Zitat von Malena3:Falls ich mal kurz unterbrechen darf

Wie kam es, dass man in der Affäre die Nachteile der Beziehung abbekam?
Wenn ich an die Nachteile meiner Ehe denke, wäre das bei der Affäre technisch unmöglich.
Die "Nachteile" der Beziehung sind dann eben doch die Emotionen, die meist mit reinspielen, wie Exklusivität usw. Oder eben auch das man der Mülleimer für gewisse Dinge wird, die man in der Ehe/Beziehung etc. nicht verwerten kann. Da wird dann viel gejammert, viel erzählt, wie gut es einem doch geht, aber letztlich ist es halt nichts Ganzes und nichts Festes.
Meistens ist es so, dass sich dann irgendwann auf einer Seite mehr Gefühle auftun, die Exklusivität irgendwie verlangt wird, die dann nicht gegeben werden kann, weil: Es ist ja eine andere Beziehung/Verpflichtung vorhanden und dann geht das Debakel los.
Als ich mal der Lover war, hat es sich so abgespielt. Sie, "total unglücklich in ihrer Ehe", beide noch getrennt gewohnt, sahen sich teilweise nur alle 3 Monate mal, obschon es wahrlich keine Entfernung war, wollte unbedingt mit mir was machen. Ich, damals noch n bisschen blind wegen "gut A*sch" usw., hörte nicht auf meinen Bauch, der mir da schon sagte: "Affäre ist kacke". Sie hat's dann komplett drauf angelegt, ich dachte mir dann: "Gut, ist ihr B. und hey, ich hab S.".
Dann war's mehr als nur S., denn anderen Bedürfnisse kommen da irgendwann zum Tragen. Gute Gespräche, viel Gespiegel, irgendwann bekomm ich Anrufe um 12 Uhr nachts mit "ich liebe dich" und dann so Fragen wie: "Sind wir eigentlich zusammen?" - Nachdem ich dann aber eindeutig gesagt habe: "Wir können nicht zusammen sein, Du bist noch verheiratet", war das natürlich nicht das, was sie hören wollte. Ist ja auch n Aufschlag zurück in die Realität.
Letztlich war ihre Komfortzone dann zu hoch. Sie hatte Schiss, dass sie niemanden mehr findet, das ich nach wenigen Wochen genug haben könnte. BLA! Letzten Endes hat mich der Blödsinn ne Weile verfolgt, aber irgendwann habe ich mir klar gemacht, dass sowas nur eigene Begehrlichkeiten sind, das da auch mein Ego mit reingespielt hat und eben wie gesagt, ihre Komfortzone. Ne zeitlang habe ich ihr Verhalten entschuldigt. Mittlerweile weiß ich: Sie hat sich nur das geholt, was sie in dem Moment gebraucht hat. Es wäre daher auch meine Verantwortung gewesen, es einfach zu lassen bis die Verhältnisse geklärt sind. Das ist das, was ich Dir über "ubiquitäre Verantwortung" schrieb. Und Leute, die das nicht einsehen wollen, sind entweder erz-arrogant oder zu blöd, das zu erkennen. Aber hey. manche lernen ja auch nur daraus Dinge selbst zu erleben und müssen die glühend heiße Herdplatte halt anfassen.
Rückblickend kann ich sagen: Der S. in der Affäre war super. Und einige Gespräche und sicherlich auch intimes Körperreiben sehr angenehm, ABER. das ist nichts, was ich nicht auch mit anderen Frauen haben kann. Dafür gibt's da draußen einfach zu viele davon. Und der Irrglaube, es müsse diese eine Frau/dieser eine Mann sein, lässt sich schon allein aufgrund von Logik nach 7 Mrd. Menschen komplett eliminieren. Wer so blind ist, das nicht zu erkennen und nie irgendwelche Menschen in sein Leben lassen kann, okay, der muss dann eben mit den drei Punkten am Arm wandern. Schicksalsgesuche und haste nicht gesehen, habe ich deutlich zu oft gehört. Du machst das, was Du draus machst. Und was S. angeht, dafür sind die meisten Menschen ebenfalls selbst zuständig.
Mittlerweile bin ich in einer Beziehung mit einer ebenso heißen Frau, wo der S. stimmt, aber auch der Rest. Da ist sogar schon diverser Alltag mit drin. Und dennoch kriegen wir's hin uns noch spannend zu verhalten. Klar, können jetzt wieder Leute daher kommen mit ihren angeblichen Mustern von "in 10 Jahren wird es" (als wenn es dafür ne Zahl oder wirkliche aussagekräftige Statistik gäbe), aber unter der Prämisse dürfte ich mich dann keiner Frau mehr nähern, weil alles scheitern kann. Der Punkt ist halt, dass Affären grundlegend immer mit Begehrlichkeiten einhergehen und sobald das mehr als nur körperliche Begehrlichkeit wird, wird's schwierig. Und sorry, das kommt halt einfach zu oft vor. Sieh Dich hier um.