Liebe Raupenfrau,
warum genau nennst Du ihn Deinen "Seelenschmerzmann"?
Zitat:Um genau zu sein, ich bin Nummer 11 und fühle mich auch so.
Fühlst Du Dich tatsächlich nur aufgrund seiner ganzen Ex-Erzählungen wie Nr.11? Oder gibt es noch andere Gründe?
Der Grund für Deine Verunsicherung kann in Dir selbst begründet sein, oder auch in eurer Beziehung.
Ich hatte mal einen Partner, der überhaupt nichts von vergangenen Beziehungen erzählte. Aber ich fühlte mich auch eher wie eine Lebensabschnittspartnerin, die der nächsten die Klinke in die Hand drückt

Mir ist absolut klar, dass Beziehungen heutzutage meistens nicht ein Leben lang halten. Aber wenn der Blitz auf beiden Seiten so richtig einschlägt, dann fühlt man sich dennoch in dem Augenblick unaustauschbar und empfindet auch den Partner so. Aus heutiger Sicht würde ich sagen, dass ich es schon richtig empfand denn es war keine große Liebe. Von beiden Seiten nicht.
Andererseits liebte ich einmal einen Mann der fröhlich von seinen Verflossenen redete. Trotzdem fühlte ich mich keineswegs wie eine Nummer 15, sondern wie eine, die geliebt wird
Man verändert sich ja im Laufe der Jahre und den Mann, den Du vielleicht vor 10 Jahren als Deine Liebe empfunden hättest, wäre es heute nicht mehr. Ganz einfach weil Du Dich verändert hast. Und so waren die anderen Frauen in einer anderen Lebensphase eben tolle Frauen für ihn und nun bist Du es.
Oder eben auch nicht. Ich kann es nicht wissen. Bei mir war es stets so, dass mir Worte meines Partners weder Sicherheit, noch Unsicherheit vermitteln konnten. Das Gefühl, das ein Mann mir vermittelte, war viel ausschlaggebender. Es kann also sein, dass ein Mann mir hundert Mal sagt, wie einzigartig ich für ihn bin und ich fühle mich aber keineswegs so. Umgekehrt könnte ein anderer sich in Schweigen hüllen und ich fühle mich geliebt. Trotzdem: nichts gegen Liebesbekundungen
Zitat: Klar frage ich mich auch gleichzeitg ständig, warum mich das so sehr verletzt hat, was es in mir anspricht. Was ich dahinter vermute, ist, dass es mir die Endlichkeit von Beziehungen und die Austauschbarkeit von Menschen in der Funktion des Lebenspartners so unromantisch und brutal vor Augen geführt hat.
Ja, den Gedanken hatte ich auch einmal. Und zwar in der Beziehung, in der es an Liebe fehlte.
Rational kann man das nicht lösen. Das einzige, was Dir das Gefühl geben kann, geliebt zu werden, ist das, was zwischen euch passiert. Offenbar fehlt da etwas.
Zitat:Das ist doch das letzte, woran ich als frisch und extrem Verliebte denken wollte. Ich war bei uns, wollte mit ihm sein, nicht mit zig anderen noch nebenbei. Außerdem ist wohl ein ein weiterer Faktor, dass er meine teils unter Tränen vorgebrachten Bitten, das sein zu lassen, erst bagatellisiert und dann ignoriert hat. Wenn ein Mensch, an dem mir was liegt, mir inständig sagt, das etwas ihn verletzt, dann wäre das letzte, was mir einfallen würde, ihn kaltschnäuzig abzubügeln und ihm Übertreibung seinerseits vorzuwerfen. Es ist also zusätzlich der Umgang damit, dass er mich so ignoriert hat in meinem Bedürfnis.
Das ist ja auch völlig daneben von ihm.
Was meinst Du, warum er so reagiert?
Zitat:Ysabell, auch er sagt, wie Du es beschreibst, dass er selbst nicht weiß, warum er das getan hat, und das die Tanten keine Bedeutung mehr für ihn haben. Vielmehr behauptet er noch, dass er gar nicht an sie gedacht hätte dabei. Das allerdings halte ich für ausgemachten Blödsinn, da es ja rein gehirnfunktionstechnisch nicht möglich ist, über etwas zu erzählen, an das man nicht denkt.
Ja, stimmt schon aber ich kann mir vorstellen, wie er es meint, weil auch mir es so erging. Klar denkt er daran aber es bewegt ihn vielleicht nicht mehr.
Zitat: Weil es auch so penetrant, permanent und anhaltend war....hatte ich ständig das Gefühl, dass er gedanklich nicht bei mir, sondern 10 anderen war.
Und wie sieht das aus, wenn er mal eine Weile nicht von den anderen spricht?
Vielleicht ist das ewige Plaudern echt ein Nähevermeider. Vielleicht habe ich das auch unbewusst getan?
Zitat:Übrigens waren seine Erzählungen, die ja das volle Spektrum an Möglichkeiten ausgeschöpft haben, teils auch emotional - im Gegensatz zu Deinen, Ysabell. Gerade bei einer, die ihn vor 12 (!) Jahren verlassen hatte, hatte ich das Gefühl, dass ihn das heute trotz gegenteiliger Behauptung, noch wurmt. Und vor allem waren sie oft grenzüberschreitend. Nein, ich will nicht wissen, in welcher Stellung er es mit XY hatte, danke.
Nach 12 Jahren noch? Wie kommst Du darauf?
Was meinst Du, bist Du für ihn? Was will er von Dir? Was verbindet euch?
Zitat:Wichtig ist sicherlich anzumerken, dass diese Berichte nie, kein einziges Mal, irgendwie zur Situation gepaßt haben, im Gegenteil, er hat es geschafft, sogar die romantischsten Momente kaputt zu machen. Wir beide allein, Hand in Hand, im Sonnenuntergang, beobachten Glühwürmchen, und er platzt plötzlich mit S. im Auto mit XY dazwischen.
Ja doch, scheint wirklich eine Nähevermeidungsstrategie zu sein.
Zitat:Auch bin ich der grundsätzlichen Meinung, das ALLES, was wir tun, einen Grund und tieferen Sinn hat, auch wenn sich der einem selbst nicht unbedingt gleich erschließt. Das gilt natürlich auch für mich und meine Fehltritte, ich bin bereit, die / meine Gründe zu hinterfragen, er grundsätzlich nicht.
Das denke ich auch
