leunenschmidt
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ich wollte mal hier meine Gefühle zu meiner/unserer Situation schreiben, vielleicht könnt ihr mir ein bisschen mental/emotional helfen.
Aufgrund meiner Historie bitte ich abzusehen von Beiträgen a la "du hast nichts gelernt" oder "trenn dich halt".
Also: Ich bin jetzt seit fast einem Jahr mit ihr "zusammen". Wir lebten seit gut einem halben Jahr eh mehr oder weniger zusammen, vor 2,5 Monaten sind wir richtig zusammengezogen. Wir schlafen in einem Bett, kuscheln jeden Tag/abend im Schlaf und abends auf dem Sofa.
Ich habe bereits ihr Familie kennengelernt als ich in ihrer Stadt (sie lebt selbst nicht mehr da, nur immer mal wieder 1-2 wochen) zu besuch war und seitdem 3 mal dort getroffen.
Ich wurde nie wirklich als Partner vorgestellt, obwohl die alle wussten/gemerkt haben, das wir was zusammen haben.
Ihr Bruder hat auch in irgendnem satz am tisch gesagt "your boyfriend" als er auf mich verwies, was sie unkommentiert lies. Wir waren mehrfach auf Urlaubsreisen in verschiedene Länder zusammen.
In unserem Umfeld behandelt uns jeder als Paar; wenn man mich auf sie anspricht, heißt es of "your girlfriend".
Ihr seht, eigentlich sieht alles offensichtlich danach aus, dass wir ein Paar sind - würde ich zumindest sagen.
Wir haben jedoch nie mal drüber gesprochen, ob wir jetzt eigentlich in einer Beziehung sind oder nicht. Für mich war das eigentlich ziemlich offensichtlich - wie es aussieht, war ich da etwas naiv.
Vor 3 Tagen hab ich sie dann mal ganz spontan gefragt, ob sie offiziell meine Freundin sein will. Und wie ihr euch denken könnt, war die Antwort: "nein, ich will keine Beziehung haben. Das hab ich dir gesagt am Tag als wir uns kennenlernten".
Zum letzten Satz: das stimmt so halb. Es war nicht der erste Tag, und es war auch kein "ich will keine Beziehung". Wir waren mit Freunden am Tisch und haben über alle mögliche geredet, dann hat sie mir irgendwann nen Chat gezeigt von einem Kunden der sie nach Dates gefragt hat und ihre Antwort war: "sorry ich will im Moment keine Beziehung, ich komme gerade aus einer." Mir war also klar, dass sie Zeit braucht aber zu dem Zeitpunkt lief auch noch nichts, noch nichtmal Annäherungen.
Wir kamen dann ein wenig ins Gespräch, sie meinte dann unter anderem, dass sie sich nicht binden will; niemanden berücksichtigen will bei Entscheidungen, z.b. falls sie sich überlegt woanders hinzuziehen, will sie mich nicht berücksichtigen müssen.
Das traf natürlich schon ein wenig rein. Ich habe gar nicht versucht sie aktiv zu überreden, das wär ja auch quatsch. Wenn ich jemanden überreden muss, ist das ja nicht gerade gleichberechtigt. Meinte dennoch sowas wie, dass das ja nicht heißt, man sei bis in den Tod aneinander gekoppelt.
Wenn sie eines Tages woanders hinziehen will und das passt mit meinen Plänen oder Verpflichtungen nicht überein, steht es ihr ja frei sich für das eine oder andere zu entscheiden.
Wobei es offen gesagt natürlich schmerzen würde, wenn man dem anderen nicht wichtig genug ist, evtl ein wenig zu warten bis man es zusammen machen könnte oder so. Versteht ihr, was ich meine?
Nun ja. Wir haben normal geredet, auch mal abgewichen und am Ende sagte sie, in ganz normalem Ton, als würde man sich bis morgen verabschieden: "ok, also sind wir uns einig? wir haben keine Verpflichtung zueinander und wenn jemand gehen will, kann er /sie das tun. "
wir sprechen englisch - das ist frei übersetzt. auf deutsch klingt es ein wenig mehr danach, sich für jemand anderen offenzuhalten. das war aber so sicher nicht gemeint. wir sind exklusiv zueinander. Und bevor jetzt jemand sagt, sie hat insgeheim jemand anderen: nein ,das ist ausgeschlossen und faktisch unmöglich, wir verbringen quasi alle Zeit miteinander und es gibt gar keine Möglichkeit das zu tun.
Zurück zum Gespräch: ich antwortete, dass ich nicht vorhab unloyal zu werden oder was zu ändern und sie meinte dann nur: musst dich aber nicht dran halten.
dann war das thema irgendwann durch und wir haben weitergemacht wie vorher. zusammen gegessen, gekuschelt und geschlafen.
Ich bin nun maximal verwirrt. Also warum lebt man quasi eine Beziehung, will es aber nicht so nennen? Geht es rein darum, dass man morgen einfach sagt: ich zieh übermorgen nach Thailand, war nett mit dir, ciao?
Bin ich einfach nicht gut genug (in welcher Hinsicht auch immer), als dass sie sich vorstellen kann, langfristig mit mir zu sein?
Ich habe Probleme damit umzugehen. Ich lebe normal weiter, aber wenn man mal ne Minute Zeit hat, denk ich da drüber nach und es stimmt mich etwas emotional/enttäuscht. Und ich weiß nicht, ob ich hier meine Zeit verschwende.
Zusatzinfo: Ich weiß nichts genaues, aber in ihrer vorherigen Beziehung wurde sie emotional missbraucht und ausgenutzt. Das weiß ich von ihr, aber auch von ihrer besten Freundin. Sie hat starke Vertrauensprobleme, was ich of zu spüren bekomme. Damit kann ich aber umgehen. Ich respektiere das und tue mein bestes, ihr da zu helfen. Spürbar ist das z.B. besonders, wenn ich mich mal falsch oder zweideutig ausdrücke: dann wird es oft negativ ausgelegt und ich habe Schwierigkeiten ihr glaubhaft zu machen, was ich wirklich meinte. Also an diesen Situationen merke und spüre ich ihre Vertrauensangst.
So, langer Text. Ich weiß auch gar nicht, was ich hören will. Der ein oder andere Bruder wird bestimmt sagen "Lauf schnell, solang du noch kannst". Finde ich etwas einfach und ich habe das Gefühl, dass sie bzw. wir es wert sind, da etwas Arbeit reinzustecken, sofern es Aussicht hat.