Danke Sommertag!
pfffff.....wie lang war die Beziehung? ...ich weiß noch nicht mal, ob man das überhaupt Beziehung nennen kann. 7 Monate waren es ....davon 6 mehr als Wochenend-Beziehung und i.V.m. mit viel Arbeit, weil wir sozusagen als "Schausteller" unterwegs waren. Als es dann endlich in die Ruhephase- die Winterpause gehen sollte, fing es an schlecht zu werden.
Er ist ein Choleriker und hat mich schon so manchesmal völlig unbegründet angeblafft. Aber ich hab gelernt das einfach gar nicht persönlich zu nehmen. Dann wurde mir vorgeworfen, ich wäre nicht beziehungsfähig aber das war ganz eindeutig ein Vorwurf an sich selbst- die Spiegelgesetze sind mir bekannt.
Ich habe immer wieder daran geglaubt, dass ZEIT und Vertrauen (nicht in Bezug auf Treue) alles ist um es wachsen zu lassen, langsam angehen zu lassen, sich langsam zu entwickeln und kennenzulernen.
Dieser Mann geht einfach nur den Weg des geringsten Widerstandes...und das erzeugt die Wut in mir. Ich bin fest davon überzeugt: mit Liebe kann man alles schaffen! Also muss ich mich zwangsläufig fragen: war es überhaupt LIEBE bei ihm? Und das erzeugt die Wut, den Schmerz, die Trauer.
Natürlich i.V.m. mit Schuldgefühlen, es "mal wieder" vermasselt zu haben.
Mir kommt es so vor, als wären Beziehungen mittlerweile wie kaputte Haushaltsgeräte: da wird nicht mehr geguckt, ob man es reparieren kann, sondern es wird einfach weggeschmissen wenn es nicht mehr so funktioniert wie es soll
Dennoch: ich bin fast Mitte vierzig, hab drei Ehen hinter mir und kann mit Fug und Recht behaupten: DAS war der Mann, mit dem ich alt werden wollte.
Das paradoxe ist: es ging ihm mit mir ebenso....sofern er nicht gelogen hat.
Viele haben mir gesagt, dass der Typ mich nicht verdient hat und dass ich ihn abhaken soll. Aber es gab in ihm Dinge und Seiten, die nur ich gesehen habe und deshalb helfen mir diese Sprüche von meinen Freunden nun ganz und gar nicht.
Ich weiß, dass vieles noch gar nicht mal an mir liegt bzw. mit mir zu tun hat, sondern es SEINE Ängste etc. sind. Aber ich bin die, die da gerade zurück gelassen wurde. Abgeschossen! Ohne wenn und aber.
Und genau: das Quälende sind die offenen Fragen.
Tief in mir weiß ich, dass es besser wird und dass ich irgendwann mal wieder lieben werde. Vor genau zwei Jahren um die Weihnachtszeit hatte ich diesen Supergau auch schon erlebt.....und ÜBERLEBT.
Aber offensichtlich gibt es da noch etwas für mich zu lernen. Ich weiß, dass es jetzt erstmal um MICH geht. Es geht um die Liebe zu MIR.
Auch wenn ich zuviel geschrieben habe, statt ihn erstmal in Ruhe zu lassen, habe ich dennoch das Gefühl: ich hab es wenigstens versucht. Und wenn er zu blöde ist, richtig zu lesen, dann kann ich dafür nichts. ICH hab es wenigstens versucht.
Kennt Ihr das Gefühl, dass Ihr durch ein Band noch mit Eurem Ex verbunden seid? X-Mal hab ich es durchgeschnitten. Immer mit der Absicht: Liebe bleibt. Und plötzlich spüre ich eine tiefe Wärme in mir....aber mein Gefühl hat mich in den letzten Wochen zu sehr übers Ohr gehauen, als dass ich ihm noch vertrauen möchte.
Ich will einfach nur wieder ich selbst sein, mich frei fühlen, von Herzen lachen und wieder Freude haben, meine eigene Stärke fühlen und sie zurück haben.
Will gar nicht mehr darüber reden, was da bei ihm die Ursache ist...bla,bla,bla. Das ist seins- nicht mehr meins.
Ich brauche keinen Partner mehr, um glücklich zu sein....soweit bin ich immerhin schon. Denn ich WEIß, dass ich auch wieder glücklich sein kann....wenn ich erstmal mit mir glücklich bin.
Aber der Schmerz ist natürlich noch da, den ich auch annehme, meine Tränen zulasse und insbesondere in den letzten Tage wahre Sturzbäche geheult habe. Und das ist ok für mich.
Ich schwanke noch so sehr zwischen den Phasen- mal fühle ich mich erleichtert, dass diese "Beziehung" vorbei ist (vielleicht stört mich daran, dass der Bruch nicht von mir ausging?) und manchmal heule ich mir die Augen aus.
Vorgestern z.B. ....nachts um 3 fing mein Tag an und ich war nur am Heulen. Ich konnte mich den ganzen Tag überhaupt nicht einkriegen. Am Abend dann, fand ich ein ansprechendes Buch zum Überwinden des Liebeskummers und ich fühlte mich, als hätte es mich in den Arm genommen.
Gestern ging es mir dann recht gut...hab getanzt und gesunden und ganz bewusst auch Lieder wie "Flugzeuge im Bauch" gesungen und dabei Rotz und Wasser geheult.....und es tat gut.
Tja...und heute wieder einfach nur das heuldende Elend
Das belastet und kostet so wahnsinnig viel Kraft.
Und ja....schon das Lesen der ersten Beiträge hat mir sehr viel Mut gemacht und ich bin unendlich dankbar dafür!
Liebe Grüße
die hoffnungsvolle