Ihr Lieben,
vielen Dank für Eure aufmunternden Worte. Ich bin zwar immer noch traurig, aber es ist hilft tatsächlich, dass es Menschen gibt, die mich trotz meiner immer selben Leier virtuell umarmen. @Kamikazeherz85: Schade, dass ich nicht mehr im Süden wohne, sonst hätten wir uns wirklich treffen können

. Im echten Lebe habe ich mir heute stattdessen eine Mass. gegönnt, quasi als Umarmungsersatz, und viel mit Freunden telefoniert. Trotzdem fühle ich mich noch nicht wirklich besser. Er fehlt mir einfach so sehr. Und meine Freunde, ja, denen tut leid, dass ich in den letzten Jahren so viel Verlust erleiden musste, aber niemand kann den Schmerz verstehen. Bei ihnen ist alles gut, alle leben noch, alle haben ihre Partner und die eine auch noch ein Baby im Bauch. Das bleibt die Empathie irgendwie auf der Strecke, denn "jeder hat eben sein eigenes Leben", wie mir heute gesagt wurde. Ja, das stimmt auch, aber während alle anderen leben, bleibe ich stehen. Und an euren Reaktionen merke ich ja auch, dass ihr zwei Jahre Trauer schon abnormal lang empfindet, was ich - um ehrlich zu sein - nicht hundertpro nachvollziehen kann. Wenn man sich wirklich geliebt hat und diese Person dann verliert, egal auf welche Weise, sind zwei Jahre dann wirklich so lang?
Zitat von ili:Deine Nachricht klingt sehr traurig und erinnert mich daran wie es mir noch vor nicht all zu langer Zeit ging. Fühl dich gedrückt.
Was hat dir denn dann geholfen, wenn du schreibst, dass es dir bis vor kurzem noch ähnlich ging?
Zitat von Kamikazeherz85:War die Liebe denn wirklich so groß? Oder vielleicht auch in weiten Teilen nur Illusion? Was genau hat diese Liebe für dich so besonders gemacht?
Eine sehr gute Frage. Mein erster Gedanke darauf war: "weil es sie gab". Ich glaube, ich hatte noch niemals davor wirkliche Liebe erfahren, was auch an meiner Familie lag (ja, das hat die Therapeutin bzw. ich mit ihrer Hilfe schon rausgefunden

). Und dann war da plötzlich einer, der mich wirklich liebte, aufmerksam war, zu mir gehalten hat. Dann kam halt während der Beziehung der Verlust der Familie, der mich niedergedrückt hat, aber wo er immer an meiner Seite war und nicht abgehauen ist. Ich denke, das hab ich dann auch als so besonders gesehen, dass er geblieben ist. Am Ende hat er mir aber genau das vorgehalten und mich eben doch "fallengelassen", dazu die Worte, dass seine Familie von Anfang an gesagt hat, dass er sich das mit mir doch nicht antun sollte, mit dem Trauerballast auf meinen Schultern. Er erzählte mir das im Sinne, "aber ich bin trotzdem geblieben", nur ist das ja eigentlich eine Selbstverständlichkeit in einer Beziehung, oder? Denke ich mir zumindest jetzt mit etwas Abstand. Und vielleicht sind auch die Aufmerksamkeiten, das liebevolle Miteinander, das sich umeinander sorgen auch Selbstverständlichkeiten? Ich weiß es nicht, alle Beziehungen davor waren nicht so. Und seitdem hatte ich keine. Ich denke, dieses Schicksalsschläge haben alle überfordert, denn abgesehen davon haben wir uns wirklich so sehr geliebt, das hat jeder gespürt. Wir haben manchmal auch darüber geredet, weil für uns beide ein solches Geschenk war, er hat das davor auch nicht so gekannt hat. UND ICH HABE MIR DAS NICHT EINGEBILDET, wirklich. Nun ist er wieder mit seiner Ex zusammen ... Deswegen, ich kann nicht glauben, dass es die fehlende Liebe war, weswegen er gegangen ist, eher, weil er glaubte, dass unsere Zukunftswege nicht zusammen passen. Aber das hätte man besprechen können, es hätte einen Weg gegeben und jetzt, wo ich wieder ein bisschen klarer sehe und die Trauer angepackt habe, wünsche ich mir dieses eine, letzte Gespräch. Nur, da spricht wieder der Bauch, das Herz sagt, tu das nicht, so lange ich noch Gefühle für ihn habe, sonst zerbreche ich gleich wieder ... und der Kopf sagt, vergiss es, zwei Jahre, der Typ ist sich sicher, der hat keinen Bock auf dich, check's doch endlich. Und dann werde ich panisch, wenn die drei zu streiten anfangen und weiß gar nichts mehr.
Zitat von Kamikazeherz85:Außerdem wäre auch das ein guter Ansatzpunkt. Dir scheint es an Selbstbewusstsein zu fehlen (damit kenn ich mich aus! ). Aber auch da bist du wahrscheinlich schon längst mit deiner Therapeutin dran ...
Ja, das stimmt

. Aber auch nach anderthalb Jahren Therapie hat sich das noch nicht geändert. Wobei, nein, das stimmt nicht, ich werde langsam auch auf das Außen wütend, das ist neu ... ach, das Schreiben hilft so beim Gedankensortieren, da kann man sich schlechter selbst besch.n

.
@Kamikazeherz85 : Wenn du dich mit dem fehlenden Selbstbewusstsein auskennst, was machst du dagegen? Und wie geht es dir generell? Deine Geschichte hat mich auch sehr berührt.