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Zuneigung zu ihm hat suchtähnlichen Charakter

Traurige01

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Grüßt euch.

Vielen Dank schonmal für das Lesen meines Beitrages. Ich versuche, die Misere so kurz als möglich zu halten.

Ihn (54) habe ich (30) vor zwei Jahren in einem Forum für Dominanz und Devotion kennengelernt. Zum damaligen Zeitpunkt befand ich mich gerade in tiefsten Liebeskummer, weil eine neunjährige Beziehung zu Bruch gegangen ist, in der ich (auch) die emotional Unterlegene gewesen bin. Freunde konnten das Leid irgendwann nicht mehr hören (verständlicherweise) und auch Treffen mit anderen Männern konnten meinen awhe achwermütigen Gemütszustand nicht aufhellen.

ER war der wirklich erste Mann nach über rund zweijähriger Kummerphase, den ich für mich interessant fand. Die Gespräche über Gott und die Welt waren sehr angenehm. Ich war fasziniert und heute glaube ich, es war sein damals erklärtes Ziel, mich in sich verliebt zu machen. Das hat er inzwischen geschafft und er weiß das seit mehr als einem Jahr konkret, weil es zur Sprache kam. Nonsens eigentlich, da wir hunderte Kilometer entfernt wohnen.

Das Spiel um Macht und Hingabe rückte mit der Zeit immer mehr in den Hintergrund. So mein Eindruck. Er ist ein Starrkopf; der Umgang mit ihm seit jeher ein Wechselspiel der Gefühle... vom himmelhochjauchzend bis zu Tode betrübt. Ich weiß, dass er kein Kind von Traurigkeit ist und mit anderen intim wird. Wir hatten in all der Zeit übrigens keine körperlichen Annäherungen. Selbst, wenn das jetzt pathetisch klingen mag, war mir das "Seelische" bedeutsamer. Die Verbindung entwickelte sich zu regelmäßigen Telefonaten, einem regen, inspirierendem Mailaustausch. Beinahe jeder zweite Abend in der Woche "gehörte uns"... gefüllt mit so vielen anregenden Plaudereien. Insgeheim war"/bin ich verliebt, habe nach außen aber immer von Freundschaft gesprochen. Das hat er natürlich durchschaut.

Unser "Verhältnis" wurde in den letzten knapp anderthalb Jahren durch gegenseitiges Vorlesen bereichert, sehr häufig auch durch gemeinsames Einschlafen, bei dem wir uns manchmal gegenseitig beim Schlaf beobachtet haben. Das Thema D/s schien völlig ad acta gelegt. Manchmal haben wir uns schweigsam angeschaut und zusammen gelacht... manchmal hat er niedlich mein Lachen oder so nachgeahmt. Sicher sehe ich es einfach immer noch durch rosarote Glasscheiben.

Problematisch war immer, dass er nach eigenen Angaben nicht gut über seine Gefühle sprechen kann... statt Mögensbekundungen sollte ich es durch seine Reaktionen (stundenlange Gespräche etc.) merken, dass ich ihm etwas bedeute... sonst würde er das nicht tun. Zu einer stark ausgeprägten Sympathie kam nun auch noch Sucht meinerseits hinzu. Ich war/bin überzeugt, dass ich dieses Anregende, Inspirierende, diesen "Adrenalinkick" beim Kontakt mit ihm brauche, um glücklich zu sein. Deshalb machte ich wohl unbewusst auch den Kompromiss mit mir selbst, ihn lieber als "normalen" Freund zu halten als ihn zu verlieren an eine andere Frau. Doch dieses Gedankengebilde aufrechtzuerhalten, fällt mir immer schwerer. Es belastet mich und sorgt für negative Beeinflussung meiner Lebensqualität. Da ich seine normalen Tagesabläufe grds. kenne, reimt sich mein Gehirn schon von allein Szenerien zusammen, wenn er wie heute Abend wieder mal nicht erreichbar ist.

Er kennt natürlich meine emotionale Grundeinstellung zu ihm... Zu Anfang versprach er, nie mit meiner Zuneigung zu spielen. Später habe ich aus Selbstschutz gemeint, er solle gehen, wenn er die Frau seiner Träume gefunden hat. Vielleicht hat er das ja und ich bin einfach zu fixiert auf ihn, dass ich es nicht sehen will. Denn vor einigen Wochen fing dieses offensichtliche Gegen-die-Wand-laufen-Lassen an: Ignorierte meine Anrufe mit der nüchternen Begründung, er bräuchte doch nicht abnehmen, wenn er gerade etwas anderes mache. Vorbei war es mit ausgiebigen Gesprächen und derlei.

Sein Verhalten, nicht das einzige Fehlverhalten in dieser Zeit, hat mich derart wütend gemacht, dass ich ihm eine gepfefferte Antwort habe zukommen lassen, in der ich natürlich, etwas überspitzt geschrieben, meine Empfindungen darlegte. Ich glaube, genau das hat er genau so hervorlocken wollen, um dann mit meinem "Ausbruch" zu begründen, dass ich mich nicht mit so einem Starrkopf wie ihm beschäftigen solle, sondern mich einem anderen netten Mann widmen solle. Dass ihn meine verbalen Angriffe verletzt haben, verstehe ich... zumal das Geschriebene vor Zynismus strotzte.

Aber ich habe ihm auch sehr sachlich erklärt, wie es dazu kam und dass er mich mit seiner Gleichgültigkeit verletzt, mich aber gleichzeitig nach seiner Nähe sehne. Später entgegnete er, dass ich den nächsten Mann "nicht so schei. angreifen soll, dann wird es was"... keine Ahnng, was er mit diesem WAS meinte. Kritik in Freundschaft wie Beziehung muss sein? Gesunde und keine verletzende Kritik natürlich. Darauf habe ich auch meistens geachtet. Ja, er hat diesen jüngsten Vorfall genutzt, mich aus seinem Leben rauszukacheln. Seine abschließenden Worte waren, dass jemand anders meine Gefühle mehr und besser erwiderrn würde und sofern er oder ich ginge, ich etwas Besseres bekommen könnte. Wenn er so zu mir ist, dann kann ihm an mir oder einer normalen Freundschaft doch überhaupt nichts liegen, nicht wahr? Während der Monate habe ich mir immer wieder ins Gedächtnis gerufen, dass er nebenbei mit der einen oder anderen vergnügt und ich selbst suchen muss... aber ich habe mich immer wieder der Häufigkeit des intensiven Kontaktes zu ihm hingegeben. Ich war/bin so fixiert, dass mir das ausgereicht hat.

Meine Freunde beäugten die "Bekanntschaft" von Anfang an kritisch ob seiner Stimmungswechsel. Einhellig rieten sie mir, mich trotzdem anderen Männern zu widmen, mich nicht auf dieses unbeständige Wesen "zu verlassen". Der ratschlag lief jedoch ins Leere... eine Verliebte soll sich mit jemand anderen als dem Verliebten treffen... ein Teufelskreis. Nun stehe ich in den Scherben dieser Verbindung und werde gezwungen, zu erkennen, dass er wohl solch ein A-L ist, für das die Freunde ihn gehalten haben. Dabei denke ich mir noch immer, dass ich ihm doch nicht soooo egal sein konnte. Wer bitteschön hat denn so viel Langeweile, dass er sich fast jeden Tag stundenlang mit jemandem beschäftigt?! Vielleicht hat er mich nur warmgehalten. Ich wüsste es gern. Hätte gern ein konkretes Statement von ihm.

Vor einigen Tagen habe ich eine Krebsdiagnose. Wie in Trance habe ich seine Nähe nach unserem Streit gesucht. Er hat sich Zeit genommen, wir konnten darüber reden, hat mich wieder zum Lachen gebracht. Aber ich merke einfach, wie es mich heute Abend schon wieder "mitnimmt", wenn ich gern seine Nähe hätte und im Hinterkopf jedoch weiß, dass er mit einer anderen zugange ist. Mein "Plan" sah vor, noch ein paarmal seine Nähe zu genießen und mich dann zu entfernen, aber das wird wohl nicht klappen, nicht wahr?

PS: Respekt, wenn ihr euch bis hierhin durchgefuzzt habt.

VG, die Traurige

08.08.2016 21:13 • #1


Chrisi

Chrisi


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Liebe Traurige,
ja, ich kann dich verstehen. Das ist auch traurig ! Besonders traurig aber ist deine Krebsdiagnose. Das ist schrecklich. Lass dich erst mal in den Arm nehmen. Das solltest du auch mit dir machen. Nimm dich als Kind ( bzw. das Kind in dir ) einfach in den Arm und versuche es zu trösten. Den Anfang hast du schon gemacht. Du hast hier dir es von der Seele geschrieben. Nun schimpfe nicht mit dir. Sicher, auf ihn kannst du nicht bauen. Aber ihr hattet auch intensive, schöne Tage und Stunden. Nicht alles muss also in die Tonne getreten werden.
Ich glaube schon, dass du besonders leidest. Du bist eine Sub. Das ist man sicher nicht nur im Spiel. Das muss man sicher auch in sich tragen. Daher der Tipp mit " tröste nun das Kind in dir "
Hör zu was es in seinem Schmerz zu sagen hat. Anworte mit dem Verstand und handle wie eine Mutter.
Du hast nur dich.
Sei herzlich gegrüßt
Chrisi

08.08.2016 22:43 • x 2 #2


encada

encada


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@Traurige 01
Zunaechst einmal tut es auch mir leid, dass du Krebs hast. Ich hoffe, er wurde noch rechtzeitig erkannt und ist heibar. Auch dein Kummer tut mir leid. Was mir an deinem Bericht aufgefallen ist, ist, dass du geschrieben hast, es sei in der ganzen Zeit zu keiner koerperlichen Annaeherung gekommen. Das wundert mich, denn ihr habt euch auf einem eindeutigen Portal getroffen, das auch und gerade das koerperliche Ausleben zum Ziel hat. Ich kann nachvollziehen, dass dir das emotionale gereicht hat, aber auch, dass ihm das vermutlich nicht gereicht hat und er sich wohl auch deshalb zurueckgezogen hat. War dieses koerperliche Ausleben nie Thema bei euch?

08.08.2016 22:59 • #3


Sternwandlerin


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Hallo Traurige,

zunächst einmal, du hast recht egal bist du ihm nicht gewesen, oder bist es vermutlich noch immer nicht. Allerdings denken, ich das für ihn es nur einen Anreiz darstellt, jemanden interessant zu finden bis ihm dieser sich nicht seelisch hingibt oder unterordnet. In dem Moment überkommt ihn ein Gefühl mit dem er nicht zurecht kommt, es gibt kein Bangen und keine Spannung. Weshalb er das Gefühl deutet dich nicht mehr zu lieben. Derartige Menschen habe Liebe auf eine verkehrte Weise kennen gelernt und leben sie so auch aus. Im Grunde meinen sie es ja nicht böse, im Grunde meinen sie es ja nur gut mit einem, aber eben aus ihrer Sicht. Das kann für den anderen sehr verletzend sein. Die viel interessantere Frage ist, was ist mit dir. In der ganzen Geschichte tauchst du gar nicht auf. Du scheinst dich schon länger selbst aufgegeben zu habe, (verzeih mir falls ich mich irre oder dir zu nahe trete) und dich daran zu klammern, dass dir ein Mensch das geben kann was du brauchst. Ich denke diesen Gedanken solltest du festhalten, nur mit einer minimalen Korrektur, dieser Mensch bist du selbst. Du wirst keine Achtung erfahren, solange du dieser nicht für dich selbst empfindest, du wirst nicht Liebe erfahren, solange du dich nicht selbst liebst...., alles andere ist eine Abhängigkeit, eine Schieflage der Emotionen, die sehr schädlich für einen ist. Fange an dich selbst zu lieben, fange an dich selbst zu schützten, fange an das für dich zu tun, was du für ihn tun würdest, fange an dir selbst gut zu tun, steh auf und kämpfe für dien Leben. Treibe Sport, vielleicht eine Therapie (so einfach geht eine Krebstherapie, nicht spurlos an einem vorbei), wissenschaftlich ist nachweisbar, das Krebspatienten, die einen festen Entschluss entwickeln zu überleben und kämpfen, ihn tatsächlich schwächen, den Wachstem verhindern oder sogar überwinden. Steh auf und lebe endlich.

PS: Vielleicht hilft dir das eine neue Perspektive zu bekommen

Wenn Frauen zu sehr lieben: Die heimliche Sucht, gebraucht zu werden Taschenbuch – 2. September 1991
von Robin Norwood (https://www.amazon.de/Wenn-Frauen-sehr- ... ehr+lieben)

08.08.2016 23:23 • x 1 #4


Traurige01


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Zu Anfang haben wir dieses D/s auch gelebt. Es kam aber nie zu Intimitäten. Von "Beziehung" hat niemand von uns beiden gesprochen. Es war klar, dass er seine S. bei und mit anderen Frauen auslebt. Ich hätte das umgekehrt auch tun können. Hab ich nicht, weil mir der Kontakt zu ihm ausgereicht hat, um glücklich zu sein. Es war ein schleichender Prozess. D/s wurde durch schnöde Alltagsprobleme, vielfach aber auch durch interessante Themen und gemeinsame Interessen abgelöst. Ich für meinen Teil war mehr an dem Mann hinter dem Profil interessiert, an seinen Sichtweisen, seinen Blick auf die Dinge. Ich war nicht so blond, dass ich dachte, er würde wegen unseren Gesprächen nun auf sein intimes Leben verzichten. Ich hab dieses eher geduldet, sah es als "Preis" für die Freundschaft. Das war auch kein Problem, da er ja zunächst auch genügend (nach meiner Vorstellung) Zeit für mich erübrigte. Nun, da mich dieses offensichtliche Leben seines erfüllten S. in der Seele derart tief verletzt, kann ich mich nicht weiter selbst mit dem bloßen Freundschaftsargument belügen.

Zu dem Zeitpunkt, als ich merkte, dass die "Beute" (eine Frau) für ihn uninteressant wird, nachdem er sie erlegt hat, war ich wohl einfach schon zu fixiert auf ihn. Mein Selbstbewusstsein ist nicht das, was man allgemein als "ausgeprägt" bezeichnen kann. Das rührt hauptsächlich von einer Bemerkung des Ex her, der felsenfest vor mir behauptete, ich könne nicht mit Schönheit punkten. Der "Spruch" hat gesessen - und sitzt immer noch. Da ER davon wusste, weil ich es ihm leichtgläubig erzählt habe, konnte er es geschickt verwenden, um mich auf sich "einzustimmen" mit Komplimenten. Anfangs war sein "Jagdfieber" so groß, dass es mir unheimlich wurde. In diesen Momenten habe ich mir aufrichtig gewünscht, dass er einen Teil seiner Charmeoffensiven gegen ein anderes Weibchen richtet, weil ich schon wusste, dass ich mich nicht dagegen wehren würde. In dem Bewusstsein, dass er andere Frauen hat, was mich tendenziell anekelt, dachte ich, habe ich einen probaten Rettungsanker, der mich vor zu viel emotionaler Bindung zu ihm schützt.

Dass ich nicht sein Typ Frau bin, den er in Bezug auf s.. Vorlieben sucht, hat sich schon nach kurzer Zeit herausgestellt. Offensives stößt hierbei auf Verklemmtes. Nichtsdestotrotz ist er "geblieben"; der Kontakt zu ihm wurde nach dieser "Fest-/Klarstellung" sogar noch intensiver. Verliebtheitsanflüge konnte ich mir nicht mehr oder nur mit Mühe verkneifen. Sie waren einfach ein Resultat der (vermutlich geheuchelten) vermittelnden Nähe seinerseits. Seine Reaktion darauf war ein für mich ernüchterndes zufriedenes Lächeln. Ich nehme an, der Sadist in ihm hat sich riesig über seinen Erfolg gefreut.

Aus meiner Vergangenheit hat sich schon herauskristallisiert, dass ich ein Mensch bin, der Menschen am liebsten einen Vertrag auf "ewiges Mögen" und der Sicherheit, längstmöglich bei dieser einen Person zu bleiben, unterschreiben zu lassen. Ich weiß nicht, inwieweit das Ganze jetzt noch nachvollziehbar ist, aber für das Beibehalten/Aufrechterhalten der seelischen Vertrautheit mit ihm würde ich ihm ein Harem gönnen. Nichts bleibt ewig - Der Kopf weiß es wohl, aber das Herz kann damit einfach nicht umgehen. Ich weiß einerseits sehr wohl, dass es keinen Garanten für bleibende Sympathie gibt. Auf der anderen Seite habe ich Angst, dass er mich über die ganzen s.uellen Erlebnisse und Unterhaltungen zu anderen Frauen vergisst... noch dazu, wo er doch bei der Meinungsverschiedenheit geschrieben hat, dass ich mir jemanden suchen soll, der meine Gefühle mehr erwidert. Heißt das, er hegt(e) noch nicht einmal freundschaftliche Gefühle? Solche und ähnliche Fragen beschäftigen mich jetzt beinah tagesumfassend.

09.08.2016 02:11 • #5


Ricky

Ricky


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Zitat von Traurige01:
Mein Selbstbewusstsein ist nicht das, was man allgemein als "ausgeprägt" bezeichnen kann.


Das hier ist der Kernsatz, der ellenlangen Aussage. Ich würde sogar soweit gehen, zu sagen, dass "nicht ausgeprägt" noch geprahlt ist. Warst Du bereits in Therapie? Wenn "Nein", dann such Dir bitte professionelle Hilfe. Eine derartige Abhängigkeit ist mehr als ungesund und führt irgendwann zu handfesten Depressionen. Die wirst Du dann nur schwerlich wieder los, wenn Du nicht längst darin sitzt.

Ich denke, da wird ein Forum wie dieses nur begleitend sinnvoll sein. Geh zu Deinem Hausarzt und lass Dich überweisen. Allein um von Deiner unkontrollierten, devoten Art wegzukommen, weil Du so dominante und sadistische Männer anziehst, nur leider nicht auf der gesunden BDSM-Art.

09.08.2016 02:58 • x 2 #6


Traurige01


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Ja, stimmt... "nicht ausgeprägt" ist noch wohlwollend formuliert. In den Depressionen sitze ich vermutlich schon seit mehr als einem Jahr, weil ich nach größeren Meinungsverschiedenheiten zwar gehen wollte, aber nicht konnte und ich bemerkt habe, dass ER bei mir für gravierend wankelnde Stimmungen durch Aufmerksamkeitsgabe/-nichtgabe sorgen kann.

09.08.2016 09:13 • #7


encada

encada


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@Traurige01
Aufgrund deines sehr ausfuehrlichen zweiten Berichts kann ich Ricky in allem nur voll und ganz zustimmen. Bitte suche dir professionelle Hilfe, die dazu angetan ist, dein Selbstwertverstaendnis positiv zu veraendern - eine Therapie, die dir hilft, dich wieder selbst zu lieben. Denn nur dann wirst du dich aus solchen unschoenen Abhaengigkeiten befreien koennen. Am besten greifst du jetzt sofort zum Hoerer und schiebst das nicht mehr auf. Ich wuensche dir von Herzen, dass du jemand Gutes findest, der es schafft, dich aufzubauen. Lass dich mal ganz fest druecken.

09.08.2016 09:48 • x 1 #8


typisch


Hi. Fehlendes Selbstbewusstsein lese ich aus deinen zeilen nicht heraus. satzbau fliessend, orthographie/ gliederung/ sprachgefühl perfekt. Keinerlei anzeichen von instabilität. oder Introvertiertheit. Wortwahl lässt rückschlüsse auf einen starken selbstwert zu. Du hast es also gar nicht nötig so tief zu stapeln.
wie lange hast du an diesem text gesessen? Ist es dir schwer gefallen ihn zu schreiben, hast du ihn durchgängig fliessend geschrieben oder mit pausen?
Musstest du zwischendurch oft innehalten/nachdenken?

Seltsam. Vielleich irre ich mich auch. Deine gliederung lässt vermuten dass dir VIELES leichter fällt als anderen in einer akuten lebenskrise.
dann hat dich die diagnose also nicht aus dem Gleichgewicht geworfen? SUPER.
Es tut mir leid dass du Krebs hast. Es muss ein Schock für dich gewesen sein. Wie geht es dir denn jetzt?

Ich hoffe, es kann dich aufbauen wenn deine klare beurteilungsweise indikativ ist für einen starken selbstwert, den du vielleicht nicht sehen willst. Ich sehe ihn.
so hoffe ich, dass deine stärke und ein höheres selbstbewusstsein als dein empfundenes bald in deinem kopf ankommt.

10.08.2016 19:33 • x 1 #9


Ricky

Ricky


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Zitat von typisch:
Hi. Fehlendes Selbstbewusstsein lese ich aus deinen zeilen nicht heraus. satzbau fliessend, orthographie/ gliederung/ sprachgefühl perfekt. Keinerlei anzeichen von instabilität. oder Introvertiertheit. Wortwahl lässt rückschlüsse auf einen starken selbstwert zu. Du hast es also gar nicht nötig so tief zu stapeln.
wie lange hast du an diesem text gesessen? Ist es dir schwer gefallen ihn zu schreiben, hast du ihn durchgängig fliessend geschrieben oder mit pausen?
Musstest du zwischendurch oft innehalten/nachdenken?

Seltsam. Vielleich irre ich mich auch. Deine gliederung lässt vermuten dass dir VIELES leichter fällt als anderen in einer akuten lebenskrise.
dann hat dich die diagnose also nicht aus dem Gleichgewicht geworfen? SUPER.
Es tut mir leid dass du Krebs hast. Es muss ein Schock für dich gewesen sein. Wie geht es dir denn jetzt?

Ich hoffe, es kann dich aufbauen wenn deine klare beurteilungsweise indikativ ist für einen starken selbstwert, den du vielleicht nicht sehen willst. Ich sehe ihn.
so hoffe ich, dass deine stärke und ein höheres selbstbewusstsein als dein empfundenes bald in deinem kopf ankommt.


Seit wann hat Selbstbewusstsein und Selbstwert irgendwas mit grammatikalischem Verständnis, Intelligenzquotient oder sonst dergleichen zu tun?

10.08.2016 19:38 • #10


Gast_999


Ich habe auch Krebs gehabt. Hat lange gedauert bis ich wieder auf die Beine kam, aber der WILLE zählt!
Momentan kämpfe ich mit einer ähnliche Situation wie Deine, spüre Schmerzen von meinem Ex.
Ich hoffe ihm geht es gut. 'Wir dürfen uns nicht sehen... Familie ist dagegen...

10.08.2016 19:49 • #11


Jade75


Hallo Traurige

Eine Diagnose Krebs ist furchtbar. Es ändert die Menschen. von heute auf morgen. Meine Mutter war eine ganz andere zerrüttete Person, verbrachte viel Zeit mit Lesen von Fachliteratur. Sie ließ sich wochenlang krankschreiben, durchforstete das Internet nach alternativen Heilmethoden etc. änderte von heute auf morgen ihr Socialmedia Verhalten. Ihre Stamm-Foren und so weiter interessierten sie nicht mehr. Sie war ängstlich besorgt und wenn sie sprach, kämpfte sie mit den Tränen. Sie war durcheinander ...
Als ich diesen Text hier gelesen habe, bewunderte auch ich die klare und vernünftige Beurteilungsgabe, die du hier zeigst, die Stärke, mit der du in der Lage bist diese Zeilen zu schreiben, und dich so mit deiner Partner-Sucht auseinanderzusetzen. Du findest die Kraft jeden deiner Gedanken zu Ende zu denken und jeden Satz mit Ruhe und Hingabe zu schreiben
Ich denke, viele können sich von dir eine Scheibe abschneiden. Meine Mutter war nicht mal in der Lage ihren Einkäufe zu tätigen.
Auch ich erkenne in deinem Schreibverhalten Stärke und dass du psychisch längst nicht so schwach bist wie du vielleicht glaubst

Ich wünsche dir alles erdenklich Gute

10.08.2016 20:43 • x 1 #12


Traurige01


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Nein, "typisch", ich musste nicht lange überlegen, um niederzuschreiben, was seit Wochen auf der Seele brennt. Ich glaube, Ricky muss ich dahingehend Recht geben, dass es die allgemein bekannte "verwirrte Alte" per se nicht gibt. Ich empfinde es darüber hinaus schlicht als eine Form von Respekt meinen Lesern gegenüber, mich in vernünftigen Sätzen zu äußern.

Niederschreiben ist dabei das eine, "verdauen" das Zweite. Vor allem die nun unausgefüllten Abende sind für mich so allein nur sehr schwer zu ertragen. Mit Freunden kann man immer nur bedingt die nun entstandene Einsamkeit "kompensieren". Noch immer gehören den Gedanken an ihn die Abende. Er ist der letzte Gedanke, wenn ich einschlafe, der erste nach dem Aufwachen. Meinen gefühlstechnischen Ballast versuche ich seit einigen Tagen in meinem Tage-/Kummerbuch zu bewältigen. Daneben der Krebs - wobei ER noch immer alles mit seiner Präsenz übertüncht. Ist wohl dieses "Romeo-Julia-Phänomen"... nicht ohne ihn. Die Diagnose und eingeleiteten Maßnahmen für den Krebs fühlen sich für meine Seele noch lange nicht so vernichtend an wie der Kontaktverlust zu diesem Mann. Momentan zumindest.

Heute hat er wegen einer Entdeckung meinerseits über ihn zu seinen Neigungen, mit der ich ihn konfrontiert habe, 100 Prozent Jähzorn bei mir abgeladen und eindrücklich gefordert, dass ich ihn NIE wieder anschreiben oder anrufen solle. Ja, natürlich... das hat den "Charme" vom Piesacken, wie das enttäuschte verliebte Hennen machen, wenn der Gockel sie abserviert. Und es hilft ja nichts, in diesem Punkt zu widersprechen. Ich habe mir mehr versprochen von unserem Kontakt, habe gehofft, feinfühlige Gesten seinerseits auch überbewertet und stehe nun vor den Scherben meiner eigenen Inszenierung. Den einzigen Vorwurf, den ich da an ihn richten kann und richte, ist, dass er nicht schon vor mehr als einem Jahr klar gesagt hat, dass er NICHTS, absolut nichts für mich empfindet, was in Richtung engerer Freundschaft/Beziehung abzielt.

10.08.2016 20:54 • #13


typisch


@traurige

Oh ja, ich verstehe DEINE Wut auf ihn. Ich spüre sie wie einen Stachel beim Lesen. Er reagierte mit Jähzorn auf das Aussprechen seiner Neigungen - waren sie denn nicht von Anfang an für dich offensichtlich? Schliesslich hast DU dich doch auf dieser Seite angemeldet. Devote Menschen werden beherrscht von dominanten Charakteren. Es IST DOCH was du gesucht hast ? Das Beherrschende, das Kraftvolle? Der Gegensatz lässt sich nun erschaudern ... dir wird klar, dass er absolut KEINE Empathie besitzt.
Wieso stehst du vor den Scherben deiner eigenen Inszenierung? Du meinst damit die Anmeldung auf der speziellen Seite? Wolltest du die devote Rolle nur spielen aus Neugierde?
Ausgerechnet jetzt fühlst du dich ALLEIN gelassen mit deiner Inszenierung.
Ich sehe in deinen Zeilen noch lange nicht so viel Unterwerfungsdrang wie du selbst. ALLES GUTE

10.08.2016 21:55 • #14


Traurige01


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Ich war verliebt und habe seine Reaktionen gewiss "höherwertiger" betrachtet. Das Hineinsteigern. Das Glauben seiner anfänglichen Aussage, er würde niemals mit meiner Zuneigung spielen.

Nein, nein, es ging bei der "Enttarnung" nicht um D/s, aber ebenfalls um eine intime Neigung.

Wer weiß, wofür das Ganze gut gewesen ist... ich habe vorhin bemerkt, dass er seine mir bekannten Mailadressen gelöscht hat. Den Inhalt meiner Streit-Mail, indem ich schrieb, was ich von ihm halten würde, hat er gut zusammengefasst: Als berechnend, grausam, unehrlich, falsch, dem Alk. verfallen, gefühllos, durchtrieben... Recht hat er. Selten hat er sich so gut und bündig selbst charakterisiert!

Das einstige Trugbild "Wir zwei gegen den Rest der Welt" ließ sich nur aufrechterhalten, wenn er/seine Person/sein Weltbild nicht angegriffen wurde.

10.08.2016 22:26 • #15




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