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Zeigt der Ex bei der Trennung sein wahres Gesicht?

stillsad

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Zitat von Kamikazeherz85:
Ich habe meinem Exfreund nach der Trennung noch ein paar Nachrichten geschickt und ihm geschrieben, dass ich die Beziehung von meiner Seite gerne fortführen würde, dass ich ihn vermisse, dass ich die Welt nicht mehr verstehe usw. Da kam nix zurück. Trotzdem war es für mich wichtig, ihm das alles zu sagen, um mir später keine Vorwürfe machen zu können.

Gut, das habe ich gemacht, ich habe deutlich gesagt, dass ich ihn liebe. Dann noch einmal gefleht (Schande über mich), drei Monate danach um das Treffen gebeten, da schwang in den Zeilen auch mit, dass ich ihn noch liebe. Und dann, nachdem das mit seiner neuen Freundin rauskam, habe ich ihm noch einmal konkret geschrieben und auch gesagt, dass ich bis zuletzt gehofft habe, ihn immer noch liebe, aber dann hiermit loslasse, wenn er mit ihr glücklich ist. All das war im Nachhinein wie ich finde sehr unterwürfig, was mich jetzt etwas ärgert, weil ich ihm nie gesagt habe "du hast mich verletzt". Aber egal, ich habe das halt damals so gefühlt und das nur nur für mich gemacht, damit ich mir später nichts vorwerfen muss. Aber geändert hat es nichts, weder an seinem Verhalten mir gegenüber, noch, dass ich so besser abschließen kann. Das einzige, was ich mir so sehr gewünscht habe und nicht bekommen habe, war ein klares, respektvolles Gespräch auf Augenhöhe, aber wenn er mir das nicht geben will/kann ... ich weiß nicht, ob das jetzt nach zwei Jahren noch etwas besser macht, gerade wenn der eine Part in der Vergangenheit feststeckt und der andere vielleicht schon in der Kinderplanung steckt. Denn damit er sich diesen Stress gibt, muss er mir gegenüber ja Mitgefühl haben, und wenn er das drei Monate danach nicht hatte?

Aber ja, mehr als eine blutige Nase kann ich mir nicht holen, ich habe nur Angst, dass es mich noch einmal komplett zurück wirft. Gerade fühle ich mich auf jeden Fall nicht souverän genug dafür.

16.01.2019 14:20 • #46


Kamikazeherz85

Kamikazeherz85

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Hm, schwierig.
Keiner von uns kann in den Kopf deines Exfreundes hineinschauen. Wir wissen also nicht, was in diesen zwei Jahren bei ihm passiert ist, wie es ihm geht usw. (oder doch? Bekommst du noch etwas aus seinem Leben mit, zum Beispiel über gemeinsame Freunde?).
Ich an deiner Stelle würde es also noch einmal versuchen, einfach weil du nicht weiterkommst. Du konntest in zwei Jahren nicht loslassen, deswegen brauchst du vielleicht irgendein Aha-Erlebnis. Aber wie gesagt: Ich kann auch verstehen, dass du dich davor scheust.

16.01.2019 14:27 • #47


stillsad


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Ich denke drüber nach. Aber alleine dadurch bin ich jetzt schon wieder traurig geworden und in das tiefe Tal der Tränen zurück gestürzt. Es fühlt sich einfach immer noch alles falsch an und ich fürchte fast, es ist egal, ob ich schreibe oder nicht, es wird nichts an meinen Gefühlen und der Ausgangssituation ändern, dass ich ihn für immer verloren habe.

18.01.2019 15:15 • x 1 #48


Ukulele

Ukulele

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Hallo liebe @stillsad ,
Ich kann dich sehr gut verstehen, musste sogar schmunzeln, als ich gelesen habe, dass du zu Freunden gesagt hast, in zwei Jahren würde es dir sicher wieder besser gehen. Genau das hatte ich auch gesagt.

Bei mir sind die zwei Jahre jetzt rum... besser? Schon, ja. Losgelassen? Noch nicht. Ich scheine dabei die Schnecke im Prozess des loslassens zu sein.

Was mich aber jetzt dazu gebracht hat, dir zu schreiben ist dein Satz, dass du ihm egal warst und er sich deshalb keiner Aussprache gestellt hat.

Warum glaubst du das? Das ist ein Gedanke, der dir weh tut, denk den doch nicht . Ich glaube viel mehr, dass die verlasset Angst haben. Angst vor der Konfrontation mit den Gefühlen der Ex Partner, Angst vor der konfrontation mit den eigenen Gefühlen.

Ich habe ja (leider) immer noch Kontakt, wir waren 20 Jahre zusammen und haben drei Kinder. Ich sehe ihn also oft und kann deshalb gut beobachten, dass es ihm auch nicht gut geht, er schwere Tage hat. Manchmal bekomme ich seine Wut auf mich zu spüren und manchmal er meine Wut. Manchmal ist er kalt, oft ich. Manchmal sucht er meine Anteilnahme, erzählt mir von Problemen usw.

Eventuell hatte diese Prozesse dein Ex auch alle durchlebt, er wollte sich deshalb dir nicht stellen. Feigling!

Mein Manta: meine Trennung, mein Tempo!

Aber auch ich verzweifle noch so oft, dass es immer noch dauert, da kann ich dich gut verstehen.

18.01.2019 15:37 • x 6 #49


stillsad


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Danke, @Ukulele für deine Worte! Ich kenne deine Geschichte, habe vor längerer Zeit sehr intensiv bei dir mitgelesen, deswegen ehrt es mich schon fast, dass du mir jetzt schreibst . Es freut mich zu hören, dass es dir phasenweise besser geht, mit zwei Kindern und der Länge der Beziehung dauert die Herzensheilung bestimmt noch mal länger, weil man sich ja ständig sehen muss. So rum betrachtet sollte ich also froh sein, dass ich meinen Ex nicht mehr sehe. Aber lustig, dass du bei dir auch auf zwei Jahre getippt hast. Liebst du deinen Ex denn noch oder wie haben sich deine Gefühle zu ihm über die zwei Jahre verändert?

Ich weiß auch nicht, warum es mir wieder so schlecht geht. Es bleibt einfach diese große Traurigkeit zurück, die mich dicke Tropfen weinen lässt, ohne Wehklagen, ohne Schreien, es tropft einfach täglich die Essenz der Trauer aus mir raus. Ich bin einfach unglaublich enttäuscht und verletzt von dieser großen Liebe, die anscheinend nur von meiner Seite aus gefühlt so groß war. Und dann bin ich auch enttäuscht von diesem Leben. Wie soll ich jemals wieder vertrauen, wenn doch der Mensch, den ich glaubte zu kennen, so mit mir umgeht? Selbst wenn jetzt einer käme und ich würde mich verlieben, so hat diese Trennung Wunden in mir aufgerissen, die durch eine neue Liebe nicht weggehen werden.

Trotzdem sagen alle, wenn der nächste kommt, ist der alte vergessen. Habe mir vor einer Woche dann eine Dating-App runtergeladen, weil ich dachte, bevor ich jetzt wieder total in der Trauer versinke, mache ich aktiv was dagegen. Am Freitag habe ich sie wieder gelöscht. Bin dann zur Ablenkung mit einer Freundin in eine Kneipe, ohne der Freundin zu erzählen, wie sehr ich den Ex immer noch vermisse, denn niemand kann das mehr nachvollziehen, weil er sich am Ende so mies mir gegenüber verhalten hat. Also habe ich mich still abgelenkt und dann komischerweise durch Zufall einen sehr netten Mann kennengelernt. Er möchte mich jetzt wiedersehen. Was soll ich tun? Ihn treffen, in der Hoffnung, dass es mir hilft, es MUSS ja weitergehen? Aber um ehrlich zu sein, spüre ich nichts bei ihm und auch keinem anderen Mann, es ist innerlich bei mir einfach alles abgestorben. Ich hatte auch seit der Trennung keinen S. mehr und vermisse ihn auch nicht. Allein beim Gedanken, jemand anderen küssen zu müssen, wird mir schon schlecht. Aber komischerweise hat das der Typ von Freitag nicht gemerkt.

Mein Selbstbewusstsein ist also unten, auch wenn ich nach außen lächle. Ich habe alles geändert, was im Äußeren möglich ist, aber mein Inneres spürt noch keine Veränderung. Phasenweise konnte ich einfach nur besser verdrängen und mich ablenken, aber wenn ich ehrlich bin, die Sehnsucht nach dem Verlorenen ist immer noch so groß, dass ich nicht voran komme. Plus die Schuld, die ich mir selbst dafür gebe (das einzige, was ich noch nicht wirklich gut ändern konnte, aber da bin ich gerade aktiv mit einer Therapie dran). Und ja, du hast recht, der Verlassene hat auch schlechte Tage, da wird auch nicht alles rosig und gut sein. Aber unterm Strich ist er gegangen, es war seine Entscheidung, er hatte schon losgelassen. Ich kann es bis heute nicht. Kann er mir beim Loslassen helfen durch Erklärungen? Ich weiß es nicht, denke aber, er will es nicht. Deshalb habe ich Angst, ihn zu kontaktieren. Denn alles, was nach der Trennung von ihm kam (nämlich NICHTS ) ist der Feigheit geschuldet. Und du hast recht, er ist ein Feigling. Und gäbe es eine Info, die mich mich besser fühlen lassen würde? Nein. Das einzige wäre, dass er mich zurück will, er aus seinen Fehlern gelernt hat, so wie ich aus meinen, und wir eine bessere, reifere Beziehung hätten, wo ich seine verschiedenen Gesichter kennen und ALLE schätzen würde. Aber sind wir ehrlich, das ist ein Märchen.

21.01.2019 15:18 • x 1 #50


Kamikazeherz85

Kamikazeherz85

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Zitat von stillsad:
Liebst du deinen Ex denn noch oder wie haben sich deine Gefühle zu ihm über die zwei Jahre verändert?

Das würde mich auch interessieren, liebe Ukulele ...

Zitat von stillsad:
Also habe ich mich still abgelenkt und dann komischerweise durch Zufall einen sehr netten Mann kennengelernt. Er möchte mich jetzt wiedersehen. Was soll ich tun? Ihn treffen, in der Hoffnung, dass es mir hilft, es MUSS ja weitergehen? Aber um ehrlich zu sein, spüre ich nichts bei ihm und auch keinem anderen Mann, es ist innerlich bei mir einfach alles abgestorben


Du schreibst, du findest diesen Mann nett. Das ist doch schon einmal ein guter Anfang! Auch wenn du (noch) nichts fühlst, ist das doch trotzdem eine gute Voraussetzung. Du hast nichts zu verlieren. Es kann nicht noch schlimmer werden (wobei, man weiß ja nie ... ). Wenn dich der Mann wiedersehen will, dann triff ihn doch, ganz unverbindlich. Und dann schau, was es mit dir macht. Wenn du dich dann wirklich unwohl fühlst, sobald du ihn etwas besser kennengelernt hast, dann kannst du ja jederzeit wieder gehen. Ich verstehe deine Bedenken, aber ich finde trotzdem, dass es einen Versuch wert ist. Auch wenn es nur ein weiterer Abend ist, der dich etwas von deinem Schmerz ablenkt. Es kann gut sein, dass es noch lange dauern wird, bis du wieder einen Mann näher an dich ranlassen kannst. Aber wenn du es nicht versuchst, kannst du es nicht wissen.

Zitat von stillsad:
Plus die Schuld, die ich mir selbst dafür gebe

Oh ja, das kenne ich selbst nur zu gut. Ganz furchtbar!

Zitat von stillsad:
Ich weiß es nicht, denke aber, er will es nicht.

Eben, du weißt es nicht. Vielleicht ist er nach dieser langen Zeit ja doch bereit, dir Antworten zu geben. Ich würde es dir wünschen. Denn möglicherweise würde dir das tatsächlich helfen, einen Abschluss zu finden (vielleicht siehst du ihn nach zwei Jahren wieder und hast plötzlich eine Art Aha-Erlebnis, weil er nicht mehr der für dich so attraktive Mann ist, der er vor zwei Jahren noch war - oder so).

21.01.2019 17:01 • x 1 #51


milliways

milliways

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Liebe stillsad,
musste lächeln, hab mich auch auf einem online dating portal angemeldet, dachte zum Ablenken und um so weg von meinen Gedanken an den ex zu kommen. Aber ist nicht meins, sind viele komische Männer unterwegs. umso größer wird dann doch die Sehnsucht nach der alten Vertrautheit mit ihm.

Schön das du jemanden kennengelernt hast.. Ich würde das entspannt sehen, muss ja kein Poten. neuer Partner werden. Aber wenn er so nett ist, versuch es, ist doch auch gut fürs Selbstwertgefühl.
Und wenn es sich dann doch falsch anfühlt, eben nicht.. Aber ich würds probieren und nochmal treffen.

Ich habe heute nach über 2 Wochen meinem ex auf die Neujahrsgrüße geantwortet.. Oh je, alle haben mir abgeraten. Ich konnte es nicht lassen. Vielleicht muss ich mich doch noch einmal treffen, um sagen zu können, o.k., jetzt ist alles gesagt.. Mich quält es einfach und der Drang ist täglich da.Und er hat sofort geantwortet, habs aber noch nicht gelesen...

Als Aussenstehende zu dir. Du hast nichts zu verlieren, wenn es dich so sehr drängt, schreib ihm kurz. Kommt nichts, weißt du bescheid. Du quälst dich seit 2 Jahren, das hat denke auch nichts mehr nur mit ihm zu tun, das sitzt tiefer, aus der Kindheit. Bei mir denke auch, tiefe Einsamkeit und Verlustängste, herrührend aus meiner Familiengeschichte, durch ihn extrem getriggert. Bin auch in einer Therapie dran.

Alles liebe, Kopf hoch!

21.01.2019 18:56 • x 2 #52


stillsad


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Danke, ihr seid alle so lieb! Es hilft einfach ungemein, dass da noch andere Menschen sind, die das gleiche durchmachen. Da fühlt man sich dann nicht mehr ganz so "verrückt" und einsam, weil ich langsam schon selbst an mir verzweifle, warum ich mich so anstelle. Gibt auf jeden Fall ein bisschen Hoffnung.

Zitat von milliways:
Als Aussenstehende zu dir. Du hast nichts zu verlieren, wenn es dich so sehr drängt, schreib ihm kurz. Kommt nichts, weißt du bescheid. Du quälst dich seit 2 Jahren, das hat denke auch nichts mehr nur mit ihm zu tun, das sitzt tiefer, aus der Kindheit. Bei mir denke auch, tiefe Einsamkeit und Verlustängste, herrührend aus meiner Familiengeschichte, durch ihn extrem getriggert. Bin auch in einer Therapie dran.

Ja, da hast du natürlich Recht und da bin ich auch dran. Aber jetzt mal ehrlich anonym unter uns gefragt: Hast du das Gefühl, dass die Therapie dir nachhaltig etwas bringt? Ich habe bei meiner schon viel gelernt, aber eigentlich nichts, was ich nicht schon vorher wusste. Einzig die Vehemenz, in der ich mir unterbewusst die Schuld für alles Schlimme in meinem Leben gebe, ist mir in seiner Konsequenz so nicht bewusst gewesen. Weil schlimme Dinge nun mal leider unabhängig zum eigenen Verhalten passieren. Einerseits befreit das einen von der gefühlten Schuld, andererseits macht mich das aber auch so super machtlos. Denn dann kann ich durch mein Verhalten ja gar nichts mehr beeinflussen, weder die Welt noch das Verhalten der anderen, unter dem ich oft leide. Mein Leben wird durch die Therapie also unterm Strich nicht wirklich besser, wenn verändert sich nur die Haltung dazu. Ich vermisse meine Familie und kann nichts Gutes daran finden, dass sie mich so früh verlassen musste. Dieser Schmerz wird niemals vergehen. Und das gleiche denke ich auch über meinen Ex. Man kann natürlich alles tot analysieren, warum er weg ist/was mein Anteil war/ ... ohne den anderen ist das ein Lottospiel und auch mit ihm ist das nur Wortklauberei. Unterm Strich ist mit ihm die letzte Person weg, die ich liebe, das kann ich mir nicht schönreden. Und ich bin nun mal ein Mensch, der auch den Bezug zu anderen braucht, damit er glücklich ist.

Deswegen würde mich deine @milliways ehrliche Meinung dazu interessieren. Was bringt dir die Therapie? Auch langfristig? Weil, wenn ich bei meinem Umfeld sehe, wie viele Freundinnen da schon eine Therapie "erfolgreich" abgeschlossen haben (bei allen war der Grund meist nichts schicksalshaftes, sondern allgemeine Unzufriedenheit im Job/Leben), dann bin ich manchmal erschrocken, dass sie innerlich noch genauso unsicher sind wie zuvor, nur, dass sie jetzt immer den Männern/Kollegen/anderen die Schuld an ihren Gefühlen geben. "Weil ich bin ja toll/eine sehr gute Partie/emanzipierte Frau". Innerlich kriege ich da manchmal das Grausen. Keine von denen scheint mir wirklich bei sich angekommen oder glücklich. Und das war ja meine einzige Hoffnung, dass ich die Trennung dazu nutzen kann, an mir zu arbeiten, um die Vergangenheit zu verarbeiten und wieder glücklich zu werden. Aber auch da verlässt mich nach 1,5 Jahren Therapie der Mut: Ich war vorher schon analytisch und empathisch und werde es danach noch sein, habe schon damals die Dinge klar gesehen, ja, ich klammer so sehr am Ex, weil er ein Stellvertreter für die Familie ist ... aber dieses Wissen ändert null an meinen Gefühlen. Also, was bringt die Therapie dann?

Und sorry, eigentlich wollte ich nicht mehr so jammern, ich weiß nicht, warum das alles so hochkommt. Ich glaube tatsächlich, weil ich meinen Ex noch einmal konfrontieren möchte.

21.01.2019 19:38 • x 2 #53


milliways

milliways

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Brauchst dich nicht zu entschuldigen fürs jammern, alles gut. Schade das du nicht hier wohnst, würde gerne persönlich mit dir darüber reden. Das Thema ist zu komplex für hier. Ich mache seit über 5 Jahren eine Verhaltenstherapie. Hat mir das geholfen? Hmm, sicher ja, aber noch nicht nachhaltig. Eine andere Haltung zu seinen Gefühlen und Begebenheiten zu bekommen ist aber schon viel, ein guter Anfang. Und man ist sicher nach 2 Jahren Therapie nicht geheilt oder ein neuer Mensch, das ist ein lebenslanger Prozess denke. Bei mir rührt viel aus der Kindheit, habe viele "Lasten" meiner Eltern auferlegt bekommen, das geht mit einer Verhaltenstherapie nicht weg, man erkennt es nur. Deswegen mache ich demnächst eine Familienaufstellung, die geht tiefer, ein Versuch.
Ich denke der Schlüssel ist Selbstliebe und ein gutes Selbswertgefühl, darauf läuft es hinaus. Dann erschüttert einen die Ablehnung eines anderen (ex) nicht so immens. Jedenfalls ist das denke bei mir das Problem.

21.01.2019 20:14 • x 2 #54


stillsad


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@milliways : Danke für deine Offenheit.

Fünf Jahre sind natürlich eine lange Zeit, aber verglichen mit dem restlichen Leben ist es dann doch nicht so viel. Ich kenne Familienaufstellung aus einem anderen Kontext und bin immer wieder erstaunt, was da passieren kann. Such dir nur einen "guten" Menschen, der das macht, ich habe schon ganz schlimme Dinge von nicht sehr fundiert ausgebildeten Trainern gehört, am Ende war es bei den Leuten schlechter als vorher.

Ich mache eine Psychoanalyse, die wirklich sehr tief geht und mich in meinen Grundfesten berührt: Nach jeder Stunde bin ich ausgelaugt und oft schlimmer drauf als vorher. Eine Freundin, die zur Gesprächstherapie geht, meinte kürzlich, dass sie nach ihren Stunden immer total erleichtert sei. Das wünschte ich mir bei mir auch sehr, aber meistens bin ich nur noch trauriger. Ich hoffe, irgendwann wird das besser, wahrscheinlich ab dem Punkt, wo man beim Kern des Problems angekommen ist. Aber andererseits bin ich auch ehrlich, hätte ich die Therapie vor 1,5 nicht angefangen, wäre ich heute glaube ich nicht mehr hier. Sie gibt mir Struktur und auch Halt, und daran klammer ich mich gerade auch. Und ein bisschen ist der Therapeut ja auch Elternersatz, was mir gerade gut tut.

Wo wohnst du denn, @milliways? Vielleicht sind wir ja doch in der gleichen Stadt .

21.01.2019 21:38 • x 1 #55


milliways

milliways

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Stuttgart

21.01.2019 21:56 • x 1 #56


stillsad


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Schade, da habe ich mal gewohnt, ist aber lange her.

Dann virtuelle Grüße in den Süden

21.01.2019 22:25 • x 1 #57


milliways

milliways

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Ja schade, aber können gerne schreiben, mailen, wenn du magst.

21.01.2019 22:26 • x 1 #58


Kamikazeherz85

Kamikazeherz85

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@stillsad und @milliways, ich finde es ganz toll, was ihr so schreibt und welche Fragen ihr stellt. Ich finde mich da total wieder. Auch ich habe bereits eine fünfjährige Therapie hinter mir, nun habe ich erneut angefangen, um den Verlust meines Babys und meines Partners irgendwie zu verarbeiten und vor allem zu schauen, wie ich mein inneres Kind trösten kann, das so sehr nach Liebe und Bestätigung schreit. Meine fünfjährige Therapie war eine Verhaltenstherapie, die hat mir in Teilen schon geholfen, ich habe einige neue Perspektiven gelernt und in Ansätzen auch umgesetzt. Der ganz große Teil der gelernten Theorie blieb für mich allerdings genau das: Theorie. Es fällt mir wahnsinnig schwer, das Gelernte in die Tat umzusetzen, vor allem bei Dingen wie "Ich darf sein, wie ich bin, und muss es nicht allen recht machen". Deswegen verstehe ich deine Frage, liebe stillsad, voll und ganz: Was genau bringt die Therapie? Natürlich wird einem vieles klar, aber das allein führt ja nicht dazu, dass es einem wirklich besser geht - manchmal sogar im Gegenteil. Ich glaube, eine Therapie ist nie verkehrt, sofern man an einen fähigen Therapeuten gerät, aber ob man dadurch wirklich Heilung erfahren kann? Ich weiß es nicht und stelle mir diese Frage auch ständig.
Auch jetzt, wo ich wieder eine Therapie angefangen habe (dieses Mal keine Verhaltenstherapie, sondern eine tiefenpsychologische Gesprächstherapie), frage ich mich das wieder. Denn im Grunde weiß ich schon alles. Ich weiß, was in meiner Kindheit dazu geführt hat, dass ich heute so bin, wie ich bin. Und ich weiß, dass ich deswegen so ein großes Problem mit dem Verlassenwerden habe. Aber was mach ich mit diesem Wissen? Wahnsinnig weh tut es ja trotzdem ...
Ich wünsche euch einen schönen Tag, trotz allem!

22.01.2019 11:06 • x 2 #59


milliways

milliways

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Liebe Kamikazeherz85,
ich fühle mich Therapiemäßig schon auch grade an den Grenzen, geht nicht voran, ein ziemlicher Kampf. Les mich auch durch sämtliche Selbsthilfebücher, spirituelle Sachen auch, meditiere, mach wieder bisl Sport, puuh und habe auch das Gefühl ES nicht zu schaffen, endlich "klar" zu kommen. Denke auch zu Viel Therapie und Gedankenkreisen kann auch schaden, nimmt manchmal jegliche Lebensfreude, macht alles noch "schwerer" gefühlt.
Ich will auch einfach nur heilen, koste es was es wolle aber wahrscheinlich liegt das Problem im sich Druck machen.
Will sagen, oh ja, zum verzweifeln manchmal.
Weiß nicht genau wo deine Punkte liegen und an sich ist es auch sehr gut da dran zu gehen. Aber manchmal sollte man Dinge aus der Kindheit akzeptieren, loslassen und einfach Frieden damit schließen. Alles andere kostet soviel Kraft, dass man für schöne Dinge verwenden sollte.
Leicht gesagt, ich bin auch grad am erproben, wie das bitte funktioniert..
Ich lese grade...Liebe dich selbst, sonst liebt dich keiner. Von Irene Goldmann.
Bis jetzt nicht schlecht.

@stillsad. Ich habe meinem ex auf seine Neujahrsgrüsse nach 3 Wochen geantwortet, nur kurz. Ich weiß, hätte es lieber lassen sollen, sind jetzt 5 Monate getrennt. Seit paar Tagen schreiben wir hin und her und mir geht's von "schon schön" bis "gar nicht gut" damit. Er vermisst mich als Mensch, und meint ich bin für ihn ja auch nicht weg,weg,weg...und er meinte noch Mal ne Aussprache fänd er gut.
Ich will sagen, ein Riesendilemma, ich merke wie ich brenne, mich sehne und gleichzeitig schmerzt zu wissen das er abgeschlossen hat und ich ja anscheinend noch nicht.
Fast wäre mir lieber, Er hätte , würde sich doch einfach gar nicht mehr melden. Dieses wischiwaschi ist nur ätzend. Und ich dumme schaff es nicht, zu sagen, lass mich in Ruhe, ich brauch Abstand.
Treffen steht im Raum, wir beide hatten das Bedürfniss, aber konkret ausgemacht wurde nix bis jetzt.
Nur damit du weißt, wenn ex sich meldet auch nicht soo gut.
Liebe Grüße

25.01.2019 22:38 • x 2 #60