.gescheitert.und es tut so weh.

Ehemaliger User

eins wei├č ich ganz sicher: so war das nicht gedacht. der masterplan war ein anderer.
diese fassungslosigkeit, wenn dein leben von heute auf morgen eine richtung einschl├Ągt, die du ihm nicht geben wolltest. was jetzt? daneben stehen und zuschauen? selbst agieren? m├Âglicherweise letzteres, aber wer ist da um kraft zu geben? wie soll man das alles schaffen, wenn man keinen halt mehr findet? wo soll man anfangen? wann h├Ârt es auf? was geschieht in der zwischenzeit?

fragen ├╝ber fragen. und es scheint so, als habe er alle antworten mitgenommen, als er sich wie ein feiges Ar. aus meinem leben verpi├čt hat.

ich will versuchen zu erz├Ąhlen, was passiert ist..in der hoffnung, dass mir jemand helfen kann zu vestehen, wie es passieren konnte.

die vorgeschichte: kennengelernt bei meinem semesterferienjob in einer werbeagentur.er 34, ich 23 und dieser moment, der alles ver├Ąndert hat. jeder tag hat die gewi├čheit mit sich gebracht, dass wir die st├Ąrke, den mut und die kraft besitzen gemeinsam alles zu schaffen.
zu perfekt - vielleicht war sie das, unsere beziehung.

die ├Ąu├čeren umst├Ąnde:
gunter, der workaholic mit einem sehr zeitintensiven job und einem kind aus einer fr├╝heren beziehung, das jede zweite wochenende besucht wird.
ich genie├če das studentenleben und in gewisser weise wohl auch meine unabh├Ąngigkeit.

ich wu├čte worauf ich mich einlasse und habe keine sekunde daran gezweifelt das richtige zu tun. die r├╝cksicht,  die ich nehmen und das verst├Ąndnis, das ich aufbringen musste, waren nie ein thema f├╝r mich. gerne hab ich all das "ausgehalten"..ich wu├čte ja wof├╝r: zeit mit ihm, die mich jederzeit f├╝r alles entsch├Ądigt hat.

keine missverst├Ąndnisse, keine gravierenden streitigkeit. mit niemandem kann ich so lachen wie mit gunter. dieser blick, der 1000 worte ersetzt. worte, die man immer versteht. pl├Ąne..ziele..die zukunft..die welt geh├Ârt uns. wir haben uns gefunden und wissen, dass es f├╝r immer ist.

das ende:
ich bin aus allen wolken gefallen, als ich vor einem monat nach einem wochenend-kurztrip nach hause gekommen bin und gunter mich mit den worten empfangen hat "er m├╝sse mit mir reden". er sei nicht mehr gl├╝cklich in unserer beziehung, er vermi├čt seinen freiraum und seine zeit f├╝r sich. er liebt mich sehr und wir k├Ânnen das schaffen. m├Âglicherweise ist die r├Ąumliche trennung eine option.
1 1/2 wochen sp├Ąter: er h├Ątte es versucht, aber alles ist nur noch schlimmer geworden. trennung, einen anderen ausweg sieht er momentan nicht.es tut ihm leid mir so weh zutun und f├╝r ihn ist es auch nicht einfach. ich bin so ein herzensguter und besonderer mensch, er hat meine liebe nicht verdient. ich bin ihm zu wichtig, als dass er sich vorstellen k├Ânnte ohne mich zu sein, aber er liebtvmich nicht genug, um die kraft aufzubringen f├╝r uns zu k├Ąmpfen.
die n├Ąchste zeit war der absolute horror. das kann nicht wahr sein. so was passiert mir nicht. vor allem passiert uns sowas nicht. nichts desto trotz habe ich all meine kr├Ąfte und hoffnungen mobilisiert, um zu retten, was zu dem zeitpunkt bereits l├Ąngst verloren war.
absurd: diese pseudo-normalit├Ąt. gespr├Ąche ├╝ber allt├Ągliches. anrufe. sms. schatz. hase. in einem bett schlafen. kuscheln. umarmen. k├╝ssen.
sonntag vor einer woche: gunter war bei seinem kind und am sonntag abend bekomme ich eine sms mit den worten: fahre morgen von hier aus auf die arbeit.
h├Ą? daraufhin hab ich ihn angerufen und zu h├Âren bekommen, dass er keine lust auf zu hause hat. dass er keine lust auf mich hat. dass er sich besser nach der trennung f├╝hlt und mich nichtr mehr liebt.
ich hab die welt nicht mehr verstanden. was sollten diese drei  wochen dann? war er nicht in der lage einen klaren schlussstrich zu ziehen? und jetzt?
krisensitzung am montag-abend, in der die weiteren schritte besprochen werden sollen. innitiiert von mir. glaubt blos nicht, gunter w├╝rde es in die hand nehmen irgendwas zu regeln..
schweigen. und dann die worte, die ich immernoch nicht fassen kann: ich habe mich in eine andere frau verliebt.
bitte? es wird ja immer besser hier. in diesem ganzen disaster schafft gunter es immer wieder, situationen zu kreieren, die alles bisherige toppen. ich hab mich zusammengerissen, nicht zusammenzubrechen. ihm nicht auch noch diese genugtuung zu geben. ich konnte es nicht begreifen. seine arbeitskollegin yvonne - aus der kreativabteilung. wie konnte er das zulassen? wie kann er mir das nur antun? und: WIE KANN ER NUR SO SEIN?
ich war sehr gefa├čt, habe ihn ein wenig beschimpft, mich dann wieder auf das wesentliche besinnt: wenn er es schon nicht hinkriegt sich seinem alter angemessen zu verhalten, dann muss ich das wohl f├╝r uns beide ├╝bernehmen. kurz die weitere vorgehensweise besprochen und ihn rausgeschmissen. zwecklos..er hatte seine sachen schon gepackt und hielt es wohl f├╝r unm├Âglich mir zu verschweigen, dass er jetzt zu ihr fahren wird. gegangen ist er dann mit den worten: es tut mir leid. ich hab das so nicht gewollt.
??wegen wem ist die schei. denn passiert??
die ursache ist selbstverst├Ąndlich nicht yvonne, sondern liegt viel tiefer in unserer beziehung. er  will bis zum ende konsequent ehrlich sein, deswegen wei├č ich jetzt auch von yvonne. zuerst wollte er es mir nicht sagen, aber dann ist er zu dem schluss gekommen, dass es das auch f├╝r mich einfacher machen wird.
eine woche ist das her. und alles bleibt an mir h├Ąngen. wenn ich mich nicht um unsere gemeinsamen angelegenheiten k├╝mmern w├╝rde, w├╝rde es keiner machen. ich bin so w├╝tend..er h├Ąlt sich noch nicht mal an absprachen. wer bin ich denn, dass ich ihm jetzt auch noch hinterhertelefonieren muss?

keine gute zeit. ich befinde mich in einem gef├╝hlschaos aus hass, wut, ekel, verst├Ąndnisslosigkeit, fassungslosigkeit und leider auch aus liebe.
es ist so furchtbar unsere ganze beziehung in frage stellen zu m├╝ssen. was war fake und was war echt? bis wann waren seine worte ehrlich?
es ist derartig verletzend zu wissen, dass man verarscht wurde. wie kann man sich nur so in einem menschen t├Ąuschen?

ich weiss, dass man sich in jm anderen verlieben kann. darum gehts auch nicht. sondern darum,wie man sich in so einer situation verh├Ąlt. hab ich es nicht verdient korrekt behandelt zu werden? was sollte das alles? (seine antwort: er war sich eben nicht sicher) das endg├╝ltige ende l├Ą├čt die drei vorausgehenden wochen so l├Ącherlich erscheinen. seine worte..nichts mehr kann ich ihm glauben. alles was wir hatten, hat er kaputt gemacht. von wegen ehrlichkeit. ich zumindest verstehe darunter was anderes!!!

diese ungerechtigkeit macht mich wahnsinnig. ich hier, in unserem alten leben..mit allen sachen in der wohnung..ich muss jede nacht in unserem bett schlafen..alles voller erinnerungen..in denen er mich alleine gelassen hat, um sich ein sch├Ânes neues leben zu machen. mit einer sch├Ânen neuen liebe. ohne gedanken an mich. ohne gedanken an uns.
er ist der verursacher und ihm geht es gut. schlie├člich ist er verliebt. .

ich sitze hier..und genau jetzt k├Ânnte er nach hause kommen, mich in seine arme nehmen, um verzeihung bitten und sagen, dass alles wieder gut wird..

..allerdings wei├č ich, dass das nicht passieren wird. und dennoch ist es wom├Âglich diese kleine hoffnung, die mich jeden tag aufs neue aufstehen l├Ą├čt..

..alles wird anders. ich wei├č nicht, wie ich mich ohne ein leben mit gunter arrangieren soll. ich wei├č nicht, woher ich meine luft zum atmen nehmen soll. ich wei├č nicht, woher ich die kraft nehmen soll ohne meinen halt aufrecht zu gehen..

gef├╝hl gegen verstand. auf der anderen seite wei├č ich n├Ąmlich, dass ich froh sein kann jetzt sein wahres gesicht zu kennen..

alles was ich will: lass es schnell vorbei gehen.  er soll sich endg├╝ltig aus meinem leben verpissen..schade, dass es nicht so einfach ist und die materiellen dinge den schlu├čstrich in die l├Ąnge ziehen..

die zentrale frage: wie kann man so sein?

und das das leben nicht fair ist..das brauche ich wohl keinem von euch zu sagen..

25.04.2005 17:41 • #1


Ehemaliger User


Hallo

Danke, Du hast das geschrieben,was ich h├Ątte vor nun neun Monaten h├Ątte schreiben k├Ânnen. wenn ich auch einen anderen Wortlaut gew├Ąhlt h├Ątte. Aber Du hast mir vieles voraus. In der Zeitspanne, in der Du dich gerade bewegst, da war ich noch Entschuldigungen f├╝r Ihre Perversionen am suchen. Habe damals dummerweise mir die Schuld f├╝r so vieles gegeben, heute weiss ich, ich war besser als Sie jemals begreifen wird. ;D

Und ich w├╝nsche Dir alles Gute,Du bist jetzt schon so weit und wirst den Weg ├╝berstehen und nachher diejenige sein, die erhobenen Hauptes das Schlachtfeld verlassen wird.

Viele Gr├╝sse
Bono

25.04.2005 20:20 • #2



.gescheitert.und es tut so weh.

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Ehemaliger User



Hallo Felitzitas,

unglaublich wie sich Menschen verhalten k├Ânnen..
Die Art Deines Ex-Freundes erinnert mich sehr stark an meinen EX..... wie lange wart Ihr denn zusammen..?
Bei uns waren es fast 7 Jahre (und kurz vor einer Hochzeit)
und mir passierte ├Ąhnliches... ich habe meine Geschichte Anfang April hier reingeschrieben unter dem Titel "meine Geschichte"...
Bei mir ist es jetzt auf den Tag genau 6 Monate her seit der Trennung (mein "Gl├╝ck" war dass ich aus der gemeinsamen (gekauften) Wohnung ausgezogen bin) obwohl es mir anfangs das Herz brach, bin ich nun im nachhinein froh nicht mehr in der Wohnung mit all den Erinnerungen leben zu m├╝ssen...

Wie gesagt 6 Monate Trennung, was kann ich Dir sagen? Zumindest dass der Schmerz weniger wird...auch wenn er mich manchmal Tageweise noch komplett einholt, werden die "besseren Tage" mehr....
Eines kann ich Dir auf jeden Fall sagen, h├Âr auf Dich nach dem "Warum" zu fragen (ich wei├č dass geht nicht!!!) aber Du wirst nie niemals eine Antwort erhalten (zumindest keine ehrliche)...
Mein Ex hat alle Varianten durch...von "ich bereue alles" bis "mir geht es jetzt gut nach der Trennung" ├╝ber eiskalt und abweisend sein, bis hin zu heulend und reum├╝tig... wie Du siehst kenn ich mir eine Antwort aussuchen..

F├╝r mich ist es einfach so, dass diese Menschen (also Dein und mein Ex ) charakterlose bzw. schwache Menschen sind die sich leise und feige aus einer Beziehung schleichen...
Und erst wenn das "neue" Sch├Ąfchen im Trockenen ist... wird das mit der "alten" beendet, aber auch nur wenn wir selbst sie drauf ansprechen... Mein Ex ging so seit 14 Jahren ununterbrochen von Beziehung zu Beziehung und lebt jetzt auch schon wieder mit der "Neuen" zusammen, in meiner Wohnung und meinem Bett....

Ich muss leider auch noch einiges mit ihm kl├Ąren (Finanziell, notariell) trotz allem hab ich letzte Woche eine Kontaktsperre angeordnet... ich hab ihm geschrieben, dass ich nichts mehr von ihm h├Âren will... (wenn es nicht sein muss) nur so klappt das bei mir.. ich glaube auch jetzt erst fang ich mit der "Verarbeitung" an und merke, dass viel im "argen" lag... dass ich mich doch sehr untergeordnet habe um ihm alles recht zu machen....(nat├╝rlich ist das auch meine Schuld) aber es gibt Menschen die nutzen das aus (wie er ) und andere die einem auch mal was zur├╝ckgeben...

Glaub mir die Zeit heilt wirklich Wunden, auch wenn es noch l├Ąnger dauern wird...
Das ist das einzige was ich Dir gerade sagen kann, lebe Tag f├╝r Tag und es wird besser...
Und schreibe an "schlechten Tagen" einfach in dieses Forum, glaub mir das hilft...

Ich w├╝nsch Dir alle Kraft der Welt und f├╝hle mir Dir...
Glaub mir das LEben h├Ąlt noch viele "sch├Âne Dinge" f├╝r Dich bereit... (auch wenn Du es im Moment nicht glauben kannst)

Liebe Gr├╝├če und f├╝hl Dich gedr├╝ckt
Leila

26.04.2005 08:26 • #3


Ehemaliger User


Liebe Felitzitas,

deine Geschichte hat mich sehr ber├╝hrt. Du hast eine erstaunliche Ausdruckskraft, und in diesem Zusammenhang hier, unter "uns Betroffenen", f├╝hle ich auch einen Teil deines Schmerzes, deiner Wut, weil mir vieles von dem, was du schreibst, wie auch aus meiner Seele geschrieben zu sein scheint. Es ist ein grausames Gef├╝hl, wenn sich vor den eigenen Augen das eigene Lebensgeb├Ąude in sumpfigen Matsch verwandelt, und das auch noch ohne erkennbaren Anla├č. All die Wut, die in deinen Worten ist, klagt so zurecht die Ungerechtigkeit an, die wir Menschen immer wieder zu ertragen haben. Wenn ich mich einigerma├čen gut f├╝hle, dann kann ich das Gleichg├╝ltigkeit der Welt nennen, aber wenn es mir schlecht geht, dann k├Ânnte auch ich schreien vor Wut ├╝ber all das, was einfach nicht fair ist.

In deinen Worten liegt eine Kraft, die von der Frau stammen mu├č, welche hinter diesen Worten steht. Er hat dich ja auch geradezu dazu gezwungen, schon wieder eine Kraft an den Tag zu legen, die so schnell eigentlich kein Mensch von dir erwarten kann. Der gesunde ├ärger kommt bei dir erstaunlich fr├╝h, wie auch von BonoVox geschrieben. Ich glaube, das wird dir helfen, aus diesem fassungslosen Zustand auch wieder herauszufinden. Mit dem Vakuum leben zu lernen, das Gunter in deinem Leben hinterlassen hat. Vielleicht kann es dir ein bi├čchen helfen, das Durcheinander aus Gef├╝hlen, Hoffnungen, W├╝nschen... hier zu beschreiben, und dann zu erleben, da├č das Ganze damit zwar kein Jota an Ungerechtigkeit verliert, aber da├č du zumindest nicht alleine damit stehst.

Gef├╝hl gegen Verstand. F├╝r einen Teil dessen, was du jetzt vor dir hast, ist das wahrscheinlich die k├╝rzest denkbare Formel. Das Gef├╝hl wird dich nicht in Ruhe lassen, wird dir immer wieder dazwischen funken, wenn der Verstand dich aufruft, "das Richtige" zu tun. Ich hoffe, du schaffst es, die ganze Kraft, die ich bei dir sp├╝re, darauf zu lenken, dich nicht beirren zu lassen.

Alles Gute,

Siron

26.04.2005 09:16 • #4


Ehemaliger User


Hi Feli,

ja das schmerzt...da werden Grenzen des unvorstellbaren ├╝berschritten. Es will und will einfach nicht in den Kopf. Was wir nicht verstehen k├Ânnen...verurteilen wir dann um den Schmerz besser zu kompensieren.

Ich verspreche Dir, du wirst den Sinn darin bald erkennen und dankbar daf├╝r sein, dass er es dir so leicht machte...

habe folgenden Text schonmal gepostet..aber er passt einfach..

Wenn es soweit ist: wenn der Blick zweier Augen, der Glanz eines vertrauten Gesichtes, den du jahrelang auf dich bezogen hast, pl├Âtzlich einem andern gilt; genau so. Seine Hand, die der andern in die Haare greift, du kennst sie. Es ist nur ein Scherz, ein Spiel, aber du kennst es. Gemeinsames und Vertrautes, jenseits des Sagbaren, sind in dieser Hand, und pl├Âtzlich siehst du es von aussen, sein Spiel, f├╝hlend, dass es f├╝r seine Hand keinen Unterschied macht, wessen Haar er zerzaust, und dass alles, was du als euer Letzteigenes empfunden hast, auch ohne dich geht; genau so. Obschon du es aus Erfahrung weisst, wie auswechselbar der Liebespartner ist, best├╝rzt es dich. Nicht allein, dass es nicht weitergeht, es best├╝rzt dich ein Verdacht, alles Gewesene betreffend, ein h├Âhnisches Gef├╝hl von Einsamkeit, so als w├Ąre er (du denkst ihn auch schon ohne Namen) niemals bei dir gewesen, nur bei deinem Haar, bei deinem Gesicht, das dich pl├Âtzlich ekelt, und als h├Ątte er dich, so oft er deinen Namen nannte, jedesmal betrogen...

Anderseits weisst du genau:  
Auch er ist nicht der einzig m├Âgliche Partner deiner Liebe. W├Ąre er nicht gewesen, h├Ąttest du deine Liebe an einem anderen erfahren. Im ├ťbrigen kennst du, was niemanden angeht, nur dich: deine Tr├Ąume, die das Auswechselbare bis zum v├Âllig Gesichtslosen treiben , und wenn du nicht ganz verlogen bist, kannst du dir nicht verhehlen, dass alles, was man gemeinsam erlebt und als ein Letzt-Gemeinsames empfunden hat, auch ohne ihn gegangen w├Ąre ; genau so. N├Ąmlich so, wie es dir ├╝berhaupt m├Âglich ist, und vielleicht, siehe da, ist es gar nicht jenes Auswechselbare , was im Augenblick, da seine Hand in das andere Haar greift, einen so satanischen Stich gibt, im Gegenteil, es ist die Angst, dass es f├╝r seine Hand vielleicht doch einen Unterschied macht.   :-/

Keine Rede davon: Ihr seid nicht auswechselbar, du und er. Du kannst nicht ├╝ber deine Grenzen hinaus, aber er. Auch er kann nicht ├╝ber die ihren hinaus, gewiss, aber ├╝ber deine; wie du ├╝ber die ihren. Hast du nicht gewusst, dass wir alle begrenzt sind? :-/ Dieses Bewusstsein ist bitter schon im Stillen, schon unter zwei Augen. Nun hast du das Gef├╝hl wie jeder, dessen Grenzen ├╝berschritten werden und dadurch sozusagen gezeigt, das Gef├╝hl, das dich an den Pranger stellt. Daher bleibt es nicht bei der Trauer, hinzu kommt die Wut, die Wut der Scham, die den verlassenen oft gemein macht, rachs├╝chtig und dumm, die Angst, minderwertig zu sein. Pl├Âtzlich, in der Tat, kannst du es selber nicht mehr glauben, dass er dich wirklich geliebt habe. Er hat dich aber wirklich geliebt. Dich! - aber du, wie gesagt, bist nicht alles, was in der Liebe m├Âglich ist...  
Auch er nicht! - - - Auch sie nicht! - - - Niemand!  
Daran m├╝ssen wir uns schon gew├Âhnen, denke ich, um nicht l├Ącherlich zu werden, nicht verlogen zu werden, um nicht die Liebe schlechthin zu erw├╝rgen - ."  

----

Fazit..verurteile jetzt ruhig noch ein bisschen...aber komme dahin, dass du es niemandem ├╝bel nimmst wenn man dich verletzt..der Partner h├Ątte es auch lieber anders...

Sei stark, er wird wieder kommen...sms schreiben etc. Du bist ├╝ber dem Berg, wenn dich die SMS ruhig lassen..sie kein bauchgef├╝hl mehr ausl├Âsen..

viel Kraft und wie gesagt. Es ist richtig so, warum auch nicht? oder willst was einseitiges

LG

26.04.2005 09:39 • #5


Delfin22


100
6
Hallo Felizitas,

Ich habe hier nie meine Geschichte geschrieben. Aber das was du schreibst kommt mir irgendwie bekannt vor  :(. Ich habe mir damals, vor ca. 10 Monaten, die gleichen Fragen gestellt. Ich war auch enorm w├╝tend und wollte ihn dennoch zur├╝ck. Dies hat bei mir aber nicht lange angehalten, denn das Vertrauen war v├Âllig zerst├Ârt. Ich h├Ątte nie mehr ein Wort von ihm geglaubt.

Von einem auf den n├Ąchsten Tag den Boden unter den F├╝├čen weggezogen bekommen zu haben ist schwer zu ertragen. Aber auch ich kann dir best├Ątigen, dass es von Woche zu Woche, Monat zu Monat besser wird. Leider holt es mich auch wie bei Leila hin und wieder mal ein.

Stelle keine Fragen. Du wirst sie nie beantwortet bekommen. Ich habe damals sehr gelitten. Aber hier im Forum und auch im Chat haben mir viele liebe Menschen geholfen klarer zu denken und positiver in die Zukunft zu schauen.

Du wirst es auch schaffen  :D

Alles Liebe
Delfinchen

26.04.2005 09:42 • #6


Ehemaliger User


Hi Felitzitas,

als ich angefangen habe, Deine Geschichte zu lesen (Du hast ├╝brigens einen wunderbaren Schreibstil) dachte ich: "wann kommt SIE, die Neue..." und tats├Ąchlich sie kommt. Wie banal - und immer wieder das gleiche Spiel. Wir wurden dumm abgespeist mit bl├Âden Ausreden. Es liegt nicht an dir.... du bist wichtig f├╝r mich.... ich achte dich.... ich wollte dir ja nicht wehtun, aber hier, nimm diesen Tritt, mit dem ich dich jetzt aus meinem Leben katapultiere und denk nicht schlecht ├╝ber mich.

Ich denke, genau das ist es. Trotz der Unf├Ąhigkeit soll ein ein "gutes Bild" nach au├čen projiziert werden. Egal sind da die wahren Gr├╝nde, n├Ąmlich dass eine Beziehung von Kommunikation und offener Ehrlichkeit lebt, die nicht vorhanden war.

Deinen Ex kenn ich nicht, aber bei meinem Ex war es so, dass er seine Probleme nicht anerkennen kann und dann zu dem Schluss kam, dass ich wohl der Anlass seiner Unzufriedenheit war. Will ich auch gar nicht abstreiten, allerdings verbirgt sich dahinter soviel mehr und das wird ihn auch einholen. Aber das ist nicht mein Problem.

Wie man so sein kann? Das hat was mit Verdr├Ąngung zu tun - davon sind wir alle betroffen. Wie er so sein kann, ist sein Ding. Interessanter ist f├╝r mich die Frage, wie ICH so sein kann. Wieso hab ich mir sein Verhalten nicht schon viel eher ins Bewu├čtsein gerufen? Ich hab doch gesp├╝rt, dass da was nicht stimmt.

Kann doch nicht sein, dass Jemand heute ein toller Typ ist und morgen ein feiges Ar.. Wo bleiben denn da die Zwischent├Âne? Die sind uns scheinbar entgangen.

Du wirst lernen damit umzugehen und jeder Tag wird ein klitzekleines St├╝ckchen besser... Ich wei├č es, denn ich hab das alles gerade frisch erlebt.

Liebe Gr├╝├če
GIPI

26.04.2005 09:54 • #7


Ehemaliger User


ihr lieben!
"geteiltes leid ist halbes leid"..und dennoch hat man das gef├╝hl von aller welt verlassen zu sein. das schlimme ist die gewi├čheit: da wird keiner kommen, der mir hoch hilft. wenn ich mir nicht selber helfe, wird mir niemand helfen.
nat├╝rlich sind meine freunde und familie diejenigen die mich auffangen, f├╝r mich da sind und mir den r├╝cken st├Ąrken. ich wei├č, dass sie mit mir leiden und ich bin unendlich dankbar daf├╝r menschen in meinem leben zu haben, auf die ich mich verlassen kann. und trotzdem muss ich sovieles mit mir selbst ausmachen..
diese leere..meine liebe, die ich immer geteilt habe..wohin damit?

"In deinen Worten liegt eine Kraft, die von der Frau stammen mu├č, welche hinter diesen Worten steht"

siron. wenn ich aus schmerzen, die mir bislang in meinem leben widerfahren sind etwas gelernt habe, dann dass man stark sein muss. man muss ertragen, was es zu ertragen gilt. es ist kein leichter weg und man glaubt oft an die grenzen des tragbaren zu sto├čen.nur um zu erkennen, dass es dennoch weiter geht.
es geht nicht darum sich alles gefallen zu lassen. es geht darum nicht aufzugeben. es geht darum weiter zu machen. auch ohne perspektive.
das paradoxe: wir alle wissen, dass es eines tages vorbei sein wird. dass eines tages die sonne wieder lachen wird und wir denken sie tut es nur f├╝r uns. und obwohl jeder dieses wissen in sich tr├Ągt, hilft es nicht die momentane zeit ertr├Ąglicher zu gestalten.
jeder besitzt die st├Ąrke sich dem leben zu stellen..
doch auch ich habe manchmal das gef├╝hl an mir selbst zu scheitern..an grenzen zu sto├čen, die kein vorw├Ąrts mehr zulassen. eine zeit lang darf und muss man vielleicht sogar stehen bleiben, seine schmerzen zulassen und sich im selbstmitleid suhlen. aber man muss aufpassen. aufpassen, dass man sich nicht systematisch selbst zerst├Ârt..denn daf├╝r sind wir alle zu wertvoll!!

leila, delfin, gipi, bono.
es tut so weh und es ist so schwer sich eingestehen zu m├╝ssen, seine zeit mit jemanden verbracht zu haben, der einen einfach nicht verdient hat.
alles f├Ąllt wie ein kartenhaus zusammen..weg - f├╝r immer.
man muss sich zum einen damit abfinden ein leben ohne das geliebte gegenst├╝ck zu f├╝hren und zum anderen damit derartig hintergangen und verarscht worden zu sein.
wie kann das passieren??
das was man aus schlechten filmen kennt, wird zur eigenen realit├Ąt. sowas passiert immer nur den anderen. und wie absurd: bis vor einem monat habe ich wirklich fest daran geglaubt, meinen partner f├╝rs leben gefunden zu haben.

ich komm nicht klar. es ist so schwer. nichts macht mehr spass..nichts macht mehr sinn. ├╝ber nichts kann man sich freuen. man f├╝hlt es: den schmerz, das leid. unwiderrufliche gewi├čheit.

konnte nicht alles so bleiben, wie es war? war es so schlecht? warum hat uns die zeit einen strich durch die rechnung gemacht?
wir warns doch..das dreamteam!!

euer kleines update:
in etwa einer stunde wird er vorbei kommen. zum sachen unterschreiben. ich habe solche angst und bin gleichzeitig so aufgeregt. obwohl ich wei├č, dass schon l├Ąngst alles verloren ist. von der hoffnung, dass am ende doch noch alles gut wird,kann ich mich nicht verabschieden. in gewisser weise fiebere ich diesem treffen entgegen, obwohl ich genau wei├č, dass das letzte wort bereits ohne mich gesprochen wurde und dass es mir nicht gut tun wird ihn zu sehen.

wie soll ich das nur schaffen?

wahre worte: die zeit ist ein guter arzt, aber ein schlechter kosmetiker.

in diesem sinne wird sich die welt immer weiter drehen..

liebste gr├╝├če, feli*

27.04.2005 20:09 • #8


Ehemaliger User


Liebe Feli,

Du triffst mitten ins Herz....

Wie hast Du es gestern ├╝berstanden?

Liebe Gr├╝├če
GIPI

28.04.2005 08:21 • #9


Fusselhamster


78
7
Hallo Feli,

ich habe deine Geschichte sehr aufmerksam gelesen und werde mehr und mehr zu einem Bewunderer deiner Person. Soviel St├Ąrke und soviel Wahrheit liegt in deinen Worten, und ich glaube, da├č du die Situation im Moment schon besser meisterst als der Durchschnitt.

Die Verletzungen, die du erlebt hast, kann ich nachvollziehen, und ich wei├č, wie schwer es ist, damit umzugehen. Man neigt dazu, die komplette gemeinsame Zeit infrage zu stellen und sie zu negieren. Aber im Regelfall ist es nicht so, da├č man von Anfang an mit einem Ar. zusammen war, sondern man scheitert an den Ver├Ąnderungen, die zwei Menschen durchleben. Ich bin selbst der "Trenner" gewesen, und ich glaube ihm, da├č es nicht in seiner Absicht lag, dich so zu verletzen. Aber Gef├╝hle haben oft eine gr├Â├čere Macht als der Verstand. Vielleicht wollte er in den drei Wochen der Richtungssuche gegen seine Gef├╝hle ank├Ąmpfen. Vielleicht wollte er bei dir bleiben, aber seine Gef├╝hle haben ihm einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Ich verstehe deine Wut und deine Entt├Ąuschung ├╝ber sein Verhalten. Oft k├Ânnen die Verlassenen die Entwicklung des Trenners nicht nachvollziehen. Aber wenn der Stein erstmal ins Rollen gekommen ist, geht es oft viel zu schnell, als da├č der Verlassene dem ganzen noch folgen k├Ânnte.

Ich m├Âchte hier kein Loblied auf deinen Ex posten. Ich m├Âchte damit eigentlich nur bekr├Ąftigen, da├č du nicht bei dir die Schuld suchen sollst und dich nicht fragen sollst, was schiefgelaufen ist und ob alles ein Fake war. Das war es sicher nicht. Aber dein Ex war sicher nicht von Anfang an mit der Absicht mit dir zusammen, dich zu verletzen.

F├╝r die Schmerzen, die Leere, die Orientierungslosigkeit gibt es kein Rezept. Ich war - wie du sicherlich auch - sehr froh, Familie und Freunde hinter mir zu wissen (denn auch in meiner Rolle als "Trenner" ging's mir schlecht), aber die k├Ânnen sich nur mit den Symptomen befassen. Die Wurzel des ├ťbels k├Ânnen sie nicht erreichen, die wirst du aber im Laufe der Zeit sicher auch selbst ausrei├čen. Und bis dahin ist Schmerztherapie - egal, wie sie aussieht - auch etwas gutes.

Ich w├╝nsche dir von ganzem Herzen, da├č du es schaffst, aus dem Loch herauszukommen. Ich glaube, du bist eine mutige und starke Person, die das trotz aller Schwierigkeiten auch schaffen wird. Auch wenn du das Gef├╝hl hast, da├č alle Last der Welt im Moment auf deinen Schultern liegt - halt den Kopf oben, damit du die Sonne siehst, wenn sie wieder hervorgekrochen kommt.

F├╝hl dich gedr├╝ckt,
dein Fussel

28.04.2005 09:33 • #10


Delfin22


100
6
Liebe feli,

wow.....du sprichst mir so aus der Seele.

All das, was du schreibst kommt mir sehr bekannt vor. Das Wissen ist vorhanden, aber damit klar zu kommen ist sehr schwer. Gef├╝hle und Hoffnung stehen gegen Vernunft und Wissen. Es ist schwer, das zu akzeptieren, was man eigentlich schon wei├č.

Ich habe wesentlich l├Ąnger gebraucht um an diesen Punkt zu gelangen, an dem du dich jetzt befindest. Versuche immer positv zu denken, auch wenn es schwer f├Ąllt.

Wie war dein Treffen?

Liebe Gr├╝├če
Delfinchen

28.04.2005 09:50 • #11


Ehemaliger User


Hi Feli,

kann mich nur Delfin anschlie├čen...Deine Gef├╝hle kommen mir sooo bekannt vor.. und ich wei├č wie Du Dich f├╝hlst...

Es ist eine schei...Situation.. und auch heute 6 Monate nach meiner Trennung bin ich sicher, dass es die schrecklichste Zeit meines Lebens ist, dass ich aber auch noch nie soviel ├╝ber mich selbst gelernt hab, und was Menschen alles aush├Ąlten k├Ânnen.... Man denkt, man kann nicht mehr weiterleben ohne den "Anderen" und trotzdem vergeht Tag um Tag und das Leben geht unweigerlich weiter einfach so... und das ist auch gut so... weil nur die Zeit die Wunden heilen kann (bl├Âder  Spruch -stimmt aber..)

Wie war das Treffen mit Deinem Ex..?
Ich hoffe Du konntest stark sein... (das war immer das einzigste was ich wollte, stark sein wenn er mich sieht und ihm nicht zeigen, wie ich leide...)

Ich gr├╝├č und dr├╝ck Dich
Leila

28.04.2005 10:24 • #12


Ehemaliger User


jedes treffen wirft einen zur├╝ck..

nat├╝rlich wollte ich stark sein. in erster linie f├╝r mich. aber da es ja immer anders kommt als man denkt,sollte man sich nicht dr├╝ber wundern, die dinge aufeinmal nicht mehr im griff zu haben.

er kam gegen neun. ich sass auf der einen couch. er auf der anderen.
oha, wir k├Ânnen ja doch noch, wie normale menschen miteinander umgehen. unsere scherze miteinander machen. vern├╝nftig  ├╝ber die dinge reden, die es zu kl├Ąren gibt. ausdr├╝cklich festgestellt, dass wir uns nicht um materielle dinge streiten werden.

warum unser gespr├Ąch letztendlich eine andere richtung eingeschlagen hat, wei├č ich nicht mehr. aber aufeinmal war alles so nah. ich wollte, dass er wei├č wie ich mich f├╝hle. ich wollte, dass er nachvollziehen kann, was er mir angetan hat.
alles ist aus mir herausgebrochen. ich habe ihm keine vorw├╝rfe gemacht. lediglich geschildert, wie es in mir aussieht. er hat die ganze zeit nur gesagt, wie leid ihm alles tut. wie weh es tut zu sehen, wie schlecht es mir geht. und zu wissen, dass er dran schuld ist.
wir haben beide sehr geweint.
dann hat er angefangen ein paar sachen zusammenzupacken.
ich hab das nicht verdient. es tut ihm so leid. bei allem weiteren will er sich nach mir richten. er will versuchen, es mir nicht noch schwerer zu machen.
dieser blick. wir umarmen uns. lange. ich kann ihn f├╝hlen, ihn riechen. er streichelt meinen r├╝cken. und wir weinen..

auf wiedersehen.
jetzt ist er weg.

da war sie..meine zeit zum abschied nehmen.

das neue leben geht weiter.


28.04.2005 12:01 • #13


Ehemaliger User


Ohgottogottogott... ich weine mit Dir...

28.04.2005 13:10 • #14


Ingma


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Ich wei├č dass es jeden Tag auf der Welt tausendmal passiert,
und jedesmal sch├╝ttelt man den Kopf und versteht nicht, warum Menschen sich das antun.
Ich kann sehr gut mit dir f├╝hlen.

Ich umarme dich ungekannterweise

Ingma

28.04.2005 13:23 • #15



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