Nun, ich habe nicht ein Gramm zu viel auf meinen Knochen

deshalb muss ich auch nicht nach außen hin so tun, als wäre alles gut, obwohl ich mich innerlich nicht wohl fühle. Und wenn ich ein paar Kilo zu viel hätte und mich damit nicht wohlfühlen würde, würde ich abnehmen. Würde ich mich damit wohlfühlen, würde ich es lassen. Was andere darüber denken, ist mir herzlich egal. Ich habe in meinem Leben immer die Dinge geändert, die mich gestört haben und die ich ändern konnte. Immer. Das ist jetzt nicht anders. Und ich hatte es auch noch nie nötig, nach außen hin etwas anderes darzustellen, als ich bin. Ich habe lange in einem für viele etwas "anrüchigen" Job gearbeitet und hatte nie ein Problem damit, das jedem zu erzählen. Wäre ich jetzt bedürftig und würde mir sehnlich einen Mann wünschen, würde ich das auch deutlich sagen und womöglich auch über meine vergebliche Suche jammern. Warum sollte ich nicht? Ist doch normal und nichts dabei. Es ist aber nicht so, sondern das Gegenteil ist der Fall.
Aber da Du so ein großes Interesse daran hast, woher mein Respektverlust vor Männern rührt, kläre ich Dich gern noch auf. Ich bin u.a. seit vielen Jahren ehrenamtlich in der Frauenhilfe aktiv. Zur Zeit beherberge ich eine junge Frau aus dem Irak mit ihrem kleinen Sohn bei mir, da sie vor ihrem gewalttätigen Ehemann flüchten und sich verstecken musste. Und in all den Jahren erfährt und erlebt man so viele Dinge mit und über Männer, dass man kaum anders kann, als den Respekt vor dem vermeintlich "starken Geschlecht" zu verlieren.
Ich schließe Männer auch nicht aus meinem Leben aus. Ich habe einige sehr gute und langjährige männliche Freunde, die ich sehr schätze. Die meisten Männer, die sich mir mit "Interesse" nähern allerdings sind Männer, die auf mich sehr bedürftig wirken. Und das schätze ich nicht, davor habe ich auch keinen Respekt. Das ist nun mal eben so. Ich kann auch die verheirateten Männer, die mir die Ohren über ihr nicht vorhandenes S.leben vorjammern, nicht mehr zählen. Auch vor ihnen habe ich keinen Respekt. Andere begegnen mir höchst selten, und ich suche auch nicht aktiv danach.
Auch wenn es Dir schwerfällt, zu glauben, aber ich habe zur Zeit definitiv kein Interesse an Männern, sie interessieren mich einfach nicht. Und mir fehlt dadurch auch nichts und niemand in meinem Leben, ganz im Gegenteil müsste ich für einen Mann ja Dinge ändern oder loswerden, die mir lieb und wichtig sind, um Platz für ihn zu schaffen. Und dazu bin ich schlicht und ergreifend nicht bereit, sofern der Mann mir nicht im Gegenzug dafür etwas bieten kann, das den Verlust mindestens kompensiert.
Ich war sehr lange verheiratet und musste - natürlich - in dieser Beziehung in vielen Belangen zurückstecken. Genau das möchte und werde ich in den nächsten Jahren nicht tun. Ich kann Malena daher verstehen wenn sie sagt, dass sie zur Zeit keine feste Beziehung möchte und stattdessen lieber emotional an einem unerreichbaren Mann festhält. Eine Affäre erscheint da vielen Frauen erstmal als gute Lösung - so ging es mir ja auch mal. Bis man feststellt, dass so eine Affäre schnell all die negativen Begleiterscheinungen einer Beziehung - die man ja eben nicht möchte - mit sich bringt, dafür aber die Vorteile einer Beziehung nicht bietet. Es ist also ein verdammt schlechter Kompromiss, was man aber vorher meistens nicht weiß. Da ich das einzige Verlangen, das in einer Affäre wirklich sehr gut gestillt wird zur Zeit auch nicht habe, gibt es für mich also keinen Grund, mich für Männer zu interessieren. That's all.