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ADHS Diagnose - gibt es hier Betroffene?

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PsychoMantis
Gast

Ich habe mitbekommen dass es hier einige Mitglieder gibt die auch ADHS bzw Autismus haben und ich wäre total interessiert an einem Austausch.

Gern darf der Thread auch einfach genutzt werden wenn man etwas auf dem Herzen hat und gerade niemanden zum Reden hat oder Fragen zum Alltag mit ADHS, Tipps usw usw.


Ich selbst bin spät diagnostiziert mit Mitte 30 aber litt schon immer unter den Folgen der Auffälligkeiten. Leider wurde ich im Elternhaus damit nicht ernst genommen sondern es wurde versucht mich mit harter Hand zu erziehen was dann später leider Folgen hatte Inform von Angst und Depressionen. Ich bin immer noch weit davon entfernt das Ruhe in mein Leben eingekehrt ist aber zumindest weiß ich jetzt was genau mein Problem ist und warum ich mich in der Gesellschaft fühle wie ein Alien.

x 12 #1


Doing
Wenn du dein ADHS in einem Satz erklären müsstest, was würdest du da sagen?
Diagn bin ich mit nix. Aber das ich aus der Reihe Tanze war bei mir auch schon immer so. Für mich war das einfach immer total normal, dass ich Baustellen habe an denen ich noch arbeiten muss. Mit 40. Sachen die für die meisten einfach total normal sind. Hab ich irgendwie nie hinterfragt. Erst jetzt wo gerade auf YT viel mehr aufgeklärt wird und ich auch eine Freundin hatte, welche liebend gerne alles auf andere geschoben hat, hab ich angefangen bei mir einiges zu hinterfragen.

x 1 #2


A


ADHS Diagnose - gibt es hier Betroffene?

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P
Zitat von Doing:
Wenn du dein ADHS in einem Satz erklären müsstest, was würdest du da sagen? Diagn bin ich mit nix. Aber das ich aus der Reihe Tanze war bei mir ...

Ich habe da immer ein passendes Beispiel wie ich mein ADHS Gefühl beschrieben habe;

Als gelernte Fachkraft mit hohem IQ am Arbeitsplatz einfachste Daten nicht in Tabellen korrekt einfügen zu können trotz Kontrolle, und sich fragen warum jeder Azubi das besser hinbekommt. Die Verzweiflung die Fehler einfach nicht zu sehen, selbst wenn man zehn mal drüber schaut.

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Laetitia2024
ADHS - Erfahrungen habe ich nicht, aber ich habe einen Bekannten, der autistische Züge aufweist. Er zieht nämlich seit Jahren immer das gleiche an. Es ist wie seine Uniform. Er kauft sich auch immer die gleichen Turnschuhe. Mag keine äußeren Veränderungen. Das gibt ihm Sicherheit. Er hat tagtäglich auch die ziemlich gleiche Routine, immer die selben Abläufe, nur ganz geringfügige Änderungen hier und da. Ich habe es bisher immer auf seine sonstige psychische Beeinträchtigung geschoben, bis seine Ex das Wort "Autismus" in dem Zusammenhang erwähnte und er ihr sogar zustimmte. Er ist gefangen in seiner Routine, aber ein lieber Kerl, auf den man sich verlassen kann. Sehr hilfsbereit und zuverlässig. Ein anständiger Mensch und Künstler, der wundervolle Bilder malt.

x 5 #4


P
Zitat von Laetitia2024:
ADHS - Erfahrungen habe ich nicht, aber ich habe einen Bekannten, der autistische Züge aufweist. Er zieht nämlich seit Jahren immer das gleiche an. ...

Routine bietet Sicherheit in dieser Welt wenn der Reitfilter im Gehirn nicht richtig funktioniert.

x 2 #5


Amaible
@PsychoMantis Ich kann dem nur zustimmen mit der Routine bei autistischen Zügen. Ich bin nicht selbst betroffen, habe allerdings einen Sohn, der betroffen ist. Er braucht seinen gewohnten Ablauf, alles andere bedeutet Stress. Er ist ein herzensguter Kerl, allerdings eben sehr speziell. Bin trotzdem sehr glücklich, ihn genauso wie er ist bei mir zu haben, da er viele Dinge anders und sensibler wahrnimmt, als manch anderer.

x 6 #6


HerrZ
Zu ADHS kann ich nix sagen.
Evolutionsforscher sagen über Autismus zwei Dinge.

Rückblick:
In grauer Vorzeit als Version "einsamer Sammler/Jäger" entstanden. Teil des für`s damalige Überleben notwendigen Spektrums. Das bedeutet, dass Autisten sowas wie "aus der Zeit gefallen" sind, aber eben Teil des normalen, gar notwendigen Spektrums.

Ausblick:
Generelle "Stoßrichtung" männlicher Evolution. Männer entwickeln sich immer mehr in diese Richtung.
Dann wären Autisten wieder "aus der Zeit gefallen", nur unter dem Gesichtspunkt einfach nur viele Generationen voraus.

Da kann man sich schon fragen, ob die aktuelle Zeit "falsch" ist. Statt der angeblichen Störung.
So oder so - der eine Mensch mit Autismus-Diagnose, den ich kenne? Ist mir sehr an`s Herz gewachsen. Ein wunderbarer Mensch.

x 6 #7


P
Zitat von HerrZ:
Zu ADHS kann ich nix sagen. Evolutionsforscher sagen über Autismus zwei Dinge. Rückblick: In grauer Vorzeit als Version "einsamer ...

Ähnliches hat Vera von Birkenbihl über ADHS gesagt. Das waren früher die Späher, die Jäger, die mutigen die weniger Angst hatten und sich viel bewegt haben. Die Lösungsorientiert gedacht haben und oft ganz neue Denkweisen hatten.
Das hat die Evolution so vorher gesehen.

Heute ist das nicht mehr gewünscht, alle sollen gleich denken und ja nicht zuviel und still sitzen auch später im Beruf.

Viele Künstler und Schauspieler haben diese Diagnose und sind damit super erfolgreich. Aber es schafft leider nicht jeder auf so einen Weg.

x 8 #8


Winza
Schöne Idee dieser Thread.
Ich geselle mich mal dazu.

Letztes Jahr mit 52 durch Zufall diagnostiziert.
Seitdem viel gelesen und irgendwann auch verstanden.
Seit Mai diesen Jahres nehme ich Ritalin, brauchte einige Zeit bis ich die für mich richtige Dosis gefunden habe.

Seitdem komme ich deutlich besser im Leben zurecht und fühle mich auch besser.
Die Reizfilterschwäche ist weiterhin sehr ausgeprägt, dafür gibt's ja In-ear Kopfhörer beim Einkaufen.

Habe gelernt, dass ich nicht wie der Durchschnitt funktionieren muss und eigene Wege finden kann, mit "Schwächen" umzugehen.
Die Vorteile eines Adhs Gehirns sehe ich heute positiver, es hat auch oft Vorteile so zu sein.

Eine für mich sehr wichtige Beziehung war durch das Adhs sehr belastet, endete aber aus anderen Gründen.

Vor kurzer Zeit einen beruflichen Neuanfang angeschoben, der am Montag beginnt (Umschulung).

Laut meiner Therapeutin auch leichter Autismus, ich kann bestimmte Stoffe kaum anfassen, da gruselt es mich.

Ich mag die Erläuterungen von Dr. Astrid Neuy-Lonkowicz zum Thema Adhs sehr.

Hallo an alle 🙂

x 8 #9


P
Zitat von Winza:
Schöne Idee dieser Thread. Ich geselle mich mal dazu. Letztes Jahr mit 52 durch Zufall diagnostiziert. Seitdem viel gelesen und irgendwann auch ...

So ähnlich geht es mir auch. Ich nehme auch Medikamente und kann damit etwas entspannter und auf der Arbeit konzentrierter Leben und mit Mitmenschen ruhiger umgehen.

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P
Ich frage mich vermehrt ob man ADHS "erwerben" kann. Ich denke die meisten sind keine geborenen ADHSler die zu dieser Wahrnehmung "berufen" worden sind.

#11


P
Zitat von Piedro:
Ich frage mich vermehrt ob man ADHS "erwerben" kann. Ich denke die meisten sind keine geborenen ADHSler die zu dieser Wahrnehmung ...

Doch. ADHS ist eine Entwicklungsveränderung im Gehirn und angeboren so wie vererbbar. Die Hormone und Botenstoffe im Gehirn werden fehlerhaft transportiert.

ADHS wird definitiv nicht durch Traumata ausgelöst so wie borderline zum Beispiel. ADHS ist wie Autismus eine neurologische Fehlentwicklung.

Und wird auch leider vererbt.

x 3 #12


Winza

Winza
🔁 Video geteilt von Winza:

#14


P
@PsychoMantis ah okay.

Ich gibt ja Stimmen die sagen dass sie vermuten dass die Symptome einer PTBS ähneln. Ich denke das kann man tot diskutieren ohne antworten zu bekommen.

#15


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