts, was ihr gefiel und dümpelte so rum. Dann entdeckte sie sich wieder und wollte weiterkommen. Ging alleine Reisen, mit Arbeitskolleginnen, in den Pfingstferien. während ich meine 80 Stunden pro Woche im Ref in einer anderen Stadt abarbeiten musste (ja, auch in den Pfingstferien). Sie machte zB einen Tauchschein, obwohl sie immer voll der Schisser in der Beziehung gewesen war. Ich fand das super. Sie auch. Aber sie trennte sich dann von mir, weil ich sie nicht glücklich machen konnte.
Ich hatte damals nichts anderes als sie. kämpfte, sie kam nochmal zurück, wir flogen dann über die Sommerferien gemeinsam nach Thailand und ich machte auch den Taucherschein. aber sie entfernte sich immer mehr von mir und kurz nach dem Urlaub trennte sie sich endgültig, während ich im letzten Halbjahr des Referendariats war und gefühlt jede Woche Prüfungen, Unterrichtsbesuche und den anderen krassen Workload hatte.
Mir zog das ziemlich den Boden unter den Füßen weg. Ich war voll und ganz abhängig von ihr. Ich war ein Idiot gewesen und hatte mich auch nicht so richtig in ihren Freundeskreis integriert und meinen eigenen auch nicht richtig gepflegt. Seit ich studierte, war das irgendwie komisch. Ich hatte immer Freundinnen und kaum Zeit für Freunde und mich auszuleben oder so. Ich war auch lange ein Depp, also damit meine ich: ich konnte nicht über meine Gefühle reden, hatte immer Angst, ein Gesicht zu verlieren und als ich Beistand brauchte und über meine Gefühle redete, so kommt es mir vor, distanzierten sich die (Jungs-)Freunde, die ich hatte, von mir.
Aber Back zu business. Also meine Exfreundin K., zu der ich lange schei. war, aber an die ich glaubte (ich hatte mir mal innerlich gesagt: "Die Frau ist soooo cool, auch wenn gerade vieles nicht richtig läuft: Ich finde sie richtig cool und will sie nicht verlieren! Diese Frau will ich nicht so einfach wegwerfen und auscrossen, wenns vorbei ist! Es soll einfach nie vorbei sein!"), machte erst ganz vieles mit und durch, dann machte sie einen großen Schritt zu sich selbst zurück und Schluss. Ich fand den Schritt von ihr zu ihr selbst zurück richtig gut, aber konnte - so sehe ich das heute - vor allem wegen dem Referendariat (ich war ja in einer anderen Stadt und zugeschissen mit Arbeit) nicht mithalten. Rückblickend denke ich mir, wir standen halt auch einfach an total anderen Punkten im Leben, als wir uns kennenlernten: Sie hatte eine fertige Berufsausbildung, ich dümpelte im Studium rum, sie war lange und gut verwurzelt in unserer gemeinsamen Stadt, ich nicht, da ich länger weggewesen war (Fronkreisch) und auch nicht der leichteste Mensch war.
So und weil ihr mich jetzt alle für voll den Vollidioten haltet (was ihr auch ruhig dürft. ). jetzt langsam kommt der Wechsel. K. trennte sich also. Ich konnte das superlange nicht akzeptieren. Sie brachte mir Sachen vorbei und ich war noch so " Das kannst du nicht machen!" und. das lief dann echt alles voll kacke: ich hatte keine Freunde mehr, außer ihr. konnte nirgendwo andocken, mich ausheulen oder meinen Kummer rauslassen, musste im Referendariat funktionieren und jeden Tag in der Schule sein vor Schülern oder zuhause arbeiten. Ich fand das einfach megaunfair von ihr und war wiegesagt echt abhängig von ihr. Die nächsten drei Monate oder so waren dann blanker Horror. Kalter Entzug. Ich wachte regelmäßig zwischen 4 und 5 auf und war einfach nur verzweifelt. Ich hatte so viele Schmerzen in mir und kein Ventil und keine Anlaufstelle. Ich versuchte es dann mit Therapeuten, aber fand nicht das, was ich brauchte (weil mein Privatleben halt im Ar. war. da waren keine Freunde und als gebrochener Mann findet man auch keine Freunde. Menschen wenden sich leider meistens ab, wenn jemand neues kommt und Probleme hat.). aber ein Gutes hatte es: Ich kam an einen Therapeuten, der es schaffte, mir mal ein gutes Feedback zu geben und der es schaffte, dass ich mich ein wenig erde und in Kontakt mit meinen Gefühlen kam. Das war ein Gestalt-Therapeut. Das war dann der Beginn eines Prozesses.
Ich war dann endlich mit dem Referendariat fertig, das lief dann auch alles viel besser, weil ich das letzte halbe Jahr in meiner Heimatstadt war und auch super nette Ausbilder hatte, was mich zumindest in der Arbeit aufgefangen hat. Aber gleichzeitig hat es mir so unendlich weh getan, jetzt endlich in der selben Stadt zu sein, im Referendariat wieder zurecht zu kommen und Licht am Ende des Tunnels zu sehen - und ausgerechnet dann knallt sie die Türe zu! (Wow, das tut jetzt auch noch weh - Mann, das war 2017/ 18). Ich hatte dann ja Zeit zu reflektieren und checkte dann das mit den unterschiedlichen Punkten im Leben und dass sie eben schon mit der Berufsausbildung fertig gewesen war und ready für Familie, Zusammenziehen und Durchstarten und so, während ich mich noch mitten durch meine (beschissen harte) Berufsausbildung boxte. Ich merkte, dass ich sie liebe, aber eben nicht ready war. so Coldplay-mäßig "I was scared,tierd and underprepared. " Und dann war ich ready und sie war weg. Was für ein *beep*! Nach vier Jahren Stress und Streit und Zank und *beep*, wo es doch JETZT Zeit für die guten Jahre gewesen wäre - macht sie Schluss und zieht ohne mich weiter. Und ich dreh Däumchen, hab soviel Zeit, wie noch nie, bin endlich wieder in der gleichen Stadt. Verstehe sie, sehe ihren Traum, wollte in ihren Freundeskreis und alles mit ihr teilen und einfach durchstarten! Und dann hatte sie Schluss gemacht. Unfassbarer Schmerz, immer noch.
Ich kochte dann ein Dreiviertel Jahr in meiner Suppe - hatte nebenbei eine Beziehung, die aber nur eine Verzweiflungstat war, wie ich im Nachhinein sage und mich auch ein wenig dafür schäme - aber in mir drinnen reifte ich als Person und die Erkenntnis, das ich jetzt bereit bin durchzustarten und sie es schon immer gewesen war.
Es war die Hölle, weil wir auch nicht weit voneinander wegwohnten. Ich machte ihr am Anfang, nachdem sie Schluss gemacht hatte, nach den Sommerferien und dem Thailandurlaub, mehrere Avancen, bis es ihr zu viel wurde und sie einmal das Wort "stalking" gebrauchte. Da ließ ich sie in Ruhe, weil ich sie liebte, aber mein Herz blutete weiter und schlug immer noch für sie. Irgendwann eben nach einem Jahr, im Winter 2018 traf ich sie dann wieder - also nicht zufällig sondern einvernehmlich.
Ich schlug ihr vor, sich mal zu treffen und uns wenigstens zu befrieden. also dass man sich sehen kann und grüßen kann, ohne *beep* oder blöde Gefühle. Ich glaube, da habe ich mir selbst was vorgemacht. Jedenfalls hatte ich dann die Zeit meines Lebens: Ich arbeitete, hatte also Kohle und gleichzeitig auch soviel Freizeit, dass ich ihr endlich das bieten konnte, was sie (meine Interpretation) immer vermisst hatte: Eine richtige Beziehung mit ihr im Rampenlicht. Mit Weggehen, trinken, Essen gehen, Kino gehen. Ich schmiss mich an sie ran und wollte sie ein für alle Mal erobern. Ihr zeigen, dass ich nicht mehr das unreife A. bin, der verlorene Student, der gestresste Referendar, der verkopfte Gymnasial-Lehrer-Schnösel, sondern einfach ein cooler easy Typ. Ich nahm mir, was ich wollte. Bekämpfte meine Ängste und siegte bei so kleinen Entscheidungen gegen mich wie zB. "Wir nehmen den Päarchensitz" im Kino bei den "Phantastischen Tierwesen: Grindelwalds Verbrechen". Der Sex war phantastisch (aus meiner Sicht). Sie schrie. aber nicht weil ich sie schlug oder so. .und ich dachte: Jetzt hab ich dich. Ich fühlte mich so männlich, so mutig, so liebend. so gebend, so erobernd. Und ich weiß noch, wie ich einmal neben ihr im Bett aufwachte und sie anschaute und einfach nur wusste: Ich liebe dich.
Das hatte ich so vorher nie empfunden. Ich glaube, das war immer zugeschüttet gewesen oder noch nicht reif. Ich hatte das erste Mal das Gefühl, dass ich wirklich jemanden liebe.
Tja, und wie die Geschichte weitergeht und wo mein jetziger Status quo ist. das schreibe ich dann später weiter. Ist ja jetzt schon ziemlich viel und ich . hm, weiß nicht genau, wie dieses Forum hier tickt. Also wenn ihr die Popcorntüte gezückt hattet und euch denkt: "Wie jetzt? Dann erzähl bitte mal die ganze Geschichte!" und wenn es euch auch nichts ausmacht noch ein paar Verzettelungen aufgetischt zu bekommen, dann bin ich hier in dem Forum wohl richtig aufgehoben