Liebe @Kamikazeherz85 ,
danke für deinen Beitrag. Ich habe gestern kurz in deinem Thread gelesen und durfte deine Geschichte erfahren, die mir auch sehr ans Herz ging. Was du schreibst finde ich sehr einfühlsam und auch stark, auch wenn dein Päckchen natürlich sehr groß ist. Aber ich bin mir sicher, dass du da eine Ressource hast, die dir jetzt über die schwere Zeit helfen wird (auch wenn es sich gerade vielleicht nicht so anfühlt). Zu der Verantwortungsdiskussion bin ich nicht gekommen, aber ich halte es da wie der Fuchs im "Kleinen Prinz": "Du bist ewig für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast."
Wegen noch einmal den Ex kontaktieren: Ich weiß wirklich nicht, ob das dann etwas besser machen würde. Letztlich liegt es ja an mir, dass ich so klammere und auch jetzt wieder so traurig bin, denn es ist seit anderthalb Jahren nichts neues passiert, seitdem kreiere ich meine Trauer selbst. Wenn ich ihn wiedersehen/sprechen würde und er wäre kacke, dann würde ich mich zu 99 Prozent wieder in emotionale Diskussionen verstricken, damit er mich versteht und ich ihm erklären kann, warum wir so eine große Liebe waren/sein könnten. Und ich denke, das "böse" Gesicht lag an Überforderung gepaart mit "wenn ich doof bin zu ihr, checkt sie schneller, dass nichts mehr geht". Die Taktik hat offensichtlich nicht funktioniert

. Wenn er aber wieder nett und der alte wäre, so wie dein Ex, dann würde mich das zu 1000 Prozent wieder in meiner Liebe und deren Verlust bestätigen. Und wäre er ganz neutral, würde mich das zutiefst verletzen, weil dann hätte ich noch mal schwarz auf weiß, wie egal ich ihm bin. Du musst mal überlegen, er ist seit knapp zwei Jahren in einer Beziehung und damit in einer ganz anderen Welt. Ich wurde zwar noch nie mit einem Ex und seiner plötzlichen Kontaktaufnahme konfrontiert, aber ich fände das sehr seltsam. Plus, seine jetzige Freundin wird es ihm bestimmt verbieten oder abraten, weil sie ihn ja aus einer Beziehung rausgeklaut hat. Da wird sie Angst haben, dass ich das jetzt genauso versuche.
Liebe @milliways
Vielen Dank auch für deine Worte. Ich bin da tatsächlich auch eine schlechte Ratgeberin, denke aber, tue das, was für dich am besten ist. Ich habe meinen Ex wie gesagt drei Monate nach der Trennung um eine Aussprache gebeten und er hat noch nicht einmal mehr darauf reagiert (hatte ihm sehr neutral per Email geschrieben mit der Bitte, dass er bitte auf jeden Fall Bescheid geben soll, ob ja/nein). Deshalb ja, ich wollte unbedingt auch ein Gespräch und war dann sehr traurig, dass es nicht geklappt hat. In einem anderen Thread, den ich mit Spannung gelesen habe, weil die Ausgangssituation so ähnlich war, meinte die Forenschreiberin auch, dass sie nur loslassen könnte, wenn sie über seine Beweggründe Bescheid wüsste. Letztlich war bei der anderen Schreiberin und ihrem Ex auch eine neue Frau am Start. Trotzdem hat er ihr nach einem halben Jahr ganz liebevoll Rede und Antwort gestanden (angeblich war die ehemals beste Freundin und jetzt Partnerin nicht der Grund für die Trennung, er hatte sich einfach entliebt, aber auch da ist das Neu-Verlieben meiner Meinung nach bestimmt fließend gegangen) ... und was soll ich sagen, sie hatte ihre Antworten und es hat nichts an ihrem Trennungsschmerz verändert. Meine Gedanken deshalb dazu und auch zu Kamikazeherz85 Vorschlag, noch einmal die Aussprache zu suchen (und für dich damit vielleicht auch übertragbar): Ich denke, eine ähnliche Geschichte würde ich auch erzählt bekommen, FALLS er denn mit mir reden würde. Inwiefern würde mich das von ihm lösen, wenn es jetzt schon nicht von selbst so gekommen ist, obwohl ich als rational denkender Mensch ungefähr weiß, warum er gegangen ist? Und selbst wenn das nicht das wahre Warum ist, er ist gegangen, ergo liebt er mich nicht mehr oder hat keine Zukunft mehr für uns gesehen. Nachdem ich nichts mehr von ihm gehört habe, hat sich an dieser Einstellung offensichtlich nichts geändert. Deswegen, es würde mir nichts einfallen, was er machen könnte, dass es mir besser geht. Selbst wenn er zurück käme ... die Verletzung ist da und die Sehnsucht nach etwas, dass es niemals mehr wieder geben wird. So oder so habe ich ihn also verloren. Und ich denke, das wäre bei dir, milliways, ähnlich.
Das einzige, was meiner Meinung nach wirklich helfen würde, wäre sich neu zu verlieben. So wie er das getan hat. Aber das kann ich mir eben nicht vorstellen, wenn ich mich nicht gelöst habe. Und das große Ding, was die Beziehung belastet hat, nämlich, dass ich um meine Familie trauere ... das ist auch noch nicht vorbei und wird es vielleicht auch nie sein. Ich bin noch nicht hundertprozentig bei mir angekommen und habe noch viele Probleme mit mir selbst und der Welt. Hätte man das trotz Beziehung lösen können? Ja. Aber mein Ex wollte es nicht. Will ich JEMANDEN, der mich in so einer Situation so in Stich lässt? Nein! Will ich IHN? Ja.
Hach, ich nerve mich schon selbst. Mein größtes Problem ist einfach, dass ich nicht glaube, dass seine Liebe wirklich weg war, selbst nach zwei Jahren nicht. Ich denke, er war einfach überfordert und man hätte noch einmal miteinander reden und das klären können. Aber auch das ist mittlerweile egal, denn sind wir ehrlich, Menschen sind bequem und er hat es sich jetzt in seiner Welt gemütlich gemacht. Das aufzugeben für jemanden, von dem man nicht weiß, ob es funktioniert? Ich denke nicht. Und ich bin ja 800 km weit weg gezogen und würde auch nicht alles stehen und liegen lassen für ihn. Insofern müsste ein Kompromiss her und die Bereitschaft dazu hatte er schon nicht in unserer Beziehung. Ob er sich durch die neue Beziehung weiter entwickelt hat? Ich denke nicht.
Bei der Trennung habe ich ihm gesagt, dass er in zwei Jahren mit der neuen Partnerin wieder an der gleichen Stelle stehen würde und man einfach manchmal an Beziehungen arbeiten muss. Und selbst habe ich zu Freunden nach der Trennung gesagt, dass ich glaube, zwei Jahre zur Verarbeitung zu brauchen. Die zwei Jahre sind bald vorbei. Vielleicht sollte ich diese Zeit einfach noch abwarten.
Und für alle anderen: Ich denke, das wichtigste ist, dass man zu sich steht, was auch immer das heißen mag. Und wenn man zu sehr verletzt ist, dann muss man vielleicht erst nach sich schauen, weil sonst geht man am Ende doch nur einen faulen Kompromiss ein. Aber letztlich wissen tu ich es nicht, sonst wäre ich ja schon weiter.